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Full text : 49, 1930/1931

Dr.  Fritz  Wagner:  Untersuchungen  über  den  Geländeei  nflnß  auf  die  Windbeobacht.  usw.

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eine  solche  Untersuchung  ein  gewisser  Maximalwert  über  die  Veränderung  der  Strömung  erhalten
werden  kann.
Im  folgenden  soll  ein  Versuch  beschrieben  werden,  durch  den  mit  einem  Minimum  an  Meßgeräten
eine  Beurteilung  der  bodennahen  Strömung  um  ein  langgestrecktes  Hindernis  erhalten  wurde.  Bei
diesem  Versuch  war  als  Strömungshindernis  der  H  o  c  h  d  a  m  in  gewählt,der  zu  der  Hochbrücke  über  den
Kaise  r-W  i  I  h  e  I  m-K  anal  bei  Burg  in  Dithm.  führt.  Der  Damm  und  die  Brücke  verlaufen  im
W  esten  in  einer  SWzS—NEzN-Riehtung,  die  mit  einer  leichten  Krümmung;  im  Osten  in  eine  SE—
NW-Riehtung  übergeht.  Der  Hochdamni  erreicht  eine  Höhe  von  35  m  über  dem  vollständig  flachen
Moorgebiet,  sein  Böschungswinkel  beträgt  im  Mittel  35“,  er  hat  oben  eine  Breite  von  rund  10  m.  Die
Winde  zwischen  SSE  und  SW  und  zwischen  NE  und  NNW  treffen  senkrecht  auf  einen  Teil  des
Dammes,  so  daß  bei  diesen  Winden  das  zweidimensionale  Stromfeld  untersucht  werden  kann.  Die
Untersuchungsverhältnisse  liegen  an  diesem  Eisenbahndamm  einfacher  und  klarer  als  an  der  Kurischen
  Nehrung  bei  Rossitten,  an  der  systematisch  Stromfelduntersuchungen  von  dem  Forschungsinstitut ­
  der  Rhön-Rossitten-Gesellsehaft 8 )  gemacht  werden.  Besonders  hervorzuheben  ist  die  einfachere
Gestalt  des  Eisenbahuclammes  im  Vergleich  zu  einem  natürlichen  Hindernis  und  die  gleiche  Bodenbeschaffenheit ­
  in  dem  Anströmungsgelände  und  an  dem  Hindernis  in  bezug  auf  Rauhigkeit  und  thermisches ­
  Verhalten.  Außerdem  besteht  noch  darin  ein  wesentlicher  Vorteil,  daß  in  der  Höhe  der  Dammoberkante ­
  auf  der  Brücke  Messungen  angestellt  werden  können,  wodurch  die  vertikale  Geschwindigkeitsverteilung
  in  dem  ungestörten  Teil  des  Untersuchungsgebietes  fortlaufend  verfolgt  werden  kann.
Somit  kann  der  Damm  und  die  H  o  c  h  b  t  ü  ck  e  als  ein  ideales  Untersuchungsfeld ­
  für  S  t  r  ö  m  u  n  g  s  f  o  r  s  c  h  u  n  g  angesehen  werden.
Im  Juni  1928  konnten  einige  Meßreihen  an  dem  Damm  durchgeführt  werden,  nachdem  von  der
Eisenbahnverwaltung  die  Genehmigung  dazu  erwirkt  war.  wofür  ihr  an  dieser  Stelle  mein  bester  Dank
ausgesprochen  werden  soll.  Zur  Unterstützung  bet  den  Messungen  bin  ich  den  Meteorologen  Dr.
Wörner  und  Dr.  Schnell  von  der  Deutschen  Seewarte  und  den  Studenten  Prager.  Kiesling  und
Bücking  zu  großem  Danke  verpflichtet.  Als  Meßinstrumente  standen  mir  als  Leihgaben  der  Seewarte ­
  und  des  Geophysikalischen  Instituts  der  Universität  Leipzig  vier  Handanemometer  '  von  Fuess
zur  Verfügung.  Mit  diesen  vier  Instrumenten  wurde  so  gearbeitet,  daß  ständig  an  der  Luvkante
des  Dammes  in  1.60  m  Höhe  eine  Bezugsmessung  angestellt  wurde,  während  an  einer  anderen  Stelle
des  Dammes  die  vertikale  Geschwindigkeitsverteilung  in  den  Höhen  0.40,  1.60  und  5.75  m  gemessen
wurde.
Alle  vier  Anemometer  wurden  gleichzeitig  alle  15  Sekunden  abgelesen,  die  Dauer  der  einzelnen
Meßreihen  betrug  15  oder  50  Minuten.  An  folgenden  Meßpunkten  wurde  die  vertikale  Geschwincligkeitsverteilung
  bestimmt:  Auf  der  freien  Wiese  75  m  vor  dem  Dammfuß,  auf  der  Hangmitte,  auf  cler
oberen  Luvkante,  auf  cler  oberen  Dammfläche.  auf  der  oberen  Leekante.  Ferner  wurde  noch  eine
Messung  auf  und  unter  der  Hochbrücke  angestellt,  um  die  vertikale  Wind  Verteilung  in  dem  gleichen
Gelände  aber  ohne  Bodenerhebung  zu  erhalten.  Die  Anordnung  und  die  Ergebnisse  der  Messungen
sind  aus  cler  Anliangtabelle  zu  entnehmen.  Seite  54  und  35.
Zunächst  wurde  der  Mittelwert  der  Geschwindigkeit  während  einer  Mefireihe  für  die  betreffenden ­
  Höhen  errechnet.  Dann  wurden  aus  den  einzelnen  Meßreihen  kleinere  Zeitabschnitte  herausgenommen,
  während  denen  die  Windgeschwindigkeit  gleichbleibend  von  ihrem  mittleren  Wert  etwas
abwich.  Auch  die  Gruppenmitte]  aus  diesen  kleineren  Zeitabschnitten  von  2%  bis  10  Minuten  Dauer
geben  schon  eine  brauchbare  Darstellung  cler  Geschwindigkeitsverteilung.  Auf  diese  Weise  wurde  es
ermöglicht,  schon  durch  wenige  Messungen  für  verschiedene  Anströmungsstärken  die  vertikale  Geschwind ­
  igkeitsverteilung  zu  bekommen;  die  Ausschnitte  aus  den  verschiedenen  Meßreihen  wurden
d  a  n  n  zu  einer  Stromfelddarstellung  zusammengefaßt,  wenn  an  dem  Bezugsanemometer  für  die  betreffenden ­
  Zeiten  immer  die  gleiche  Geschwindigkeit  festgestellt  worden  war.
Ein  Vergleich  cler  vertikalen  Geschwindigkeitsverteilung  bei  verschiedenen  Geschwindigkeiten  an
einer  Meßstelle  zeigte,  daß  sie  einfach  proportional  mit  cler  Geschwindigkeit  innerhalb  cler  Fehlergrenzen ­
  war.  Dadurch  konnten  die  Messungen  auf  gleiche  Geschwindigkeit  des  Bezugsanemometers
für  besondere  StromfeldclarStellungen  reduziert  werden.  Die  Proportionalität  mit  der  Geschwindigkeit ­
  zeigten  aber  nur  die  Messungen  auf  der  Luvseite  des  Dammes  und  nicht  auch  auf  der  Leeseite.
            
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