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Volltext: 48, 1929/1930

Walter Knoche: Der „Anstrocknungswert“ als klimatischer Faktor. 
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(62) Siehe Hann, Handb. d. Meteorol. (1915), p. 217/18. Die Verdunstung beträgt nach Oraig in 
Unter-Aegypten 133cm, in Ober-Aegypten 283cm, im nördlichen Sudan 402cm; nach Dr. Luetgens 
auf dem Meere zwischen 50° und 60° 45 cm, im Passat 22 cm. 
Während nun die Verdunstung bei Windstille für jede beliebige Wasseroberfläche die gleiche ist, 
wird sie bei Wind über der Oberfläche eines Verdunstungsgefäßes beträchtlich höher. Bei einer Ober 
fläche von beispielsweise % qm, wie wir sie annahmen, ist die Verdampfung gegenüber einer ausge 
dehnten Oberfläche bei 2 km stündlicher Windgeschwindigkeit um 27%, bei 5 km um 59% und von 10 km 
ab um 78 % höher. Die Tafelwerte sind also für ausgedehnte Wasserflächen um die angegebenen Werte 
zu erhöhen. 
(63) Vergl. (45). Der dort angeführte Wert 6 gehört der allgemeinen Skala an und wäre mit 0,023 zu 
multiplizieren, um mit den hier angegebenen bioklimatischen Stufen verglichen zu werden. 
(64) Es ist beachtenswert, daß jede höhere Stufe ein größeres Intervall einschließt, welches bei den 
hohen Werten stark anwächst. Die (bioklimatische) Stufe VII hat den gleichen Umfang wie die 6 vor 
hergehenden zusammengenommen, und Stufe VIII kann ein Mehrfaches der Summe der 7 vorhergehen 
den Stufen umfassen. 
(65) Auch die atmosphärischen Niederschläge würden sich in Stufen ordnen lassen. Zum Beispiel 
könnte man auf den Monat bezogen folgende Stufen auf stellen: 
Niederschlagsskala. 
Niederschlagszustand Stufen Niederschlagswert 
außerordentlich reichliche Niederschläge . . . 
I 
> 
25 
cm 
sehr reichliche Niederschläge 
II 
18 — 
24,9 
cm 
reichliche Niederschläge 
III 
11 — 
17,9 
cm 
ziemliche reichliche Niederschläge 
IV 
7 — 
10,9 
cm 
normale Niederschlagsmenge 
V 
4 — 
6,9 
cm 
ziemlich niederschlagsarm 
VI 
2 — 
3,9 
cm 
niederschlagsarm 
VII 
0,6 — 
1,9 
cm 
sehr niederschlagsarm oder keine Niederschläge 
VIII 
0 — 
0,5 
cm 
Sieht man von geomorphologischen Faktoren ab (Abfluß, Infiltration usw.), so könnte man ver 
sucht sein, die monatlichen Niederschlags- und Austrocknungswerte zu ver 
binden und durch Multiplikation der Skalenwerte einen neuen klimatischen 
Ausdruck zu schaffen. Es entstünden theoretisch 64 verschiedene Produkte, deren Extreme 
die folgenden wären: 
VIII X VIII = 64 
(Verdunstung) (Niederschläge) 
d. h. außerordentlich große Verdunstung bei geringsten Niederschlägen, und 
I X I = 1 
d. i. außerordentlich geringe Verdunstung bei größten Niederschlägen. 
(66) Dies erscheint paradox, obwohl allgemein bekannt ist, daß schon ein schwacher Luftzug das 
Trocknen der Wäsche sehr stark beschleunigt, oder daß, auch bei milder Temperatur, sich der in 
Schweiß geratene Körper unter dem Einfluß dadurch erhöhter Verdunstung oft in gesundheitsschäd 
licher Weise abkühlt (vergl. (52)). 
Ein gutes Beispiel für die Größe des Austrocknungswertes bei bewegter Luft ist die Her 
stellung des Trockenfleisches (Charqui). In Europa ist die Vorstellung verbreitet, daß
	        
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