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Full text: 48, 1929/1930

Walte i' Knoche: Der „Austrocknungswert“ als klimatischer Faktor. 
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Staubhaut an hohe Verdunstungswerte gebunden ist (Pet. Mitt. 1926, S. 274 f.; Formenschatz der nord 
chilenischen Wüste 1927). 
Die elektrischen Entladungen, die besonders bei Erdbeben häufig in Nord- und bis in das etesiale 
Mittelchile beobachtet werden, sind gleichfalls auf den außerordentlich hohen Austrocknungswert der 
Erdkruste, verbunden mit dem Mangel an fließendem Wasser, zurückzuführen. Gerade da eine Verbin 
dung mit fließendem Wasser oder Grundwasser und damit mit dem Meere fehlt, ist für außerordentlich 
große Teile der Oberfläche, seien es Schotter, Vulkane oder Liparitdecken, eine beträchtliche Spannungs 
differenz einmal gegenüber dem O-Potential (Ozean) vorhanden, während weiter Spannungsdifferenzen 
zwischen den verschiedenen Gesteinsschichten bestehen. Geraten diese infolge heftiger Erdstöße in Be 
wegung, wobei mitunter auch eine erhebliche Staubentwicklung erfolgt, so finden als Folge der Friktion, 
etwa von Schottermassen gegen Grundgebirge oder von Staub gegen Luft, stille elektrische Entladungen 
gelegentlich großen Ausmaßes statt. 
(58a) Je nach der Reduktion wird die Vergleichbarkeit der Werte Aenderungen unterworfen sein; 
eigentlich müßte sie für jede Station gesondert vorgenommen werden. Es wurde bereits darauf hinge 
wiesen, daß bei Wind die Werte in Kopfhöhe von denen in Fußhöhe verschieden sind. 
(59) W. Knoche, La evaporación antropoclimatalógica en Chile (mit einer kartographischen Dar 
stellung), Rev. Médica de Chile 1925, No. 1—2, S. 62 u. f. 
In den Tabellen 4 und 5 bedeutet d die Oberflächentemperatur des durch die Sonnenstrahlen er 
hitzten Bodens; 6 wird benutzt, um den geoklimatisehen Austrocknungswert S g 5c resp. S g <5 v zu bestim 
men. r ist die Temperatur eines Maximum-Schwarzkugel-Thermometers und dient zur Berechnung der 
bioklimatischen Oberflächentemperatur P rc resp. Prw Diese Oberflächentemperaturen werden zur Be 
stimmung eines (angenäherten) bioklimatischen Austrocknungswertes bei Sonnenstrahlung (S Prc resp. 
Sprv) benutzt, wobei die Vincentsche Formel für die Oberflächentemperatur in folgender Weise zur 
Anwendung kommt: 
30.1° + 0.2t° + 0.2d — v (4.12 — 0.13t°) worin d = r — t. 
Die 2 p Uhr-Werte der Tabelle 4 zeigen, verglichen mit den Mittelwerten der Tabelle 3, die folgen 
den Abweichungen: 
Sgo (2p) ist in Punta Arenas und Valdivia (Januar und Juli) nicht höher, in Santiago (Januar und 
Juli) doppelt so hoch, in Chuquicamata (Januar) 60 % höher und in Collahuasi (Januar und Juli) minde 
stens doppelt so hoch als das Mittel. 
Spc (2p) ist in Punta Arenas (Januar und Juli) 30% höher, in Valdivia (Januar und Juli) ungefähr 
ebenso hoch, in Santiago (Januar und Juli) ein wenig, in Chuquicamata (Januar) um 20 % höher und in 
Collahuasi (Januar und Juli) ungefähr ebenso hoch wie das Mittel. 
Sp v (2p) ist in Punta Arenas (Januar und Juli) 4 mal so hoch, in Valdivia (Januar und Juli) 2 bis 
2'A mal, in Santiago (Januar und Juli) und in Chuquicamata (Januar) mindestens 2 mal, in Collahuasi 
(Januar und Juli) mehr als 3 mal so hoch als der Mittelwert. 
Betrachtet man den geoklimatisehen Austrocknungswert für 2p Uhr im Winter (Juli) unter Be 
rücksichtigung der beobachteten Bodentemperatur (Erdboden-Thermometer), streng genommen die ein 
zige Art, den wirklichen Austrocknungswert zu bestimmen, so findet sich in Santiago keinerlei Unter 
schied zwischen den Werten S g sc resp. S^öv einerseits und den Werten S gc resp. S gv andererseits. 
Im Sommer (Januar) hingegen werden die geoklimatisehen Austrocknungswerte bei Einsetzung der wah 
ren Bodentemperatur 3 bis 4 mal größer als bei Gleichsetzung der Luft- mit der Bodentemperatur. 
Die 2p Uhr-Mittelwerte für die bioklimatische Austrocknung sind, wenn man den Einfluß der 
Strahlung auf die Hauttemperatur als Annäherung mit in Betracht zieht, für Collahuasi (Januar und 
Juli) und für Chuquicamata (Januar) sowohl bei Windstille als auch bei Wind fast doppelt so hoch wie
	        
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