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Full text: 48, 1929/1930

Herbert Kestner: Die kritische Tiefe bei Meeresteilen und Binnenseen. 
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k) Durch die größte Beckenausdehnung des nördlichen Teils Pissen (Kurland) -Sandliamn, Tiefen 
quotient 219 :1372,3 (Prof. 5k, Taf. 2). 
1) Zwischen Gotland und öster-Götland Störkläppen— Nyrefsudde, Tiefenquotient 128:134,1 
(Prof. 51, Taf. 2). 
(Für i) bis 1) Karte: Die Ostsee nördlicher Teil, Maßstab 1:400 000, Reichsmarineamt 1906, (I, 2).) 
Allgemein kann man sagen, daß die Ostsee bis in ihre kleinsten Teile überall konvex ist. Im west 
lichen Teil ist lediglich die Mecklenburger Bucht im Verhältnis zu ihrer Größe etwas tiefer, so daß 
sich hier ein konkaves Bodenprofil ergibt. Am stärksten tritt das im Innern der Bucht auf, da hier die 
Tiefen sich gleichbleibend bis in die schmälste Stelle hinein fortsetzen. Dadurch wird am Ausgang der 
Mecklenburger Bucht gerade ein ebener Boden erreicht (Prof. 5 c). Eine ganz kleine Konkavität zeigt sich 
im Querschnitt e, da hier in der Kadet-Rinne eine größere Vertiefung auftritt. Im östlichen Teil der 
Ostsee bleiben dann überall die Werte des Tiefenquotienten unter 1. Anders dagegen im Norden. So 
weist das Profil 51 (Taf. 2) zwischen Gotland und Öster-Götland ungefähr gerade einen ebenen Verlauf 
des Seebodens auf. Im Osten des Querschnittes zeigt sich allerdings eine kleine Einbuchtung. Da 
nördlich hiervon die größte Tiefe der Ostsee mit 469 m gelegen ist, so zeigt bei einer Beckenbreite von 
110 km das Profil eine stark konkave Form. Der Finnische Meerbusen erreicht bei einer durchschnitt 
lichen Breite von 60 bis 65 km gerade die kritische Tiefe, denn seine wirkliche Tiefe schwankt zwischen 
50 und 80 Metern. In seinem östlichen Teil wird er aber wieder konvex, da hier einmal die Tiefen 
abnehmen und zum andern die Beckenausdehnung größer wird. 
Der Eingang zum Bottnischen Meerbusen, die Alandsee, weist verhältnismäßig große Tiefen auf, 
die weder unmittelbar nördlich noch südlich davon, sondern lediglich im tiefsten Teil der Ostsee (südlich 
von Stockholm) erreicht werden. Sie ist überall konkav, besonders stark im nördlichen Teil. — Der 
südliche Teil des Bottnischen Meerbusens hat infolge seiner großen Beckenausdehnung und seiner 
geringen Tiefe eine konvexe Bodenform. Mit zunehmender Tiefe im Norden nimmt der Meeresboden 
gerade einen ebenen Charakter an, so z. B. zwischen Skags Udde und Norra Kallan. Der nördliche Teil 
des Bottnischen Meerbusens ist ein ganz flacher Meeresarm. Er hat überall eine konvexe Bodenform. 
6. Durch das Karibische Meer wurden folgende Profile gelegt: 
a) Durch die größte Beckenausdehnung Punta Bianca—Basse Terre (Guadeloupe), Tiefenquotient 
5100 :109 533 (Prof. 6a, Taf. 2). 
b) Schmälste Stelle C. Beatu — 1. Aruba, Tiefenquotient 4927 : 6314 (Prof. 6b, Taf. 2). 
c) östlicher Teil nord-südlich durch die größte Tiefe Cabo Rojo (Puertorico) — LaGuaira, Tiefen 
quotient 5150 :12 902 (Prof. 6c, Taf. 2). 
d) östlicher Teil Paraguana — 1. Sta. Cruz, Tiefenquotient 5024 :13 185. 
e) Westlicher Teil Port Morant — Los Ancones, Tiefenquotient 4200:11379. 
(Karte: Kara'ibisches Meer im Maßstab 1 :2 500 000, herausgegeben v. Reichsmarineamt Berlin 1918.) 
Das Karibische Meer weist nirgends ein konkaves Bodenprofil auf. In der größten Erstreckung ist 
die Konvexität sogar äußerst stark. Gegenüber einer kritischen Tiefe von fast 110 000 m spielt die 
wirkliche Tiefe mit etwas über 5000 m überhaupt keine Rolle. Profil 6a (Taf. 2) zeigt sehr gut, wie 
der fast ungegliederte Meeresboden sich in der Zeichnung der Oberfläche anschmiegt. Dagegen weist 
besonders das Profil 6b (Taf. 2) ein ganz anderes Verhältnis der wirklichen zur kritischen Tiefe auf. 
Auf beiden Seiten wird infolge der ziemlich nahe den Ufern zu gelegenen verhältnismäßig großen 
Tiefen die kritische Tiefe sogar etwas unterschritten. Dann steigt der Meeresboden nach der Mitte zu 
an (relativ genommen!), doch weicht er hier nicht sehr stark von der kritischen Tiefe ab. 
Beim Zeichnen des Profils 6a (Taf. 2) konnte das bisher verwandte Verkürzungsverhältnis nicht 
beibehalten werden, da sich ein Bogen von einer Größe von ungefähr 300 cm ergeben würde, der bei 
dem bisher allgemein verwandten Radius von 63,... cm weit über einen Halbkreis ausmachen würde.
	        
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