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Full text: 48, 1929/1930

Lueie Raelider: Grundlagen und Versuch einer landsehaftskundl. Gliederung der nördl. algerischen Sahara. 
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in die Sommermonate fällt. Wie im benachbarten Mittelmeergebiet sind hier die trockensten Monate 
Juli und Aiugust, während die spärlichen Regen am Fuße des Atlas im Frühling und Herbst fallen. 
Gewitterregen treten in den Wüsten nur ausnahmsweise ein, sind aber dann wie auch in den Steppen 
von derartiger Ergiebigkeit, daß nicht nur die sonst trockenen Flußbetten sich in wenigen Stunden mit 
reißenden Strömen füllen, sondern auch ganze ebene Flächen scbichtfiLutartig überströmt werden und 
so eine flächenhafte Erosion stattfinden kann. Nach Koppen liefern einzelne Gewitterregen bis zu einem 
Viertel der ganzen Regenmenge des Jahres. 
An dem Golf von Gabes 5 6 ) stellen sich zwar seltene und schwache, so doch zeitlich regel 
mäßige Winterregen ein. Die Temperaturen sind verhältnismäßig niedrig. Die tägliche Temperatur 
schwankung sinkt gegenüber dem Binnenland der Wüste von 10—20° auf 4—8° herab, und die relative 
Feuchtigkeit ist während des Sommers viel höher als im Innern. Da im Winter im Norden die Luft 
wegen des warmen Mittelmeers nicht kälter ist als im Süden, ist der Temperaturwechsel von Tag zu 
Tag sehr gering. Heiße staubführende Winde aus dem Innern — Samume — kommen hier unter dem 
Einfluß barometrischer Minima auf dem Mittelmeer im Frühling an je 4—5 Tagen im Monat vor, sonst 
überwiegen besonders von April bis Oktober die nordwestlichen Winde“). 
Es sei versucht, aus den vorhandenen meteorologischen Beobachtungen an Hand von Tabellen die 
einzelnen Orte der nördlichen algerischen Sahara in klimatischer Hinsicht kennenzulernen. Leider sind 
die Beobachtungen nicht einheitlich; die Beobachtungsdaten der einzelnen Stationen umfassen nicht 
immer oder höchst selten den gleichen Zeitraum, auch schwankt ihre Zahl beträchtlich. Ebenso fehlen 
oft die näheren Angaben der Beobachtungsdauer, die zum Vergleich notwendig sind. 
I. Temperaturverhältnisse. 
Die Temperaturverhältnisse veranschaulicht folgende Tabelle, die nach den Angaben in Köppens 
Tabellen zusammengestellt werden konnte unter Hinzufügung einiger Werte aus Hanns Klimatologie 7 ), 
wobei die Übereinstimmung der Hannschen und Köppenschen Zahlen vorhanden ist: 
Ort 
Nördliche 
Breite 
Höhe in 
Metern 
Zahl der 
Beob.Jahr. 
Te 
Jahres 
mp erat! 
wärmst. 
M onats 
irmittel 
kältest. 
Monats 
ln C° d 
Max. 8 ) 
es 
Min. 8 ) 
Abs 
Ext 
Max. 
Jute 
reme 
Min. 
Monat mit der 
größten | kleinsten 
Tagesschwankung 
der Temperatur 
Biskra 
34.8° 
120 
19 
20.7 
31.9 
10.6 
45 
i 
47.6 
- 1.4 
Gabes 
33.9° 
10 
<6 
19.5 
27.4 
10.5 
— 
— 
— 
— 
Chott Djerid 
33.9° 
50 
<6 
21.4 
32.6 
10.0 
— 
— 
— 
— 
Laghnat 
33.8° 
750 
20 
17.0 
28.3 
7.0 
42 
-4 
44.0 
-8.7 
Ayata 
33.5° 
40 
14 
20.6 
32.2 
9.3 
47 
1 
49.8 
-1.7 
16.1 August 
11.1 Januar 
Chardaia 
32.6° 
540 
10 
20.5 
33.9 
8.4 
47 
0 
48.0 
-1.0 
18.6 Juli 
11.8 Jauuar 
Wargla 
31.5° 
225 
10 
22.3 
34.3 
10.8 
49.3 
-1.8 
51.0 
-5.0 
EI Golea 
30.5° 
380 
10 
21.5 
34.1 
9.5 
48 
-3 
49.2 
-4.7 
19.8 August 
15.8 Dezbr. 
Die Tabelle zeigt die stetige Zunahme der Lufttemperatur und die Vergrößerung der Extreme von der 
Küste bis ins Innere der Wüste, entsprechend der zunehmenden Kontinentalität unter Berücksichtigung 
der Temperaturabnahme mit der Höhe. Der kälteste Monat ist überall der Januar, der wärmste der Juli. 
Während an der Küste selbst Temperaturmaxima von 40° sehr selten sind, werden in der Sahara 
(Wargla, Touggourt) Höchstwerte von 50° erreicht; bei Biskra scheinen 48° das Maximum zu sein. Die 
absoluten Minima liegen z. T. weit unter 0°. 
Die tägliche Schwankung ist im Winter kleiner als im Sommer und wird nach dem Wüsteninnern 
zu größer. 
5 ) Passarge, Grundlagen II S. 53: Heißes Wimteregen klinia. 
6 ) Koppen, S. 180. 
7 ) Hann, Handbuch der Klimatologie, 3. Auflage. 1911. 
s ) Vieljährige Mittel der in jedem Jahr beobachteten höchsten und niedrigsten Temperatur.
	        
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