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Kontinentalabhangs eine wärmere polwärts setzende Ober
flächenströmung beobachtet worden, die eine vertikale Mächtig
keit von mehreren hundert Metern hat. Diese Strömung entlang der
Schelfkante scheint typisch für die Herbst-/Winterzeit zu sein.
Nach den statistischen Angaben im Seehandbuch (BSH, 1993)
setzen die Oberflächenströmungen im Sommer über dem Schelf und
dem Kontinentalabhang mit Geschwindigkeiten von durchschnittlich
einem halben Knoten (ca. 25 cm/s) überwiegend nach Süden ("Por-
tugalstrom") . Während dieser Situation entwickelt sich Auftrieb
entlang einzelner Küstenabschnitte, wodurch kühle und nährstoff
reiche Wassermassen in die Wasseroberflächenschicht aufsteigen.
Im Winter sind die Strömungen über dem Schelf und dem
Kontinentalabhang dagegen unbeständiger, was größtenteils mit
den unbeständigen Winden während dieser Jahreszeit
zusammenhängt. Eine bevorzugte Nordrichtung der Strömung ist
jedoch in den Darstellungen des Seehandbuches nicht zu erkennen,
außer bei entsprechenden Winden aus S bis WSW, die im Winter
deutlich häufiger auftreten als im Sommer.
Hinsichtlich der Ursachen der beobachteten Nordströmung vor der
Westküste machen McClain et al. (1986), die den küstennahen
Auftrieb vor Galizien um Cap Finisterre herum untersuchen, die
negative Rotation der Wind-Schubspannung (negative wind stress
curi) in Küstennähe verantwortlich (vgl. auch Batteen et al.,
1992) .
Frouin et al. (1990) sehen als Ursache für das schmale Nord
stromband in der Oberflächenschicht an der Schelfkante die groß
räumigen meridionalen Druckgradienten im Ozean. Die Autoren
schreiben:
"A mechanism giving better quantitative agreement with the ob-
servations is thè geostrophic adjustment of thè eastward Oceanie
flow driven by thè large-scale meridional baroclinic pressure
gradiert in the eastern North Atlantic as the flow reaches the
Continental slope of thè western Iberian Peninsula. Topographie
trapping by the bathymetric step existing along the shelf break
explains both the width and the path of the observed current."
Ein besonderes Seegebiet, das für die Randzirkulation von Bedeu
tung ist, erstreckt sich um Cap S. Vincent. Der abrupte Rich
tungswechsel des Küstenverlaufs und des Kontinentalabhangs ver
ursacht auffällige Instabilitäten der Randzirkulation, die zur