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Full text: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 2. 
Die Regen fallen oft in Form von heftigen Güssen, die von großer Einwirkung auf die Oberfläche 
des Bodens sind und auch dem Menschen gefährlich werden können. Gewitter sind nicht selten; in 
Touggourt wurden im Mittel im Jahr 7.7 beobachtet. 
Auch Hagelfälle und Schneefälle kommen vor. Der bemerkenswerteste Schneefall war der vom 
Februar 19O 6 20 ). Es schneite an zwei Tagen in El Golea fast ununterbrochen; die Schneedecke betrug 
5—6 cm und erstreckte sich bis zur Oasenkette von Gourara; noch am 6. Februar lag 200 km südlich, bei 
Timmimoun, eine Schneedecke von 3—4 cm Höhe. 
VII. Die Frage der Klimaschwankung. 
Die Frage der Klimaänderung sei hier nur kurz gestreift. Es besteht die Annahme einer ehemals 
feuchteren Klimaperiode für Nordafrika, einer Klimaverschlechterung (zunehmende Hitze und Trocken 
heit) in historischer Zeit. Die Meinungen sind geteilt; für Fischers * 30 ) Argumente für eine Abnahme 
der Niederschläge südlich vom 34. Breitenkreis spricht das Verschwinden der Säugetiere aus 
Nordafrika, der Elefanten und Rhinozeronten, die späte Einführung des Kamels, das erst bei größerer 
Trockenheit seine Lebensbedingungen in der Wüste finden konnte und Pferd und Rind verdrängte. Es 
bestehen auch Erinnerungen und Überlieferungen der Eingeborenen an die Wasserbedeckung eines 
Chotts vor 100 Jahren; auch liegen Berichte über reiche Quellen vor, die jetzt nur dürftig fließen. Barth, 
der auf seinen Reisen durch Nordafrika Baudenkmäler, Grabmonumente, Kastelle, Städte, Dörfer, Post 
straßen und Bewässerungswerke in jetzt völliger Wüste angetroffen hat, berichtet von großartigen 
Dammanlagen in Wadis, die jetzt viel zu wenig Wasser führen, als daß es sich lohnen würde, dieses auf 
zustauen und zu sammeln. Auch der französische Geologe Rolland tritt für eine Austrocknung ein, 
Südlich von Wargla (bei Sedrata) finden sich namhafte Ruinen alter Städte, für die einst bessere Vegetation 
und dichtere Bevölkerung angenommen' werden muß. Barth und Duveyrier haben viele Belege für das 
häufige Vorkommen des Rindes im Altertum gefunden; oftmals finden sich Felszeichnungen mit Dar 
stellungen des Rindes und auch des Pferdes, nie aber ist die Abbildung eines Kamels oder auch nur die 
Andeutung eines solchen Tieres dabei. Dem Haupteinwand der Gegner dieser Theorie begegnet Fischer 
schon im voraus: nicht durch den Menschen ist der Elefant, der erst im Laufe des Mittelalters ver 
schwand, in Nordafrika ausgerottet worden — man vergleiche die Zustände in den dichtbevölkerten 
Gegenden Indiens, in denen sich der Elefant ungemindert behauptet. Außerdem war sein Verbreitungs 
gebiet der Südwesten des Atlas, der in römischer Zeit durchaus nicht so dichtbevölkert und zivilisiert 
war. Es muß für sein Verschwinden ein Ungünstigerwerden der Lebensbedingungen angenommen werden. 
Beweise für und gegen eine Klimaverschlechterung lassen sich mehrere bringen; es sei hier nur 
noch Leiter erwähnt, der auf Grund seiner Untersuchungen des Klimas in Nordafrika zu der Über 
zeugung gekommen ist, daß seit dem Altertum keine klimatischen Veränderungen eingetreten sind. 
Änderungen in der Vegetation und Tierwelt schreibt er, wie auch Gautier, dem Vordringen des Menschen 
zu 31 ). Stärkere Besiedlung sei kein Beweis für größere Feuchtigkeit. 
Die Frage einer Klimaänderung war bisher unentschieden. Es ist aber wohl möglich, daß mit der 
Entdeckung Atlantis’ diese Frage eine neue Beleuchtung erfahren wird. Borchardt geht mit großer 
Vorsicht an die Frage nach den Ursachen für das Verschwinden der Insel Atlantis heran und stellt 
klimatische, tektonische oder morphologische Veränderungen dieser Gegend als möglich hin 32 ). Die 
Entdeckung der Wohninsel Atlantis am Ausgang des Chott Djerid wird mit ihrer Ausgrabung den 
Beweis für das dahintergelegene ehemalige Kulturland Atlantis liefern können und somit auch den 
*> Meteor. Zeitschr. 1906, S. 380. 
30 ) Zur Frage der Klimaänderung im südlichen Mittelmeergebiet und in der nördlichen Sahara. Pet. Mitt. 1883. 
31 ) Ricklis Beobachtungen im Djebel Aurea widersprechen dieser Ansicht: es lassen sich stellenweise viele tote, 
aber noch a.ufrechtstebende Bäume, jia selbst ganze Waldungen, die im Eingehen sind, beobachten. Nach Ansicht 
der Forstverwaltung ist dies eine Folge der ungewöhnlichen sechsjährigen Diiri’eperiode von 1875—1881. 
32 ) Borchardt: Eine bulturgeographische Studienreise nach Siidtnnis. Pet. Mitt. 1928.
	        
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