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Full text: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 2. 
sich bildeten. Sie bilden sich aber nicht jetzt, sondern werden zerstört. Der Kessel war also da, bevor 
die heutige Winderosion einsetzte. Vielleicht ein Einbruchskessel im Kalkstein?“ 
Die Sandsteinhamada hat das gleiche Gepräge wie in dem oben besprochenen Abschnitt: rote und 
graue Sandstein- und fußgroße Konglomerate, von der Korrasion zerfressen, eckiger Schutt, blaues Geröll 
und Kies und Sand. In diese Geröllebene sind überall die Mulden und Pfannen mit feinem Grus und 
Sandboden eingesenkt, die oft sogar 8—10 m Tiefe und 1 km Durchmesser erreichen. Am häutigsten sind 
die kleinen rundovalen, 2—3 m tiefen Schalen mit 20—80 m Breite, die oftmals so dicht nebeneinander 
gedrängt liegen, daß sie nur noch durch schmale Rücken getrennt werden. 
Diese steinige Sand- und Kalksteinhamada — hier El Hammed genannt —, deren kleinste Gerolle 
die Spuren des Sandschliffs — Riefelung besonders auf Kalkstein — zeigen, ist fast vegetationslos. Nur 
bei Sonnenaufgang soll ein schwacher grünlicher Schimmer von kleinen Pflanzen, besonders einer kleinen 
gelbblühenden, graublättrigen Art, zu bemerken sein. 
3. Die Flußtäler der Chebka. 
Plateau und Täler bilden in ihrer äußeren Erscheinung scharfe Gegensätze. Auf den trostlosen 
steinigen Felsflächen der Hamada kann sich nur eine sehr arme Flora entwickeln — hier und da stehen 
einige dürftige Artemisiabüsche und ein paar Graminaceen. Anders in den Grundwassertälern: fast die 
ganze Vegetation hat sich hierher zurückgezogen und ist hier mannigfaltiger entwickelt: frischgrüne 
Büsche von Rhamnus nabeca, die in der Sandwüste so wohlbekannten Rtemstauden und Drinbüschel und 
die an den Abhängen kriechenden dornigen Kabbarsträucher mit ihren großen rosenfarbigen Blumen, 
— auch Kürbisse — beleben die Wadi und bilden Vegetationshügel darin 18 ). 
Das bedeutendste Trockental der Chebka ist das Wadi Mzab. Es hat bald steilere, bald sanftere, 
unscharfe, durch von den Seiten gelegentlich einströmende Gewässer stark zerfurchte Ränder und ist 
häufig mit Flugsand angefüllt. Innerhalb des breiten Wadis treten zwischen feinerem Material Rinnen mit 
grobem Schotter auf, die eigentlichen Abflußrinnen bei Hochwasser. Auch ist ein dunkelgrauer, feiner 
Alluvialschlammboden entwickelt, der teilweise feine Krusten über dem Flugsand bildet und aus stehen 
dem Wasser nach Hochfluten abgesetzt sein dürfte 19 ). Er wird durch den Sandschliff leicht zerstört und 
abgetragen. Ein anderer, ebenso dunkelgrauer Schlammboden mit Kies ist wohl eine ältere Fluß 
ablagerung im Wadi. 
Das Wadi Mzab besitzt zwei Längsstufen mit Hamadaoberfläche; in der Talsohle laufen die Wadi 
rinnen, und Sand, Schlamm, Schotter und Dünen füllen das Bett aus, in dem hin und wieder ein Brunnen 
steht. Das Wadi Mzab verdankt nach Passarge seine Form augenscheinlich dem Wasser, das Prallhänge 
an der konvexen und Gleithänge an der konkaven Seite des Flußbettes erzeugt hat. Die Ufer bestehen 
überall aus den mehrfach genannten roten Konglomeraten. Mit Annäherung an die Kreidetafel des 
Mzab bedecken weiße Kalksteinablagerungen in fußdicken Platten mit örtlicher Kalkkrustenbedeckung 
die Talstufen 20 ). Im weiteren Verlauf bilden völlig horizontale, hellgraue Kalksteinbänke die 20—30 m 
hohen Hänge des Wadi Mzab. In diesem Abschnitt des Tales liegt die Pentapolis des Mzab: die Haupt 
stadt des Plateaus Ghardaia mit den kleinen Städten El Ateuf, Bou Doura, Beni Isgen, Melika, die mit 
Guerrara und Berriane und der Chaanbastadt Metlili die wichtigsten Oasenstädte sind. 
Die Chebkatäler, deren Verlauf häufig durch Bruchlinien vorgezeichnet ist, sind wie die Wadis 
überhaupt Vorzeitformen. Überdies zeigen verschiedene Wadis des Mzab, daß Ablagerung und Ein 
schneidung mehrmals gewechselt haben müssen. 
i. Die Fünfstädte-Flußoase Ghardaia. 
Es sei versucht, an Hand der Aufnahmen und Tagebuchaufzeichnungen Passarges ein Bild dieser 
Oase zu entwerfen. 
ls ) Petermann: Henri Duveyriers Keise in Nordafrika. Pet. Mitt. 1860, S. 57. 
1S ) Passarge, 6. Oktober 1907 (Tagebuch). 
20 ) Passarge, 7. Oktober 1907 (Tagebuch),
	        
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