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Volltext: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 5. 
Anhang zu Hauptteil I. 
Einfluß des Menschen. 
Wegzeichen. 
Wie wir im allgemeinen Teil gesehen haben, ist der weitaus größte Teil des Watts eine reine Natur 
landschaft. Gerade deswegen dürfte es von besonderem Interesse sein, die landschaftlich besonders her 
vortretenden Einwirkungen des Menschen im Wattgebiet, die wir ja im allgemeinen Teil schon kennen 
lernten, einmal kurz systematisch zusammenzufassen.Dabei soll nur das Gebiet dieser Arbeit berücksichtigt 
werden. 
Zunächst einmal die W egzeichen. Wagen- und Fußwege übers Watt, wie etwa zwischen Duhnen 
und Neuwerk oder Föhr und Amrum, die mit Reisig- oder Grasbüscheln gekennzeichnet sind, gibt es hier 
nicht, obwohl es dem Kundigen möglich ist, unter Benutzung der Wasserscheide zu Fuß bei Ebbe nach 
Irischen zu gelangen. 
So bleiben nur noch die Wegzeichen für die Schiffahrt. 
Die Pricken, die hier auch Baken genannt werden, sind meist etwa 4 bis 5 m (diesen Wert gibt auch 
Krüger an) lange Bäume (meist Birken), die in den Wattboden gesetzt werden. Sie ragen zur Flutzeit 
etwa 2 m aus dem Wasser hervor und zeigen dem Schiffer das beste Fahrwasser an, das aber unter Um 
ständen nur bei Flut zu befahren ist (Hafenpriele, Legden). Im Winter werden die Pricken meist ver 
nichtet, vor allem durch die Eisfluten. Daher müssen die Pricken in jedem Frühjahr neu gesetzt werden. 
Das ist aber außerdem wegen der sich jedes Jahr verlegenden Fahrrinnen erforderlich. Diese Arbeit geht 
nach Krüger im März vor sich. 
Die Pricken sind nicht alle gleich. Je nach dem Fahrwasser, an dem sie gesetzt werden, tragen sie 
verschiedene Kennzeichen. Im Gebiet dieser Arbeit unterscheidet man „Besenbaken“ und „Stuvkoppen“. 
Die ersteren tragen unterhalb der kleinen verzweigten Krone einen Besen aus Heidekraut, die letzteren 
ebenfalls, sind aber ihrer Krone beraubt (daher Stuvkoppen). In einer Aufnahme vom Randschlick - 
watt ist ein derartiger „Stuvkopp" zu sehen. 
An besonders wichtigen Punkten im Watt, wo z. B. Fahrwasser abzweigen, werden mehrere Pricken 
zusammen aufgestellt. Bei wichtigen Pricken werden auch statt einem zwei oder mehr Heidbesen um- 
gebunden. 
Außer diesen Pricken, die von der Behörde gesetzt werden, gibt es noch sog. „Fischerbaken“; das sind 
kleine Pricken ohne Heidbesen, die die Fischer an für sic wichtigen Stellen (wo sie z. B.Netze liegen haben) 
setzen. 
Die Pricken spielen tatsächlich im Landschaftsbild der Watten eine hervorragende Rolle. Für das Weg 
zeichen „Boje“ gilt das in sehr geringem Maße. 
Unter Bojen (auch Tonnen genannt) seien hier die fest verankerten, schwimmenden Wegzeichen 
verstanden, die natürlich sich nicht auf den eigentlichen Watten, sondern nur in den Wattströmen und in 
der See vor dem Watt befinden. 
In den Wattströmen finden wir sie in unserem Gebiet nicht, wohl aber in der Mündung von ihnen. Ich 
nenne nur die roten F lackst rom tonnen und die schwarzen und roten Tonnen des Falschen Tiefs südlich von 
Trischen. Außer der Farbe (schwarz liegt ausfahrend meist Steuerbord, rot Backbord) sind die Bojen durch 
Buchstaben oder Zahlen, die von See her beginnen, gekennzeichnet. Die Bojen tragen häufig ein beson 
deres Toppzeichen. 
Da diese Wegzeichenform aber nicht zum eigentlichen Watt gehört, sollen diese Bemerkungen ge 
nügen. (Vergl. die angetriebeue Tonne auf dem Zeitbild vor der Abbruchdüne.) 
Eine große Rolle spielt aber in der Landschaft das mächtige Holzgerüst der Bake. Früher stand sie 
auf der Schwemmsandplate, jetzt hat man sie hinter dem Dünenwall aufgestellt. Sie ist ein wichtiges See-
	        
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