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Volltext: 48, 1929/1930

Walter Knoche: Der „Anstrocknungswert“ als klimatischer Faktor. 
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den Einfluß des nach Ort und Zeit so wechselvollen Außenklimas geschützt sind (Wert der Nasen 
atmung), um so mehr als die Oberflächentemperatur der Schleimhäute ziemlich konstant und ihre 
Wasserahgabe permanent ist. 
Unter sehr extremen Bedingungen (bei äußerster Lufttrockenheit und gleichzeitiger Abkühlung 
der Schleimhäute durch die Außentemperatur) kommt es schließlich doch dahin, daß die Wasserabgabe 
der Schleimhäute in sehr beträchtlichem Grade abnimmt (Austrocknen des Mundes und der Kehle). 
In großen Höhen ist dieser Vorgang naturgemäß noch ausgesprochener. Die Atemfrequenz und die 
Atemvertiefung werden gehoben, so daß eine Verstärkung der Luftbewegung (Inspiration) zustande 
kommt und (entsprechend der Bedeutung der Windbewegung für die Hauttemperatur) die Austrock 
nung der Schleimhäute dauernd zunimmt. 
Aus diesem Grunde, d. h. wegen Aenderung der Luftbewegung infolge Atemfrequenz und Atem 
vertiefung, ist auch für die Untersuchungen an der Schleimhaut der Austrocknungswert geeigneter als 
das physiologische Sättigungsdefizit, eine Eignung, die bei pathologischen Zuständen mit Erhöhung 
der Mundtemperatur noch betonter wird (vergl. 0. D o r n o, Über kombinierte meteorol.-physikalische 
Klimastudien, Ztschr. f. d. ges. physikal. Therapie, Abt. A, Bd. 34, H. 4, 1927, S. 164.). 
Wenn die Schleimhäute der Vorhöfe nicht mehr imstande sind, genügend Wasser zu sekretieren, 
so findet die Mischung der trockenen Außenluft tiefer, in der Trachäa oder in den Bronchien, statt. 
In diesem Falle besteht unter Umständen eine direkte Gefahr infolge der Austrocknung, ganz beson 
ders wenn, wie oben erwähnt, eine Bergkrankheit vorhanden ist (Unterdrückung des Sauerstoffzutritts 
durch Speichelschlucken). Auch die Blutungen aus Lunge und Nase sind unschwer mechanisch als Folge 
der Austrocknung zu erklären. 
Doch ist der bioklimatische Austrocknungswert für die Haut (bei Windstille) auch für den Aus 
trocknungswert der Respirationsorgane durchaus nicht ohne Bedeutung. 
(34) Diese Anschauung ist nicht unberechtigt, wenn es sich um größere Wassermengen handelt. 
Die Oberflächentemperatur verläuft dann in anderer Weise, da die Extreme sich verschieben. Bei feuch 
ten Gegenständen (Vegetation) kommt ferner eine Verminderung der Oberflächentemperatur durch 
Verdunstung (Wind) in Betracht. 
(35) Vergl. Bigelow, 1. c. (20), p. 123/24. 
(36) Bei Schmelzen von Eis haben wir unter Einfluß der Strahlung Oberflächentemperaturen von 
0°, d. h. des Schmelzwassers, wie hoch auch die Schattentemperatur sei. 
(37) Vergl. Bigelow, 1. c. (20), p. 16 ff. 
(38) Bei bekleidetem Körper und niedriger Außentemperatur würde der Unterschied zwischen den 
beiden Werten verhältnismäßig noch größer sein. 
(39) Wir haben hier, um e zu eliminieren, e = 1 angenommen, obwohl bei — 30° die Dampfspan 
nung 0,3 mm nicht übersteigen kann. Hieraus folgt, daß die Unterschiede in Wirklichkeit noch größer 
werden. 
(40) Ein Kurvenblatt mit größerer Skala wäre vorzuziehen, da man dann für jedes e und t den 
Austrocknungswert entnehmen könnte. 
(41) Man beachte, daß bei den (winterlichen) Temperaturen der kältesten Gebiete der Erde sehr 
geringe relative Feuchtigkeiten kaum Vorkommen; die relative Feuchtigkeit sinkt hier selten unter 50%. 
(42) Dies ist der Fall, wenn wir bei Werten von e, die größer als 15—16 mm sind, eine konstante 
Hauttemperatur annehmen. Für das ganze Gebiet, welches klimatisch der Schwüle angehört, hängt 
also die Evaporationskraft linear von der absoluten Feuchtigkeit ab. 
(43) Die Verdunstung nimmt nur bei sehr geringen Temperaturwerten mit 
außergewöhnlicher Geschwindigkeit ab. Zeigt beispielsweise eine verdunstende Ober
	        
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