Walter Knoche: Der „Austrocknungswert“ als klimatischer Faktor.
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(49) Siehe B i g e 1 o w, I. c., p. 123.
(50) Siehe W. Knoche, 1. c. (21).
(50a) Die Bigelowschen Funktionen F (w), die zur Ausrechnung der Austrocknungswerte bei Wind
notwendig sind, werden durch folgende Tabelle gegeben:
W; km/h 0123456 789
F (w) 1,000 1,148 1,274 1,392 1,493 1,592 1,667 1,712 1,746 1,762
W; km/h 10 15 20 25 30
F (w) 1,777 1,782 1,782 1,782 1,782
(51) Um die Kurven in Fig. 2 und Figur 3 vergleichbar zu machen, wurden rechts die Werte S gc
resp. Sp C eingetragen.
(52) Der Austrocknungswert S gv hat eine ganz besondere Bedeutung für das Pflanzenreich (Ein
stellung der Pflanzen gegen die Verdunstung bei Wind). Es darf nicht vergessen werden, daß S gv
veränderlicher ist als S gc , da der Wind ein stärker veränderliches Element ist als die Temperatur und
der Dampfdruck (vergl. W. Knoche „La evaporación en Chile“, 1. c. (21)).
(53) Auch irgend eine andere von der Vincentschen verschiedene Formel wird zu ähnlichen Re
sultaten in bezug auf P v und S Py führen.
(54) Diese Bedingungen dürften physiologisch von Bedeutung sein.
(55) Da die Körpertemperatur durch die Luftbewegung eine Abnahme erleidet, die erheblicher
ist als die durch die Lufttemperatur erzeugte, so kann man auf die Werte S Pv , also auf Austrocknungs
werte, allein keine Gefühlsskala aufbauen (vergl. (45)), da, wie oben erwähnt, die Dornosche Abkühlungs
größe zu berücksichtigen ist.
(56) In der Einleitung wurde auf die unangenehmen Folgen der Trockenheit in der Puna und in
der Kordillere hingewiesen. Der niedere Luftdruck kann in doppelter Hinsicht gefährlich werden, ein
mal, weil er den Sauerstoffmangel direkt bedingt, weiter, weil er beträchtlich zur Steigerung des an sich
schon hohen Austrocknungswertes beiträgt. Zu diesen physikalischen Ursachen kommt noch eine phy
siologische. Die verdünnte Luft der großen Höhen entzieht dem Körper weniger Wärme (s. Hann,
Handb. d. Klimatol. 1911, I, p. 13), und hierdurch kann eine Erhöhung der Körper- resp. Hauttempera
tur eintreten, die wiederum den Austrocknungswert vergrößert (vergl. (19)).
(57) Siehe W. Knoche, Breve información sobre la ley de evaporación, etc., Rev. de Historia y
Geogr., No. 23. 1916, pp. 120—137.
Bei der Bearbeitung des Salpeters selbst hat der hohe Austrocknungswert gleichfalls seine Bedeu
tung, da der Kristallisationsprozeß, der in großen Pfannen, den „Bateas“, vor sich geht, von ihm abhängt.
(58) Vergl. W. Knoche, Verteilung des Niederschlagsüberschusses bzw. -defizits in Chile. Me-
teorol. Ztsch. 1923, S. 343—345.
Als ein Folge des excessiven Austrocknungswertes der Luft, zusammen mit der Niederschlagslosig-
keit, ist auch das „Reich der konzentrierten Lösungen“, welches sich in den ungeheuren Salzlagern der
Provinzen Tarapacä und Antofagasta findet, zu betrachten. Es besteht hier ein Wechselspiel von selten
sten Transporten von Salzlösungen durch Regenfluten (Avenidas) und raschestem Wiederverdunsten,
wodurch primäre Lagerungen in sekundäre u. f. verwandelt werden. Oder örtliche Nebel (Camanchaca)
lösen die Salze an der Oberfläche, die Lösung dringt bis zu einer geringen Tiefe ein, und es findet bei
kapillarem Aufsteigen ein Wiederver dunsten statt. Ein kapillares Aufsteigen aus größeren Tiefen und
Verdunsten ist besonders bedeutsam für die Abscheidung gelöster Stoffe aus Grundwasserströmen,
welche, aus dem Abflußgebiet der Puna kommend, am Ostabhang der Küstenkordillere gestaut, unter
den Ablagerungen des nördlichen Längstals fließen. Die Entstehung der Salpeterlager kann
vielleicht gleichfalls auf die überaus hohen Austrocknungswerte, wie sie zeitweise auf treten (in Verbin
dung mit Niederschlagsmangel) zurückgeführt werden; statische Entladungen sind allenthalben im Innern