W erncr W rage ; Das Wattenmeer zwischen Trischen und Friedrichskoog.
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Das Außenwatt und die Außensände.
Wir kommen nun zum letzten Teil, der schnell besprochen sein wird, obwohl er ein wichtiges und
interessantes Gebiet behandelt. Es sind diejenigen Teile des Watts, die am weitesten nach der offenen See
zu liegen. Dazu gehören in unserem Gebiet das Außenwatt, das vor den Brandungsbänken von Trischen
liegt, und die Außensände, die vor den Mündungen der beiden großen Wattströme sich hinziehen.
Die Lage beider Landschaftsteile ist aus der Sk. 2, T. 2, zu erkennen.
Das Außenwatt.
Wir wollen uns zuerst mit dem Außenwatt beschäftigen, das sich, wie schon gesagt, vor den Brandungs
bänken Trischens in die offene See hinaus nach Westen erstreckt. Von diesem Gebiet habe ich keine Auf
nahmen; doch werde ich das Wesentliche auch so bringen können.
Es handelt sich um ein außerordentlich niedriges und flaches Sandwatt, das sich vor den Brandungs
bänken etwa einen Kilometer westwärts ausdehnt. Bei starken Westwinden läuft es selbst bei Hohlebbe
nicht frei. Nur bei geringem Wind oder Ostwind bekommt man es zu sehen. Ich bin mehrfach bei hlolil-
ebbe den Kilometer bis zum äußersten Band gegangen. Dieser Rand ist, soweit ich feststellen konnte,
nirgends scharf ausgeprägt. Es finden sich an ihm an keiner Stelle etwa besondere Aufschüttungen oder
ein steiler Absturz, sondern überall setzt sich das Außenwatt scheinbar in derselben Form kaum merklich
abfallend unter Wasser fort.
Das Watt selbst fand ich mit Rippein bedeckt, deren Längsachse dem Ufer der Schwemmsandplate und
den Brandungssandbänken parallel lief. Durch Tiere hervorgerufene Oberflächenformen, wie etwa
Arenieolahäufchen, fand ich nicht. Ueberhaupt schien das Tierleben hier sehr gering und sich vorwiegend
auf angespülte oder richtiger von der Ebbe zurückgelassene Formen zn beschränken.
In den Furchen zwischen den Rippein fand ich z. B. kleine Seesterne, gelegentlich eine Krabbe oder
ein langstück, das mitunter mit Hydroidpolypen. oder Bryozoenstöckcken besetzt war. Aber das alles war
selten.
Dagegen fiel mir eine andere Erscheinung auf, die ich schon beim Beckenwatt oder genauer beim
Inselschutzwatt erwähnte. Es handelt sich um die sonderbaren, außerordentlich flachen Niederungen, die
teils in nordwest-südöstlicher Richtung und teils in südwest-nordöstlicher Richtung streichen. Diese Nie
derungen mit den dazwischen liegenden Rücken waren hier bedeutend schärfer ausgeprägt als im Insel
schutzwatt. Da, wo sich die Niederungen kreuzten, entstanden kleine Kolke, die tiefer waren als die übri
gen Stellen der Senken. (Sie erreichten zum Teil eine Tiefe von 20 bis 30 cm.) In den Niederungen und
vor allem natürlich in den Kolken hatte sich mitunter ganz lockerer, junger Schlich abgelagert, der in den
Kolken unter Umständen eine Tiefe von 10 cm erreichte. Auch in den Furchen der Rippein, die sich, Avie
schon gesagt, meist nicht nach dem Verlauf der Senken richteten, sondern dem Ufer parallel liefen, fand
sich zuweilen dieser lockere Schlick.
Weiter machte ich die Beobachtung, daß im südlichen Teil dieses Watts zu meiner Zeit clie nordwest
lich-südöstlich und im nördlichen Teil clie südAvestlich-nordöstlich streichenden Senken stärker ausgebildet
waren. Vielleicht hängt diese Erscheinung damit zusammen, daß kurz zuvor der Nordwestwind, der län
gere Zeit geherrscht hatte, umsprang, und nun eine Südwestwetterlage eingesetzt hatte. Wenn man auch
aus diesen beiden parallellaufenden Erscheinungen, die ich festgestellt hatte, noch keine absolut geltenden
Schlüsse ziehen darf, so scheint mir doch die Abhängigkeit voneinander zum mindesten sehr wahr
scheinlich.
Ich habe diese Erscheinungen in der schematischen Sk. 20, T. 12, zu zeigen versucht. Die Senken sind
durch Striche dargestellt, die je nach der herrschenden Streichrichtung stärker betont sind. Die Abstände
zwischen den einzelnen Niederungen sind im Verhältnis zum Mafistab ungefähr 15mal zu groß.
Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß ich eigentlich überrascht war, dieses Aufienwatt zu
finden. Ich hatte ercvartet, daß sich die Brandungssandbänke bis Aveit unter den NiedrigAvasserspiegel ins
Meer fortsetzen Avürden.
Wir kommen nun zum ZAveiten Unterteil, den Außensänden.