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Full text: 48, 1929/1930

48. Bd. Nr. 6. 
l(j Ans dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 
Dadurch würde das Bild einmal unnatürlich verzerrt werden, und zum anderen würde es auch nicht 
anschaulich wirken. Dies könnte dadurch behoben werden, daß ein größerer Krümmungsradius gewählt 
würde. Das ist jedoch nicht möglich, da sonst die Zeichengeräte nicht ausreichen würden und anderer 
seits dann bei der geringen Pfeilhöhe die wirklichen Tiefen überhaupt nicht sichtbar sein würden. So 
blieb als einziger Ausweg eine stärkere Verkleinerung der kritischen und damit natürlich auch der 
wirklichen Tiefe. Diese wurden nun im Verhältnis 1 : 1000 000 verkürzt, also gegenüber dem 
Krümmungsradius nur um das Zehnfache überhöht. Dadurch ergab sich dann für die Länge der Strecke 
Punta Bianca — St. Louis im Profil ein Wert von 75,9 cm, was einem Maßstab von 1 : 3118 577 entspricht. 
7. Die Celebes-See: 
a) Westlicher Teil C. Rivers — Bilatan, Tiefenquotient > 4000:3397. 
b) Östlicher Teil in der Richtung der Meridiane (123° 15') durch die größte Beckenerstreckung 
und gleichzeitig größte Tiefe Pt. Flecha — Balang ltang, Tiefenquotient > 5000 :9666. 
c) Quer durch das Becken C. Kandi (Dako) — Gran (Mindanao), Tiefenquotient 5112 : 7279. 
d) Quer durch die größte Tiefe, von der östlichsten der Samal-Inseln (Tonkil) nach der Siau- 
Insel, Tiefenquotient 5112:5114. 
(Karte: Nr. 72 aus Stielers Handatlas, Maßstab 1:12 500 000.) 
Die Celebes-See zeigt also in dem Profil d) durch die größte Tiefe gerade eine ebene Bodenform. 
Infolgedessen stellt die Wassermasse gerade einen Kreisabschnitt dar. Im Osten zeigt sich allerdings 
eine kleine Abweichung, da hier eine verhältnismäßig große Tiefe bis nahe an den Rand des Profiles 
reicht. Die Profile b und c, die auch beide durch das tiefste Becken der Celebes-See gehen, haben eine 
ziemlich große Oberflächenausdehnung, so daß die kritische Tiefe die wirkliche übersteigt. Im westlichen 
Teil (Profil a) aber tritt sogar eine Konkavität auf. Im Ganzen genommen ist also die Celebes-See im 
Verhältnis zu ihrer Oberflächenerstreckung ziemlich stark eingetieft, eine Ei-scheinung, der man sonst 
bei Meeresteilen nicht leicht begegnet. 
Wegen der Unzulänglichkeit der zur Verfügung stehenden Karten konnte ein Profil nicht 
gezeichnet werden. 
8. Unter den Seen ist natürlich der größte See der Welt, der Kaspisee oder das Kaspische Meer, von 
besonderer Wichtigkeit. Er wurde in folgenden Querschnitten untersucht: 
a) Durch die größte Längenerstreckung O. Teljadschi — Gassan abad, Tiefenquotient 853 : 24 663 
(Prof. 8a, Taf. 3). 
b) Nördliches Becken quer G. Petrowsk — nach dem Punkt 42° 23' N, 52° 35'O, Tiefenquotient 
589 : 3354 (Prof. 8b, Taf. 3). 
c) Durch die größte Tiefe des nördlichen Beckens im Breitenkreis (41° 51' 39") östlich von 
Kullar — M. Sue, Tiefenquotient 896 : 2032 (Prof. 8c, Taf. 3). 
d) Trennungslinie der beiden Becken (schmälste Stelle) Abscheronski Majak — M. Kuuli, Tiefen 
quotient 239 : 799. 
e) Durch die größte Tiefe des südlichen Beckens Kurinskaja kosa — nach dem Punkt 38° 32' N, 
3° 59' O (Prof. 8e, Taf. 3). 
Der Kaspisee ist in seiner ganzen Ausdehnung eine recht flache Mulde, die durch eine Linie 
zwischen der Halbinsel Apscheron und Kresk Nowoskje in zwei Becken getrennt ist (Prof. 8a, Taf. 3). 
Trotzdem das südliche von ihnen die absolut genommen große Tiefe von 946 m besitzt, wird 
nirgend die kritische Tiefe erreicht. Das Kaspische Meer ist also in allen seinen Teilen konvex. Die 
Profile 8c (Taf. 3) und 8e (Taf. 3) zeigen Schnitte durch die beiden Becken. Hier treten die größten 
Werte des Tiefenquotienten auf.
	        
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