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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 51. Band Nr. 1
Innerhalb dieser Gruppen fand für die Bearbeitung nach Pepplcr die rechnerische Feststellung statt:
1. der Prozentzahlen der Häufigkeit der Ost- und Westwinde, sowie der 8 Hauptstriche einzeln,
2. der Durchschnittsgeschwindigkeit der 8 Hauptstriche und Schichten, letztere nach der Methode der ver
tikalen Differenzen: skalare Mittel. Die eingeklammerten Zahlen geben die Anzahl der verwerteten Be
obachtungen an.
I. Die Strömungsverhältnisse über dem Atlantischen Ozean an der Westküste Afrikas
östlich 20° W-Länge im Winter.
Die Betrachtung der vorbenannten Tabellen führte zu nachstehenden Folgerungen:
1. Nördlich des 33ten Breitengrades (Tabelle II):
Die Westwinde überwiegen bei weitem vom Boden ab, vom NE-Passat ist keine Spur vorhanden, besonders
tritt NW hervor, der in allen Höhen unter 1000 m fast 50% ausmacht, darüber aber schnell 100% erreicht.
Die Veränderlichkeit schwankt zwischen SE über SW nach NW, dagegen fehlen die Richtungen N bis E
gänzlich. Am größten ist die Veränderlichkeit also am Boden und nimmt bis 1000 m schnell ab, über 1000 m ist
sie praktisch gleich Null.
Tabelle II.
Breite 33°—44° N nach den Aufstiegen Nr. 1, 2, 3, 34, 35, 36, 37, 38, 39.
Schicht-km
Boden
0—Ojt)
0,5—1
1—1,5
1,5—2
2—2,5
2,5—3
Prozentzahlen der Häufigkeit:
E-Winde
22
11
W-Winde
67
89
100
100
100
100
100
N
NE
E
SE
22
11
S
11
SW
11
22
20
w
11
11
20
NW
45
56
CO
100
100
100
100
Mittlere Geschwindigkeiten in
mps:
N
NE
E
SE
(2) 2,5
(1) 4,8
S
(1-) 2,0
SW
(1) 10,0
(2) 4,8
(1) 7,2
w
(1) 10,0
(1) 8,9
(1) 11,2
NW
(4) 10,8
(5) 12,2
(3) 7,7
(3) 8,7
(2) 6,2
(1) 9,5
(1) 8,3
Schicht
7,8
9,4
9,5
10,4
8,6
(HA)
(9,9)
Die skalare durchschnittliche Windgeschwindigkeit nimmt bis 500 m ziemlich stark zu, dann weniger. Zwischen
1000 und 1500 m ist die Windgeschwindigkeit am stärksten, um dann wieder stark abzunehmen und später bis
auf etwa 10 m anzusteigen. Die Maxima der gemessenen Windstärken übertreffen die Skalarmittel bis 1000 m
etwa um 50 %, darüber erreichen sie dieselben meist nicht.
Wegen der starken Bewölkung konnten nur geringe Höhen erreicht werden, daher sind die Ergebnisse wenig
verallgemeinerungsfahig, namentlich bezüglich der Windstärken. Aus der Tatsache aber, daß in den sämtlichen
9 Aufstiegen kein einziges Mal NE auftritt, dürfte mit Sicherheit gefolgert werden, daß im Winter die Passat
strömung auch in höheren Luftschichten — am Boden ist dies wegen des jahreszeitlichen Zurücktretens des Roß
breitengürtels nach Süden infolge des Sonnenstandes ohne weiteres ausgeschlossen — nicht vorkommt. Das bestä
tigt auch das besonders große Übergewicht der W-Winde gegenüber den E-Winden. Peppier sagt dagegen (S. 30),
daß im Sommer der eigentliche NE-Passat noch gelegentlich zwischen 35 und 40° N auftritt, zwischen 30 und 35 0 N
im Meeresniveau mit großer Vorherrschaft weht (S. 33).