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Aus dein Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Nr. 6.
ordentlich steil nach dem ziemlich tiefen Boden des Beckens ab. Der größte Tiefenquotient wird bei d
erreicht, da hier die größte absolute Tiefe mit einer starken Einengung des Beckens zusammenfällt.
Ein Profil davon läßt sich leider nicht zeichnen, da die Lotungen hier zu vereinzelt sind.
11. Zur Berechnung des Nyassa-Sees wurde die englische Karte vom Jahre 1901 im Maßstab 1:1000000
verwandt:
„Lake Nyasa. Compiled from the observations of Lieuts. E. L. Rhoades and W. B. Phillips R. N. R.
of the British Central Africa Protectorate.“
Es wurden folgende Profile gelegt:
a) Ganze Länge im Polygonzug, Tiefenquotient 609 :6758 (Prof. 11a, Taf. 4).
b) Durch die stärkste Verengung des nördlichen Beckens Ruarwe — Punkt 11° 1' S, 34° 35' O,
Tiefenquotient 679 :36,2.
c) Durch die tiefste Stelle, 11°12'S, 34° 11,5'0 — 11° 9'S, 34°42'0, Tiefenquotient 706:62,6.
d) Durch die größte Breite des Sees in der Richtung der Breitenkreise (11° 46'), Tiefenquotient
410 :116,2.
e) Weiter südlich in der Richtung der Breitenkreise (12° 35'), Tiefenquotient 311 :76,6 (Prof. Ile,
Taf. 4).
f) Durch die Erweiterung im Süden, Chindunga—Limgwena, Tiefenquotient 128 :93,4.
Der Nyassa-See, der seine Entstehung auch den ostafrikanischen Grabenbrüchen verdankt, zeigt in
seiner Längserstreckung eine gleichmäßig konvexe Bodenform. Die größeren Tiefen liegen mehr im
Norden. Die Querprofile zeigen eine Abnahme der Konkavität von Norden nach Süden. Der größte
Tiefenquotient wird im Profil b an der schmälsten Stelle der größten Eintiefung erreicht. Nach Süden
zu wird der See gleichmäßig flacher, so daß im Profil f beinahe ein ebener Seeboden auftritt.
12. Eine wesentlich andere Bodenform zeigt der Comer-See. Als Grundlage wurde die Karte vom
italienischen militärisch-geographischen Institut 1907 im Maßstab 1 :50 000 verwandt.
Es wurden folgende Querschnitte berechnet:
a) Ganze Länge im Polygonzug Sorico — S. Giorgio, Tiefenquotient 410 : 50,9 (Prof. 12a, Taf. 4).
b) Durch das nördliche Becken in der Richtung der Breitenkreise (46° 6') Rovezzano — Dorio,
Tiefenquotient 205 :0,213.
c) In der Mitte vor der Teilung in die beiden Arme in der Richtung der Breitenkreise (46° 0'),
Tiefenquotient 286 : 0,345 (Prof. 12 c, Taf. 4).
d) Como-Arm Colonno — Ponisio, Tiefenquotient 396,5 : 0,095.
e) Como-Arm durch die tiefste Stelle in der Richtung der Breitenkreise (45° 55,5'), Tiefen
quotient 410 :0,044.
f) Como-Arm schmälste Stelle Torriggia — Careno, Tiefenquotient 407 : 0,0082 (Prof. 12f, Taf. 4).
g) Como-Arm Carate Lario — Molina, Tiefenquotient 275:0,0747.
h) Lecco-Arm in der Richtung der Breitenkreise (45° 56,5'), Tiefenquotient 163 :0,1081.
Hier tritt also unter den untersuchten Meeren und Seen das erste Mal der Fall ein, daß ein Wasser
becken in allen seinen Richtungen konkav ist. Sogar in der größten Länge ist die Konkavität noch
äußerst stark. Die anderen Profile erreichen durchweg für die Tiefenquotienten unter sämtlichen
betrachteten Hohlräumen bei weitem die größten Werte. Dies hängt natürlich mit der Entstehung des
Corner-Sees zusammen. Die Querschnitte, insbesondere das Längsprofil, zeigen sehr deutlich, daß das
Eis ihn wohl kaum geschaffen haben kann, wie sehr oft angenommen wird. Vielmehr ist er nach meiner
Ansicht ein Einsturzbecken, das nachträglich glazial überarbeitet worden ist. Den Maximalwert des