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Full text: 51, 1932

Rudolf Geiger und Fritz Wagner: Höhenwinde vor der westafrikanischen Küste 
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folgenden Morgen trafen wir — auf offener See zum ersten Mal — zum 7-Uhr-Morgentermin 
auf einer Breite von 12° N einen WSW-Wind an. Der unmittelbar darauf ausgeführte Pilot 
ballonaufstieg (Nr. 28) zeigte ihn in einer vertikalen Mächtigkeit von etwa 600 m, aber von 
geringer Stärke. Dieser SW-Wind begleitete uns von nun an auf der ganzen Seereise in der 
Tropenzone; nur bei den Aufenthalten im Hafen überwogen die Einflüsse von Land- und See 
wind. Auch die Pilotballonaufstiege (Nr. 29, 32, 34—39) auf der Fahrt südwärts und zurück bis 
wieder in diese Breite ließen ihn in einer zwischen 400 und 750 m wechselnden vertikalen 
Mächtigkeit erkennen. Wir müssen daher annehmen, daß das Schiff in den Bereich des SW- 
Monsuns eingetreten war. Dabei bleibt die Frage offen und für uns hier ja auch belanglos, ob 
es sich um den echten SW-Monsun handelte oder — was als wahrscheinlicher gelten muß — 
nur um eine örtlich 
oder zeitlich oder in 
beidem begrenzte 
SW - Strömung, die 
aber in ihren Eigen 
schaften (Windrich 
tung, Feuchtigkeit, 
Gewitterneigung) die 
Merkmale des SW- 
Monsuns trug. 
Zwischen der 
Breite von Bathurst 
(13 0 28 ’ N) und der 
eben genannten 
Breite von 12° N 
hatten wir demnach 
in der Nachtfahrt 
das eigentliche 
„Niemandsland“ 
zwischen demPassat 
und dem Monsun 
durchfahren. Es war 
daher auch gewiß kein Zufall, daß wir in Bathurst das höchste Tagestemperaturmaximum der 
ganzen Reise erreichten, nämlich zwischen 16 und 17 Uhr in der Hütte 34,1° C. Dieser Wert, 
der, im stilliegenden Schiffe beobachtet, also durch Strahlung vielleicht beeinflußt war, ist bereits 
reduziert nach der zum 14-Uhr-Termin betätigten einwandfreien Aspirationsthermometermessung. 
Nehmen wir ferner das Luftdruckmittel aus den drei Beobachtungsterminen für die Zeit von 
Dakar bis Bissao, so findet man: 
Datum .... 1930: Oktober 31. November 1. 2. 3. 4. 
Luftdruckmittel . 759,9 759,1 758,5 759,0 759,3 mm 
Am 2. November ist der Luftdruck niedriger als an den Vor- und Nachtagen (siehe auch 
Abb. 6, Luftdruckgang). Auch aus Temperatur- und Luftdruckbeobachtungen folgt also, daß wir 
an diesem Tage die äquatoreale Tiefdruckrinne durchfuhren. 
November 1930 
1 2 , 3 
liördost- 
- Passat 
zw/-*schen 
•Il Südwestmonsun u. Har-^mattan 
Bewölkung und Wind 
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Nord -Breite 
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J ii i i i i i i 
15° 
1U° 1312° Luftdru<k 1110° 
Lufttemperatur 
Wassertemperatur 
9° 10 0 
Abb. 6. Terminbeobachtungen im 2. Reiseabgchnitt : Reise in den Tropen.
	        
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