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Volltext: 50, 1931

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 50. Bd. Air. 4. 
WBIII drückt sich nur an einigen Stationen im Thermogramm durch Temperaturanstieg aus. Zweifel 
los wird WBIII mit geringem Abstand von einer kälteren Luftmasse (KBI) gefolgt, so daß der auf 
tretende Niederschlagsstreifen von 100—150 km Tiefe, vornehmlich an den Friesischen Inseln, durch 
aktives und passives Aufgleiten der Warmluft gebildet wird. 
Da WBIII zunächst nur durch die holländischen Stundenwerte der Temperatur belegt werden kann, 
ist der Verlauf derselben etwas unsicher, was aber nur auf der 8 h -Karte auftritt. Die Front selbst gilt 
bis zur Linie: Helgoland—Bremen—Cassel—Essen-—Besangon als sicher, von da ab aber als unsicher. Die 
normalerweise zu erwartenden Frontmerkmale treten hierbei nicht besonders hervor*). 
Die Niederschlagsgebiete aller drei soeben beschriebenen Fronten (WBII, WBIII, KBI) gehen auf der 
8 h -Karte ineinander über, so daß viele Stationen einen lang anhaltenden Niederschlag erfahren. Zum Bei 
spiel währte derselbe in Vlissingen und Dresden 9, Schnepfenthal 14, Brocken und Potsdam 15 und in 
Münster über 20 Stunden. 
Die Warmfront WBIII erreicht nun ihre größte Geschwindigkeit über Ostdeutschland. Wenn auch 
durch das lückenhafte Thermographennet} der Isochronenverlauf (Karte 14, Tafel 2) etwas willkürlich 
wird, so stütjen die in Ostdeutschland gemessenen Windgeschwindigkeiten von 70—100 km/std. die Lage 
der Isochronen. Die folgenden Stationen haben am 5. Januar 19 h an Geschwindigkeiten gemessen: 
Landeck 65 km/std. Brocken 77 km/std. 
Schneekoppe 70 km/std. Donnersberg 100 km/std. 
Für die Fortpflanzungsgeschwindigkeit einer Warmfront kann man nun in Übereinstimmung mit 
Troeger 11 ) ungefähr die Winde der Bergstationen in 1000 m als entsprechend annehmen. Die von den 
Bergen mitgeteilten Beobachtungen decken sich mit den aus dem Isochronenverlauf entnommenen 
recht gut. 
Tabelle 6. 
5. Januar 
8 h 
14 h 
l 9 h 
Wind 
beob. 
red. 
beob. 
red. 
beob. 
red. 
8' 1 
l 4 h 
19 h 
Dresden 
2.4 
2.4 
7.2 
7.2 
7.5 
7.5 
S 
1 
WSW 
4 
W 
7 
Leipzig 
5.3 
5.3 
6.6 
6.6 
6.4 
6.4 
w 
3 
SW 
5 
SW 
7 
Freiberg 
3.2 
4.7 
4.4 
5.9 
4.1 
5.6 
NW 
3 
WSW 
4 
W 
5 
Chemnitz .... 
4.2 
5.4 
5.0 
6.2 
4.7 
5.9 
w 
4 
W 
6 
W 
6 
Elster 
2.5 
4.5 
2.7 
4.7 
3.2 
5.2 
SW 
4 
SW 
5 
SW 
5 
Altenberg .... 
0.5 
3.8 
1.5 
4.8 
1.5 
4.8 
NW 
2 
NW 
2 
SW 
6 
Reitzenhain .. 
0.5 
3.9 
1.2 
4.6 
1.6 
5.0 
WSW 
5 
WNW 
5 
w 
7 
Zittau 
1.4 
2.2 
3.6 
4.4 
5.2 
6.0 
W 
3 
SW 
1 
SW 
7 
Bautzen 
2.0 
2.5 
5.7 
6.2 
5.1 
5.6 
w 
3 
w 
3 
w 
4 
Schneeberg ... 
3.5 
5.2 
4.3 
6.0 
4.2 
5.9 
SW 
4 
SW 
6 
SW 
6 
*) Arlons fällt aus dem sonst homogenen Temperaturfelde dieser Luftmasse mit 3,9° (442 m) gegenüber Maastricht 
(100 m) mit 6,8° heraus. Nach erfolgter Reduktion auf das Niveau von Maastricht erweist sich der Wert von 5,8° als 
durchaus reell.
	        
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