accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 48, 1929/1930

76 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 5. 
Ausbaggerung und Geradelegung von Prielen. 
Sind für die Sdiiffakrt bedeutsame Priele zu flach oder zu gewunden, so müssen sie geradegelegt oder 
ausgebaggert werden. Im Vorland wird der Priel gerade gegraben; im Wattgebiet aber werden sog. 
„Stromleitungswerke“ zu Hilfe genommen. Diese Stromleitungswerke sind eigentlich weiter nichts als die 
beim Kulturwatt beschriebenen Buschdämme. Krüger erwähnt ebenfalls die Herstellung der Strom 
leitungswerke aus „Buschbunden mit Steinbelastung“, die mit Draht an eingeschlageiien Pfählen befestigt 
werden. Ob im Friedrichskooger Gebiet auch Sinkstücke zur Stromleitung verwendet werden, kann ich 
nicht sagen. Die Stromleitungswerke wirken derart, dafl sie die Gleit- und Prallhangbildung und damit 
die mäanderförmige Krümmung des Priels weitgehend unterbinden. Dadurch werden auch die W asser- 
massen zur Reinhaltung des sonst bald verflachenden Bettes gezwungen. 
Dennoch sind an einzelnen Stellen Baggerungen nötig. Während der Zeit meines Besuches wurde der 
Trischener Hafenpriel gerade ausgebaggert. Dies geschah mit einem kleinen Saugbagger. Das ausgebag 
gerte Material wurde durch eine auf Schwimmern ruhende Rohrleitung bis zu einer Stelle befördert, an der 
es entleert werden konnte. Dieser Bagger unterschied sich also etwas von den Baggern, die Krüger für das 
Oldenburger Seegebiet angibt. Dort wird das Baggergut in den Laderaum der Bagger gepumpt, der mit 
Bodenklappen versehen ist. Nach Füllung fährt der Bagger dann an eine geeignete Stelle und ent 
leert sich. 
Im Friedrichskooger Gebiet sind der Hafenpriel von Trisdien und der von Friedrichskoog die land 
schaftlich deutlich zutage tretenden Beispiele für eine derartige Tätigkeit des Menschen, (Yergl. hierzu die 
Lichtbilder aus dem allgemeinen Teil.) 
Das Bollwerk von Irischen und der Hafen von Friedrichskoog, die uns bereits aus dem allgemeinen 
Teil bekannt sind, sollen hier als eine der Schiffahrt dienende Umgestaltung des Menschen gleichfalls er 
wähnt werden. 
Bauten zum Schlickgewinn. 
Eine hohe Bedeutung für den landschaftlichen Charakter mancher Wattgebiete haben die Bauten zum 
Schlickgewinn. Es sind dies zunächst einmal die Buschdämme und die Soden dämme, die ent 
weder senkrecht zum Ufer in gerader Linie vorstoßen oder aber noch Querdämme tragen. Ebenso bedeu 
tungsvoll wie diese Bauten sind die Grüppen, die sowohl zur Entwässerung (vor allein im Vorland) 
wie zur Anlandung dienen. Nach Krüger kommt dem wallartigen Aushub, den wir wie alle diese Erschei 
nungen ja im einzelnen sdion kennen lernten, eine besondere Bedeutung für die Anschiickung dadurch zu. 
daß er die im flachen Wasser oft kleinen Wellen bricht. 
Diese Bauten dienen nicht nur dem Schlickgewinn, sondern sie verhindern auch unter Umständen den 
Abbruch, wozu die Küste, wenn ungeschützt, vielleicht neigen würde. Reine Abbruchschutzbauten sind die 
künstlichen Steinböschungen, die vor zu starker Abbruchkante angelegt werden. 
Im einzelnen verweise ich auf den allgemeinen Teil. Eine gute Darstellung dieser Verhältnisse für das 
Oldenburger Gebiet gibt Krüger. Das gilt für den ganzen Abschnitt über den Einfluß des Menschen. 
Bauten zum Sandgewinn. 
In noch höherem Grade dienen die Bauten zum Sandgewinn gleichzeitig als Sdnitz des bedrohten 
Landes, als das bei den eben erwähnten Anlagen zur Schlickgewinnung der Fall ist. 
Im Friedrichskooger Gebiet wirken die Buschdämme vor der Friedrichskoog-Spitze in diesem Sinne. 
Wir sahen aber schon, daß sie den Abbruch des Landes nicht wirksam genug auf halten konnten und durch 
Eisfluten stark verbogen und beschädigt waren. 
Landschaftlich von viel größerer Bedeutung sind die Bauten auf frischen. Sie gliedern sich ihrer Wir 
kung und ihrem Bau nach in zwei Gruppen, in Buhnen und Reisig zäune.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.