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Full text: 49, 1930/1931

34 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 49. Bd. Nr. 3. 
Tabelle 6. 
15. Vni. 28 MEZ 14 b 
00 
08 
20 
21 
24 
25 
27 
Mi 
28 
n u t 
30 
e n 
32 
33 
35 
37 
42 
45 
52 
55 
15.00 
Wassertemperatur (4 m)*) 
1.2 
1.1 
0.6 
0.6 
1.0 
0.8 
1.1 
1.1 
1.0 
1.9 
1.3 
1.4 
1.4 
„ (Oberfl. Brücke) 
2.0 
2.0 
1.9 
1.9 
2.1 
2.1 
„ (Oberfl. Kutter) 
1.6 
2.0 
2.0 
2.0 
2.0 
2.0 
Lufttemperatur (5 cm Kutter) 
3.5 
3.4 
3.4 
3.2 
3.2 
3.8 
3.9 
„ (Lotpodest) 
3.5 
3.8 
3.8 
3.0 
3.2 
3.6 
3.8 
4.2 
3.0 
„ Hütte») 
3.4 
3.3 
3.3 
3.3 
3.4 
3.5 
3.5 
3.4 
3.3 
3.3 
3.8 
3.9 
3.5 
„ Mast») 
3.3 
3.2 
37 
3.5 
3.1 
3.2 
3.5 
4.0 
3.1 
3.5 
3.4 
3.3 
3.1 
Kutter in Luv 
des E.B. 
„Meteor 
‘ in Luv des E.B. 
*) Widerstandsthermometcr. 
Es sollte besonders der Einfluß eines größeren Eisberges (Länge 320 m, Höhe der Wand 36 m, Spitze 
50 m) auf die Lufttemperatur in der Umgebung untersucht werden. Mit den uns zur Verfügung stehenden 
Hilfsmitteln konnten wir einen solchen Einfluß nur inLeedesBerges feststellen, und zwar sowohl 
von dem etwa 50 m entfernten Kutter, wie vom Schiff in etwa 200 m Entfernung (die fett gedruckten 
Zahlen der Tabelle in den Zeilen 14.27—14.35). Hingegen ist in den anderen Lagen des Schiffes zum Eis 
berg ein Einfluß nicht festzustellen, auch nicht im Punkt 14.45, wo nach Schallmessung der Abstand 
von der mauerartigen Breitseite des Berges nur 230 m betrug. — Die oben wiedergegebene Messungsreihe 
ist daneben ein sprechender Beweis für die Schwierigkeiten einwandfreier Temperaturmessungen an Bord 
eines Schiffes. Es fallen die Messungen der Lufttemperatur 14.25 und 14.28 am Lotpodest, 14.27—14.33 in 
der Mitte (kursiv gedruckte Zahlen) gänzlich aus den übrigen Werten heraus. Die Ursache: von 14.25— 
14.35 lag das vorher und nachher in langsamer Fahrt befindliche Schiff gestoppt zum Einsetzen des 
Kutters! Die Phasenverschiebung der Hüttentemperatur gegenüber der Messung am Lotpodest illustriert 
die größere thermische Trägheit der Hütte, allerdings eines besonders stabilen Modells. (Wind NEzN 
etwa 6 mps.) Das Mast-Thermometer scheint vom Schiffseinfluß ziemlich frei zu sein. Aus den Zahlen 
werten ist ein solcher nicht zu erkennen. 
Die Entwicklung der Wetterlage in diesen Tagen verlief ohne Besonderheiten. Wie auch die Höhen 
windmessungen zeigen, ging seit dem 10. August, ja möglicherweise schon seit dem 9. August ein stetiger, 
in der Höhe starker Strom polarer Luft von N nach S. Wie ich bereits an anderer Stelle 5 ) auf Grund von 
eigenen Messungen auf N-Island zeigen konnte, ist die Bodenwetterkarte nicht hinreichend, um diese 
Verhältnisse zu beurteilen. Diese Feststellung wird durch die Wetterkarten dieser Tage erneut bestätigt. 
Am 13. abends dreht zwar der Wind am Boden und in 1000 m Höhe nach SW und bleibt so bis zum 14. 
nachmittags unter dem Einfluß einer offenbar bereits von S vorstoßenden flachen Tiefdruckrinne mit 
tiefer Bewölkung. Während „Meteor“ am 14. nach 
mittags auf ihrer Rückseite die Nordostströmung 
wieder erreicht, prägt die Rinne sich am 14. und 15. 
stärker aus, ohne indessen irgendwie zu Bedenken 
Anlaß zu geben. „Meteor“ findet, der Ostküste Grön 
lands zulaufend, bis zum 15. abends steigenden 
Abb. 13. Cavitierter Eisberg. Luftdruck. 
5 ) Aerologie der hohen Breiten und große Zirkulation, Arktis 1928, H. 3/4, S. 95; Ergebnisse von Pilotaufstiegeil 
im Gebiete von Island, Zeitschr. f. Geophysik 1928, H. 7/8, S. 358.
	        
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