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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 51. Bd. №. 4.
Soll sich hieraus y nur als Funktion von cp ergeben, dann muß /(/.) = n). sein. Es wird daher
Wir wenden jetzt für die Meridianellipse wieder die Darstellung von x und y als Funktion eines gemeinsamen
Parameters t an. Wir setzen y
Wi tz vt y
-—sint, dann wird x= —- (1 -[-cos t) (vgl. Anm. 2, S. 28). y ist also nach
L 2
Voraussetzung von X nicht abhängig. Es wird, wenn wir in unserer allgemeinen Gleichung ip mit t vertauschen,
f(t) = l (1 + cos 0» 9 (0
^ sin t, g' (i) = ^ cos t, daher
2 2
/1 TZ
sin cp—n-mj ^ (1+oosf) 9 cos t dt
— H ™ 71 I (cos t + cos 2 i) d t
sin cp
— = 4 sin t 4 21 4- sm 21
n-n-m
Durch Einsetzen von <p = 7 ^ , welchem Werte t = ^ entspricht, erhält man m und n. Es ist
Ellipsenprojektion.
Alle unsere bekannten Meridianfunktionen werden ganz analog behandelt. Es ist deshalb
zelnen Fälle noch einmal durchzuführen.
dies die Eckertsche
nicht nötig, die ein-
Dritter Teil
Die graphischen Verfahren
Die graphischen Verfahren spielen in der angewandten Mathematik eine große Rolle. In dom Gebiet der Kartcn-
projcktionslehre eröffnen sich durch dieselben ganz neue Perspektiven. Ein großer Hemmschuh für die Auswertung
der theoretischen Erkenntnisse in der Praxis ist die Scheu vor langwierigen und teuren Berechnungen. Wenn auch
in Form von Tabellen, wie z. B. die sphärischen Koordinaten von Hammer und in der Rechenmaschine und dem
Rechenschieber uns zeitsparende Hilfsmittel an die Hand gegeben sind, so ist der dennoch verbleibende Zeit
aufwand bei der Berechnung eines komplizierten Netzes immerhin noch groß genug, um abschreckend zu wirken.
Der Erfolg ist dann der, daß man lieber auf ein schon bestehendes Netz zurückgreift, trotz des Bewußtseins, nicht
die günstigste Darstellung gewählt zu haben.
Wie maßgebend solche Gesichtspunkte sein können, zeigt ein Beispiel. Es war ein Kartenwerk in Bearbeitung,
das unter anderem auch eine Karte des Atlantischen Ozeans enthalten sollte. Zu benutzen war in diesem Falle
nur eine wenig passende Karte des Atlantischen Ozeans in echter abstandstreuer Berührungszylinderprojektion.
Eine Neuanfertigung scheiterte zunächst an der Kostenfrage und vor allem an der Zeitfrage. Ich konnte nun auf
graphischem Wege in wenigen Stunden (ca. 12) einen Probeentwurf liefern und die endgültige Ausführung in fast
derselben Zeit versprechen. Es handelte sich dabei um einen transversalen imechtzylindrischen Entwurf. Bei
Berechnung des Netzes hätte diese Zeit niemals innegehalten werden können, und die alte Karte wäre geblieben.
So kann denn nicht genug darauf hingewiesen werden, daß fortschrittliche Erkenntnisse auf unserem Gebiet
sich nur voll auswirken können, wenn dem Zeichner ausführlich ausgearbeitete Methoden an die Hand gegeben
werden, die es ihm ermöglichen, auch ohne die theoretischen Überlegungen ganz zu verstehen, die Ergebnisse
anzuwenden.
Im folgenden sollen nun die für unsere Projektionsgruppe in Betracht kommenden graphischen Verfahren
beschrieben werden. Dabei muß ich darauf hinweisen, daß dieser Abschnitt keine abschließende Behandlung
dieses Gebietes sein soll. Der Abschnitt ist vornehmlich aus praktischen Gesichtspunkten heraus geschrieben
und auf den Kartographen zugeschnitten.