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Full text: 48, 1929/1930

Werner Wr a g e : Das Wattenmeer zwischen frischen und Friedrichskoog. 
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Der freie Wattriieken. 
Grenzen: Nach Norden: Der Flachstrom. Nach Süden: Der Friedrichskooger Strom. Nach Osten: 
Die schon erwähnte, mit Pricken gekennzeichnete Senke. Nach Westen: Eine andere Senke, die früher 
ebenfalls bei Flut als Schiffahrtsweg diente und noch jetzt auf der Seekarte mit Pricken eingetragen ist. 
Auch bei Betrachtung dieser Grenzen leistet uns die T. 2, Sk. 2, gute Dienste. In der Senke, die die 
westliche Grenze des freien Wattrückens bildet, stehen jetzt keine Pricken mehr, sie ist daher auf der 
Kartenskizze nur an der Markierung zu erkennen. Wenn wir den Krügerschen Begriff Legde (Krüger in 
„Da/; Seegebiet Oldenburgs“: „Eine sattelartige Niederung auf einem eine Wasserscheide bildenden Watt 
rücken heißt eine Legde“. „Leeg = niedrig“) anwenden, so können wir sagen, das der freie Wattrücken 
der Marner Plate von zwei Wattströmen und zwei Legden begrenzt wird. 
Um die Verhältnisse im einzelnen klarer zu machen, habe ich genau wie beim Kiistcnwattrücken ein 
Querprofil (vergl. Kartenskizze 2 die Linie Q 2) und eine Kartenübersicht beigegeben. Fs handelt sich um 
Sk. 15. T. 10. und Sk. 14. T. 9. Beide sind, genau wie 11 und 12. grob schematisch zu verstehen. Das 
Charakteristische ist noch besonders überhöht und vergrößert. Der Prielverlauf entspricht natürlich nicht 
der V irklichkeit. Diese Skizzen sollen ja auch nur den Zweck haben, ein ungefähres Bild der Verhältnisse 
zu geben und die besonders typischen Erscheinungen in ihrer Lage zueinander zu zeigen. 
Auf der Seekarte heißt das Gebiet des freien Wattrückens „Marner Plate“. Tn mancherlei Hinsicht 
finden wir eine große Aehnlichkeit mit dem Küstenwattrücken. So besteht die Marner Plate auch zu 
einem großen Teil aus Mischwatt. Als Oberflächenformen finden wir ebenfalls Rippein, Arenicolahäuf- 
chen und hie und da Schneckenspuren. 
Bei Betrachtung der Kartenskizzen 15 und 14 können wir weitere Einzelheiten uns klarmachen. Die 
Längsachse unseres Gebietes steht annähernd senkrecht auf der Küstenlinie, wenn wir darunter etwa die 
Linie Marne—Husum verstehen und nicht die Halbinsel Friedrichskoog betrachten. Der freie Wattrücken 
ist also der Teil einer Wattzunge, die sich ungefähr in westI¡eher Richtung in die See hinaus erstreckt, 
allerdings mit einer kleinen Abweichung nach Norden. Die Wasserscheide verläuft auch annähernd in 
westnordwestlicher Richtung. Die Wasserscheide liegt weiterhin nicht genau in der Mitte, sondern mehr 
südlich. Der Boden in der Umgebung der Wasserscheide besteht aus sandigem Mischwatt. Stellenweise 
bestehen kleinere Flächen wohl auch aus reinem Sandwatt. In Niederungen wird der Untergrund etwas 
schlickiger. 
Nach Süden und Norden fällt das Gelände sanft ab. Das südliche Gehänge ist sandiger als das nörd 
liche. 
D a s s ü d 1 i e h e G e h ä n g e wird verhältnismäßig wenig durch Priele entwässert. Außerordentlich 
charakteristisch ist seine Uferlinie am Friedrichskooger Strom. Wir finden dort fast überall das Sandauf- 
schüttungswatt. das wir schon beim Hohen Ufer kennen lernten. Auf den aufgehöhten Sandmassen finden 
wir zum Teil Muschelschwemmsand, der später genauer geschildert werden wird. Größtenteils besteht er 
aus Schalen von Mya arenaria. Unter den Sandmassen treten ähnlich wie beim Hohen Ufer mitunter fos 
sile Schlickschichten zutage, die zum Teil eine regelrechte scharfe Abbruchkante aufweisen. An einigen 
Buchten fehlt das Aufschüttungswatt, und das Mischwatt tritt unmittelbar ans Ufer. Der Abfall zum Strom 
ist meist ziemlich steil. Da. wo Priele münden, zeigen sich oft Sandzungen, die ein wenig in den Strom 
vorspringen. Zwischen Wasserscheide und Sandaufschüttungswatt befindet sich meist Mischwatt. 
Betrachten wir nun d as nördliche Gehänge. Aus dem meist sandigen Gebiet um die Wasser 
scheide kommen wir bald in Mischwatt, das zuerst noch ein Ueberwiegen der sandigen Komponente zeigt. 
Hier finden wir auch einzelne Muschelschwemmsandbänke, die vorwiegend aus Schalen von Mya und Car- 
dium bestehen. Prielquellen (meist Adercjuellen) kann man schon kurz unterhalb der Wasserscheide 
finden. Je weiter man sich von derselben entfernt, um so schlickiger w ird das Mischwatt; man kann aber 
überall noch gut gehen. Erst am Ufer des Flackstroms kommen wir teilweise in Schlickwatt, wo man 
10 bks 20 cm tief einsinkt, und unter Umständen wohl auch noch bedeutend tiefer. Das Ufer des Flack- 
stroms fällt im allgemeinen bedeutend flacher ab als das des Friedrichskooger Stroms. Meist geht das 
Misch- oder Schlickwatt direkt in den Strom über. An einzelnen Stellen findet sich auch Sandaufschüttungs
	        
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