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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 51. Bd. Nr. 4.
Intervalls 0 bis <p 1 in K. Dann zieht man einen zweiten Strahl von P bis B'. Die Parallele zu dieser Richtung
durch den eben gewonnenen Punkt K trifft die Halbierungslinie des zweiten Intervalles <p 1 bis <p 2 in L. Durch L
zieht man wieder eine Parallele zur Richtung des dritten Strahles PB' bis M usw. Dieser gebrochene Linienzug
schneidet die Ordinaten gq; <p 2 ; q. A \... in den Punkten lj 2; 3;... . Diese Punkte 1; 2; 3;. . . sind Punkte
unserer gesuchten Kurve, und zwar sind die Geradenstiickehen OK\ KL\ LM\. . .. Tangenten an unsere gesuchte
Kurve in diesen Punkten 1; 2; 3;. . . . Durch diesen Tangentenpolygonzug ist unsere gesuchte Kurve sehr
genau bestimmt. Sie kann nun mittels Kurvenlineal sofort ausgezogen werden. Die Ordinaten y zu den verschie
denen Kurvenpunkten sind die gesuchten Parallelkreisabstände x unserer Projektion.
R cos 95
Dieses eben beschriebene Verfahren ist in Abb. 22 auf die Kurve y
gehörige Integralkurve hat dann notwendigerweise die Form y ■
angewendet.
Die dazu
Ihre Ordinaten y 1 ; y % ; y z ;...
sind unsere gesuchten Parallelkreisabstände x x ; x 2 \ x s ;.... Durch die geeignete Wahl der Integrationsbasis haben
wir sie gleich im gewünschten Maßstab erhalten. In Abb. 22 sind wieder alle für unser transversales Netz nötigen
Werte angegeben und brauchen nur noch mit dem Zirkel abgegriffen zu werden.
In derselben Weise wie im hier beschriebenen Falle lassen sich die Parallelkreisabstände aller anderen Pro
jektoren dieser Gruppe gewinnen. So ist es ohne weiteres möglich, Integrale von der Form x — c / (;0 ^ 9^9 ^
wobei J(rp) eine irrationale Funktion von cp bedeutet, auszuwerten. Die Parallelkreisabstände in Tab. 5 sind
auf diese Weise ermittelt worden. Selbstverständlich muß bei der Konstruktion mit der allergrößten Genauigkeit
verfahren werden. Geringe Fehler am Anfang vergrößern sich fortlaufend. Das Anlegen des Lineals an 2 Punkte
muß ganz genau erfolgen, ebenso das parallele Verschieben.
In unserem Beispiel ist die Ordinate cp x = 50° = 5,63 cm (Abb. 22). Der errechnet« Wert ist 5,6172 cm. Der
Fehler liegt noch innerhalb der durch andere Faktoren sowieso bedingten Fehlergrenze und beträgt 0,0128 cm.
Der Wert 5,63 ist durchaus genau genug. Man muß noch in Betracht ziehen, daß der angewendete Maßstab sehr
klein ist, und daß mit größerem Maßstab, also auch größerem Maßstab der Konstruktion, eine viel größere Genauig
keit erzielt werden kann und die Fehler prozentual kleiner werden.
3. Abschnitt
Die eigentliche Netzkonstruktion
Nach den in den vorigen Abschnitten beschriebenen Hilfskonstruktionen bietet die vollständige Berechnung
eines Netzes an sich weiter keine Schwierigkeiten. Man kann aber trotzdem die für die Berechnung nötige Zeit
durch Konstruktion ganz bedeutend herabdrücken, ohne die erforderliche Genauigkeit zu verletzen. Diese Netz
gewinnung „nur“ durch Konstruktion ist vornehmlich für den Kartographen bestimmt, der im Zeichnen die
erforderliche Übung hat, und dem Konstruktionen immer besser von der Hand gehen als Berechnungen.
Die eigentliche Netzkonstruktion wird sich also mit der graphischen Ermittlung der y- Werte befassen, denn die
x- Werte werden durch die Hilfskonstruktionen geliefert. Diese y- Werte sind Funktionen von 2 Veränderlichen
{cp oder f bzw. t und A), wobei uns zugute kommt, daß bei unseren Netzen A immer nur als linearer Faktor auf-
tritt. Darauf beruht die ganze Konstruktion eines Netzes in nicht normaler Lage.
In normaler Lage mit dem Äquator als X- Achse bietet die Zeichnung eines unechtzylindrischen Netzes weiter
keine Schwierigkeiten. Es sind einfach die Längen der gewünschten Parallelkreise vom Nullmeridian bis zum
Grenzmeridian zu berechnen. Die einzelnen Längenkreise gewinnt man durch lineare Unterteilung der Parallel
kreise (bei der Abbildung der ganzen Erde für ein 10°-Netz ist also jeder Parallelkreis zu beiden Seiten des Null
meridians in 18 Teile zu teilen). Dies wird nun anders bei Netzen in nichtnormaler Lage. Es sind dies in der Praxis
meistens transversale Netze. Die schiefachsigen Formen bei den Zylinderprojektionen haben sich wegen der dabei
auftretenden Doppelkrümmung der Netzlinien noch immer nicht durchsetzen können, obgleich sich manche
Vorteile dadurch erreichen ließen. Doch darüber werden wir später noch zu sprechen haben.