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Full text: 48, 1929/1930

Lucie Kaehder: Grundlagen und Versuch einer landschaftskundl. Gliederung der nördl. algerischen Sahara. 1B 
Duveyriers Beobachtungen über die Windstärke (in Beaufort-Stärkegraden) ergeben: 
Die mittlere Windstärke in den einzelnen Richtungs 
quadranten ergibt sich hieraus zu: NW—Quadrant 2,4, 
NO—Quadrant 2,5, SO—Quadrant 2,4, SW—Quadrant 
2,3 Beaufort-Stärkegrade. Die Winde scheinen also 
für jede Richtung etwa die gleiche mittlere Stärke 
zu haben. 
Nach Heinke sind in Biskra die nördlichen Winde 
bedeutend stärker (5—7) als die südlichen (2—3). 
Leiter schreibt, daß die Süd- und Südwestwinde 
große Stärke haben und überall wegen der Sandauf 
wirbelungen sehr gefürchtet, aber selten von langer 
Dauer seien. 
Diese gewaltigen Sandaufwirbelungen der süd 
lichen Winde, die unter dem Einflüsse barometrischer 
Minima über dem Mittelmeere erzeugt werden, sind 
in Algerien unter dem Namen Samum oder Scirocco 
(Guebli, Schyhi der Araber) bekannt. In Algerien 
tritt der Samum als Südost- bis Südwestwind orkan 
artig auf und zeichnet sich durch hohe Temperaturen — 45 - 50° — und enorme Trockenheit aus. Er 
dauert 2—3 Tage und kommt in jeder Jahreszeit, besonders aber im Sommer vor. Menschen, Tiere, 
Pflanzen haben unter ihm zu leiden. Der Samum 
beschleunigt die Dattelreife, weshalb man ihn gern 
herbeiwünscht. Wird er andauernd, so vernichtet er 
allerdings die Getreide- und Gemüsekulturen. 
M. L. Petitjean 22 ) hat folgende, hier vereinfacht 
wiedergegebene Figur über die mittleren Luft 
strömungen von Nordafrika für den Sommer (Juli- 
August) entworfen: 
Die Ausbuchtung der Isobare 1015 mb deutet das 
nach N vorgeschobene Tiefdruckgebiet an; sie ist 
entstanden aus der Überlagerung des allgemeinen 
Druckgefälles von N nach S durch ein infolge der 
großen Erwärmung über der Wüste bedingtes ther 
misches Tief mit kreisförmigen Isobaren. 
Dem Tiefdruckgebiet entsprechend, das über der 
Sahara liegt, strömt die Luft von allen Seiten hinein: 
von Nordwesten her ozeanische Kaltluft, der Nord 
ostpassat, aus dem Kern des im NW liegenden 
Azorenhochs ausströmend, nach dem Innern zu teil 
weise abgelenkt von NE nach N und NW. Von der 
passatähnlichen, nordwestlichen Etesienströmung 
über dem Mittelmeer divergiert die Luft im Osten 
unseres Gebietes nach S und W; hier fließt daher 
Mittelmeerluft als NE — also wieder Passatrichtung— 
" > Luftströmung 
——» — — Unstetigkeitslinie (Konvergenzlinie) 
Isobaren in Millibar 
Abbildung 3 
Häufigkeit <1. Fälle 
im 
Mittlere Stärke 
lahr 
Kalmen 
58 
0.0 
N 
22 
1.8 
NNO 
8 
3.0 
NO 
33 
2.7 
ONO 
16 
2.4 
0 
56 
2.3 
OSO 
10 
2.2 
so 
25 
2.7 
SSO 
18 
2.6 
s 
18 
1.7 
SSW 
8 
3.2 
SW 
11 
2.5 
WSW 
4 
1.5 
w 
4 
2.4 
WNW 
3 
2.3 
NW 
18 
2.2 
NNW 
6 
2.8 
S2 ) La Depression sahiarienne, La Meteorologie. Avril 1928.
	        
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