Lucie Kaehder: Grundlagen und Versuch einer landschaftskundl. Gliederung der nördl. algerischen Sahara. 1B
Duveyriers Beobachtungen über die Windstärke (in Beaufort-Stärkegraden) ergeben:
Die mittlere Windstärke in den einzelnen Richtungs
quadranten ergibt sich hieraus zu: NW—Quadrant 2,4,
NO—Quadrant 2,5, SO—Quadrant 2,4, SW—Quadrant
2,3 Beaufort-Stärkegrade. Die Winde scheinen also
für jede Richtung etwa die gleiche mittlere Stärke
zu haben.
Nach Heinke sind in Biskra die nördlichen Winde
bedeutend stärker (5—7) als die südlichen (2—3).
Leiter schreibt, daß die Süd- und Südwestwinde
große Stärke haben und überall wegen der Sandauf
wirbelungen sehr gefürchtet, aber selten von langer
Dauer seien.
Diese gewaltigen Sandaufwirbelungen der süd
lichen Winde, die unter dem Einflüsse barometrischer
Minima über dem Mittelmeere erzeugt werden, sind
in Algerien unter dem Namen Samum oder Scirocco
(Guebli, Schyhi der Araber) bekannt. In Algerien
tritt der Samum als Südost- bis Südwestwind orkan
artig auf und zeichnet sich durch hohe Temperaturen — 45 - 50° — und enorme Trockenheit aus. Er
dauert 2—3 Tage und kommt in jeder Jahreszeit, besonders aber im Sommer vor. Menschen, Tiere,
Pflanzen haben unter ihm zu leiden. Der Samum
beschleunigt die Dattelreife, weshalb man ihn gern
herbeiwünscht. Wird er andauernd, so vernichtet er
allerdings die Getreide- und Gemüsekulturen.
M. L. Petitjean 22 ) hat folgende, hier vereinfacht
wiedergegebene Figur über die mittleren Luft
strömungen von Nordafrika für den Sommer (Juli-
August) entworfen:
Die Ausbuchtung der Isobare 1015 mb deutet das
nach N vorgeschobene Tiefdruckgebiet an; sie ist
entstanden aus der Überlagerung des allgemeinen
Druckgefälles von N nach S durch ein infolge der
großen Erwärmung über der Wüste bedingtes ther
misches Tief mit kreisförmigen Isobaren.
Dem Tiefdruckgebiet entsprechend, das über der
Sahara liegt, strömt die Luft von allen Seiten hinein:
von Nordwesten her ozeanische Kaltluft, der Nord
ostpassat, aus dem Kern des im NW liegenden
Azorenhochs ausströmend, nach dem Innern zu teil
weise abgelenkt von NE nach N und NW. Von der
passatähnlichen, nordwestlichen Etesienströmung
über dem Mittelmeer divergiert die Luft im Osten
unseres Gebietes nach S und W; hier fließt daher
Mittelmeerluft als NE — also wieder Passatrichtung—
" > Luftströmung
——» — — Unstetigkeitslinie (Konvergenzlinie)
Isobaren in Millibar
Abbildung 3
Häufigkeit <1. Fälle
im
Mittlere Stärke
lahr
Kalmen
58
0.0
N
22
1.8
NNO
8
3.0
NO
33
2.7
ONO
16
2.4
0
56
2.3
OSO
10
2.2
so
25
2.7
SSO
18
2.6
s
18
1.7
SSW
8
3.2
SW
11
2.5
WSW
4
1.5
w
4
2.4
WNW
3
2.3
NW
18
2.2
NNW
6
2.8
S2 ) La Depression sahiarienne, La Meteorologie. Avril 1928.