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Reise S, M. Kr. „Möwe“ von Zanzibar nach Aden.
nacht, frisch genug, um unter Dampf Segel führen zu können, dann leichter
Landwind bis etwa 8 Uhr Morgens und N ormittags Stille. Um so auffälliger
war der ungemein starke Südstrom zwischen Kisimayu und Brava (2% Sm in
der Stunde) am 26, März, während auf der Rückreise gar kein Strom be-
merkbar war.
5. Murot Hill‘) wurde durch das Mittagsbesteck seiner Lage nach
in Uebereinstimmung mit den Angaben des „Africa Pilot“ gefunden. Der Hügel
erscheint in der hier sehr niedrig gewordenen Sanddüne von Süden aus als ein
kleiner regelmäßiger Krater mit schwarzem Rande, Von Norden ist er weniger
deutlich, doch ist sein dunkler Kopf in dem gelben Sande ziemlich weit
erkennbar.
Bis Ternate Pt, bleibt das Land niedrig. Man sicht drei bis vier Hügel-
ketten im Innern etagenartig aufsteigend und anscheinend der Küste parallel
laufend.
$. Ras Assuad (Assooad)*?) Bei der Annäherung an Ras Assuad
wird die Küste ein wenig höher. Aus den Sanddünen ragen hier und da Ketten
niedriger gelber Klippen hervor. Ras Assıcad markirt sich namentlich von
Süden sehr scharf als eine schwarze steil abfallende Klippe. Quer ab und von
Norden erscheint das Kap als dunkle Wand zwischen den gelben Dünen. Kine
höhere Dünenkette mit schwarzem Kamm nördlich von Ras Assuad erschwert
die Orientirung von Norden, und man wird das Kap erst unzweifelhaft als
solches erkennen, wenn man es von Süden sieht. Die geographische Position
von Ras Assuad ist durch Mittagsbeobachtung bestätigt zefunden worden,
7. Ras Awath.“) Es muß in den Angaben des „Africa Pilot“, Ras
Awath betreffend, ein Irrthum bestehen; die dort angegebene geographische
Position ergiebt 86 Sm Entfernung von Ras ‚Assuad, während als solche 71 Sm
ausdrücklich angegeben wird. Diese letztere Angabe ist auch für die Zeichnung
in der Karte Tit. IX: 39 (Brit. Adın.-K. 597) angenommen. Ras Awath wurde
bei Nacht passirt und konnte nicht gesehen werden.
8. Ras al Khyle.*) Die Küste südlich von Ras al Khyle ist niedriger
Sandstrand und frei von Korallenriffen. Auf 3—4 Sm entlang segelnd, . konnte
man keine Brandung seben. Bei der Annäherung an das Kap steigt die Küste
allmählich an, und das Kap selbst ist cim hoher steil abfallender Kalkstein-
felsen, dessen scharfe Spitze in diesigem Wetter auf 20 Sm erkennbar war.
Beim Näherkommen von Süden aus treten hinter dem Kap zwei etwas weniger
hohe steil abfallende Felsplateaus hervor, welche die Südküste der Bucht
bilden, in welche der Flußs Wady Nogal mündet. Das Flußsbett ist von hohen
Bergabhängen eingeschlossen. Der Flufs selbst konnte nicht erkannt werden.
Von Norden aus markirt sich nur das hohe südliche Kap und der sehr steile
nördlichste Abfall an dem Flufsthal, während der mittlere Abhang im hohen
Lande verschwindet.
9. Ras Mabber.”) Von Kyle ab nach Norden bleibt das Land hoch
und felsig. Unmittelbar südlich von Ras Mabber wurde eine hohe und steile
Felsenwand passirt. Auch das nördlich von Kap Mabber zurücktretende Land
behält den gleichen Charakter. Die Angabe, dafs das Land bei Ras Mabber
im Allgemeinen niedrig sei, kann daher nicht bestätigt werden,
„0. Ras Hafun®) ist ein Felsenplateau, welches ringsum nach der See
fast senkrecht abfällt. Der Verlauf der Küstenlinie der Ostküste ist in der
Karte Tit. IX: 156 (Brit. Adm.-K. 6a) nicht korrekt. Das Land zwischen
SO.-Kap und NO-Kap springt etwa 2 Sm weiter nach Osten vor.
1) „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 897.
Findlay’s „Indian Ocean“, 1852, S. 664.
2) „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 398.
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, 3. 665.
5) „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 398.
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 665.
5) „Africa Pilot“, Part 3IL, 1884, S. 399.
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 666.
5) „Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 400.
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 668.
5) „Africa Pilot“, Part XII, 1834, S. 400.
Findlay’s „Indian Ocean“, 1882, S. 668.