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Volltext : 48, 1929/1930

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte.  —  48.  Bd.  Heft  2.

Im  Norden  der  Wüste  schließt  eine  Reihe  bedeutender  Chotts  den  Flußlaüf  des  Igharghar  ah.  Der
C  h  o  11  M  e  1  r  i  r  ist  in  eine  Anzahl  kleinerer  Chotts  aufgelöst  und  zeigt  einen  stark  gegliederten  Rand.
Es  liegt  32  m  unter  dem  Meeresspiegel,  seine  östliche  Fortsetzung,  der  Chott  Rharsa  25  m  und  stellt
somit  den  tiefsten  Punkt  des  Ighagharbeckens  dar.  Die  O-Meter-Höhenlinie  umfaßt  beide  Chotts,  „so  daß
sie  bei  Auffüllung  auf  diese  Höhe  einen  See  von  210  km  Länge  und  bis  90  km  Breite  bilden  würden“ 48  * ).
Die  periodischen  Flüsse  des  Aures  verwandeln  zur  Winterregenzeit  die  Oberfläche  in  einen  unpassierbaren ­
  Salzschlamm.
Der  Chott  el  Rharsa  liegt  25  m  unter  dem  Meeresspiegel.  Seine  Tiefe  ist  unbekannt“.  Im
Norden  tritt  er  dicht  an  den  Abfall  des  Saharaatlas  heran,  im  Süden  verliert  er  sich  in  den  Dünen  des  Erg.
An  ihn  schließt  sich  der  in  15  m  Meereshöhe  gelegene  195  km  lange  Chott  Djerid  mit  dem  lang
ausgezogenen  Chott  F  e  d  j  e  d  an.  Beide  werden  knopflochartig  eingefaßt  im  Norden  von  den  Ketten
des  Cherb  und  im  Süden  von  denen  des  Tebaga,  im  Westen  besteht  eine  breite  Verbindung  zum  Chott
Rharsa  durch  14—18  m  hohe  Sandhügel.  Beide  Chotts  haben  hei  Aveitem  nicht  so  viel  Zuflüsse  wie  der
Chott  Melrir,  stattdessen  sind  viele  Quellen  vorhanden.  Auch  ihre  Oberfläche  ist  eine  schmutzige,  ausgetrocknete
  Salzkruste.
Den  östlichsten  Ausläufer  dieser  Chotts  bildet  der  kleine  Salzsee  des  Chott  el  Hameima,  der
27  m  über  dem  Mittelländischen  Meer  liegt.  Unzweifelhaft  hing  er  einst  mit  dem  Chott  Fedjedj  zusammen,
er  wird  nur  durch  niedrige  Sandhügel  des  Erg  el  Hamma  etwa  900  m  von  diesem  getrennt  und  steht  mit
dem  Golf  von  Gabes  durch  das  schon  genannte  Wadi  el  Melah  in  Verbindung.
Außer  diesen  Chotts  gibt  es  noch  eine  große  Anzahl  von  Sebkhen  kleineren  Ausmaßes.  Das  Wadi
Rir  besteht,  wie  bereits  erwähnt,  aus  solchen  sich  aneinanderreihenden  Salzpfannen.  Noch  über
Touggourt  hinaus  bis  Wargla  ziehen  sich  die  Sebkhen  hin,  nordöstlich  von  Wargla  sind  sie  auffallend
an  den  Rand  der  altquartären  Hamada  gebunden,  die  sich  dem  Mzabplateau  im  Osten  vorlagert.  Unter
diesen  seien  die  Chotts  Mourgoui  und  Mouilah  und  die  größere  Sebkha  Safioun  genannt.  In  dem  ganzen
übrigen  Gebiet  des  Ighargharbeckens  und  der  Mzabtafel  treten  Sebkhen  nur  vereinzelt  auf,  wie  die
Sebkha  el  Melah  bei  Ghadames.

b)  die  unbeständigen,  stehenden  Gewässer
treten  nur  lokal  in  Erscheinung.  Es  sind  die  Rhedirs  oder  berberisch  Aguelman  und  die  Tilmas
oder  berberisch  Abankor.  Aguelman  könnte  man  durch  Regenwasserlache  übersetzen.  Es  sind  dies
Pfützen 50 )  an  günstigen  Stellen  eines  Wadibettes,  die  sich  nach  plötzlichen  Regengüssen  mehr  oder  minder
lange  halten.  Sie  sind  also  streng  an  Wadis  gebunden 51 ),  kommen  nicht  außerhalb  der  Flußläufe
vor.  Rhedirs,  die  nicht  nach  kurzer  Zeit  von  der  Sonne  auf  gezehrt  worden  sind,  können  sich  mehrere
Monate  oder  gar  Jahre  hindurch  halten,  werden  aber  dann  durch  unterirdische  Wasser  gespeist 52 ).  Ihr
Vorkommen  ist  häufiger  in  den  südlich  angrenzenden  Hochländern.  Ein  solches  Rhedir  —  bekannt  vor
allem  in  der  Region  der  Maäder  —  wird  in  total  versandeten  Zustand  zum  Tilmas-Abankor.  Es  sind
demnach  so  feuchte  Sandflächen,  daß  ein  leichtes  Graben  mit  der  Hand  ein  kleines  Wasserloch  füllen
würde.
II.  Grundwasser  und  Quellen.
Eine  weit  größere  Bedeutung  als  das  Oberflächenwasser  besitzt  das  unter  der  Erdoberfläche  befindliche ­
  Wassernetz.  Es  folgen  mehrere  Grundwasserlagen  übereinander,  teils  in  den  Schichten  der  Kreide,
teils  in  denen  der  quartären  Alluvionen.  Das  unterirdische  Wasser  in  der  Kreide  steht  —  wie  auch  aus
4S )  Borchardt,  a.  a.  0.,  S.  26.
4i) )  Ginestous,  Esquisse  geol.  de  la  Turn  sie,  1911,  S.  127.
50 )  Regenpfanne  (Auisdrack  von  Passarge).
51 )  Gantier:  Sahara  Algerien,  1908,  S.  15.
52 )  Quellwasserpfanne  (Ausdruck  von  Passarge),
            
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