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Volltext: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Sccwarlc. — -t8. Bd. Heft 5. 
Bild 64. Adcrquclle in» Gebiet des Küstenwattriiekens. In» Hintergrund Hauptpriel. Mischwatt. Vereinzelt Arenicola- 
lüiiifchcn (links unten). Rippein. 
Laufenfwickhing und Ausgestaltung der Priele. 
Wir wollen nunmehr einige Erscheinungen kennen lernen, die am Lauf des Priels Auftreten. Da ist 
zunächst das Auffälligste die Windung des Priels. 
Durch die Windung entstehen oft sehr regelmäßige Mäander. H. Kaufmann hat in seinem Buch 
..Rhythmische Phänomene der Erdoberfläche" gezeigt, daß wir über die eigentlichen Ursachen dieser in der 
Natur so häufigen Bildung keineswegs völlig aufgeklärt sind. Es gehört nicht in den Rahmen dieser Unter 
suchung. die verschiedenen Theorien zu erwähnen und kritisch zu betrachten; aber ich möchte an dieser 
Stelle darauf h inweisen, daß bei derartigen Untersuchungen das Wattgebiet auf keinen Fall vernachlässigt 
werden darf, vielmehr ein geradezu ideales Untersuchungsfekl für derartige Arbeiten bietet. 
Die Ausbildung der mäanderförmigen Krümmung ist ebenfalls vom Material und von dem Gefälle 
abhängig. Dasselbe gilt dementsprechend auch für Entstehung. Größe und Form des Prallhanges und 
des Gleithanges. Vorwiegend macht sich das an dem Prallhang bemerkbar, denn der Gleithang wird 
immer eine mehr oder weniger weiche, gerundete Form zeigen. Im allgemeinen kann man sagen, daß der 
Prallhang in schlickigen Gebieten bedeutend stärker und schärfer ausgebildet ist. In sandigen Gebieten 
weist er mehr rundliche und ausgeglichene Formen auf; doch gibt es hier ebenso wie bei den Aderquellen 
Ausnahmen, die auf die gleichen Gründe zurückzuführen sind, wie sie dort angegeben wurden. 
Tn engem Zusammenhang mit der Ausbildung von Gleit- und Prall hang, mit den Krümmungen des 
Priels, steht auch die S c h 1 i c k - u nd Sa nd a b 1 a g e r u u g. Sind die Krümmungen sanft, so wird am 
Prallhang unter Umständen die mehr tonige und schlammige Komponente ausgewaschen werden: der 
schwerere Sand bleibt zurück und wird vielleicht sogar am Prallhang eine Art Aufschüttung bilden. Bei 
stärkerer Strömung aber entsteht am Prallhang eine kliffartige Abbruchkante. Diese kann mitunter von 
kleineren, kanonartigen Erosionsschluchten und Rissen durchzogen sein. Am Prallhang tritt auch oft die
	        
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