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Full text: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 5. 
Schwemmsandplate als Tedform auftreten, und das Außenwatt, das ich in dieser Ausbildung (siehe später) 
nur von I rischen kenne. Auch die Außensände sind zum Sailüwati zu rechnen. 
Zum Schluß möchte ich die Schicht watten kurz besprechen. Sie kommen vor allem, aber meist 
in geringer Ausdehnung, im Inselschutzwatt vor. Es handelt sich um eine Wechsellagerung' von Schlick 
und Sand in dünnen Schichten. Oestlich von Sylt habe ich diese Form mehrfach gefunden; sie wird dort 
scheinbar durch gelegentliche Sandiiberwehungen von den Dünen geschaffen. Auch O. Jessen hat diese 
Beobachtung gemacht und nimmt dieselbe Ursache an. Hinter Irischen beobachtete ich die gleiche Er 
scheinung. Ich entnehme meinen Aufzeichnungen etwa folgendel' eststell ung; bei 15cmTiefe schon mehrere 
Lagen von Schlick und Sand, vom hellsten Graugelb bis zum Blauschwarz. Meines Erachtens kommt hier 
ebenso sehr wie eine Ueberwehung eine bei jeder höheren Flut mit Westw inden zweifellos stattfindende 
Uebersehwemmung mit Sand von der Schwemmsandplate in Betracht. Krüger hat die gleichen Beob 
achtungen südlich von Wangeroog gemacht und gibt ähnliche Erklärungen. Ist nun bei diesen Schichtwatten 
die oberste Schicht eine Sandschicht, ¡so kann vielleicht von einem P seudosan d w a 11 gesprochen werden, 
im umgekehrten Falle vielleicht von einem P s e u d o s c h 1 i c k w a 11. Mit diesen Schichtwatten sind auf 
keinen Fall die Gezeitenschichtungen im Sinne von Richter, Schwarz und Trusheim zu verwechseln. Die 
Gezeiten Schichtung, die wir vor allem bei den Schlickwatteil beobachten können, hat mit diesen Schicht 
watten wenig zu tun. Eine Mitwirkung der Gezeiten bei der Schichtwattbildung ist aber durchaus möglich: 
etwa in der folgenden Weise; bei Flut setzt sich eine Schicht lockeren Schlicks ab: bei Ebbe aber wird bei 
Westwindwetterlage von der Schwemmsandplate Sand herübergeweht werden und sich in mehr oder 
weniger dünner Schicht über den feuchten Schlick lagern; während bei der Flut eine Vermischung des 
Sandes mit den Schlickpartikeln eintritt. 
Damit wäre die Systematik der Watten in großen Umrissen niedergelegt. Es ist klar, daß wir, wenn 
wir die Begriffe dieser vier Einteilungsweisen miteinander verbinden, eine sehr vielseitige und scharf 
umrissene Ausdrucksmöglichkeit für die verschiedensten Wattgebiete, die knapp das Wichtigste zusammen 
faßt. zur V erfügung haben. Im übrigen betone ich aber, daß es sich lediglich um einen Versuch handelt, 
der später unter Umständen weiter ausgebaut werden muß. 
Zum Schluß soll eine kurze tabellarische Uebersicht über die hier versuchte Gliederung gegeben 
werden. 
Einteilung 
I. nach der Lage: 
1. Küstenwatten. 
2. Wattzungen. 
5. Wattinseln. 
II. nach dem Bau: 
1. Wattrücken. 
2. Wattbecken. 
3. Saumwatten. 
III. nach der Abhängigkeit: 
1. Vorlandwatten. 
2. Freie Watten. 
5. Inselwatten. 
a) Inselangriffswatten. 
b) Inselschutzwatten. 
1V . nach dem Material: 
1. Schlickwatt. 
a) Halbflüssiges Schlickwatt. 
b) Zähes Schlickwatt. 
c) Festes Schlickwatt. 
2. Mischwatt. 
a) Sandiges Mischwatt. 
b) Schlickiges Mischwatt. 
5. Sandwatt. 
Anhang: Schicht watten. (Pseudosandwatt und Pseudoschlickwatt.) 
Die Wattrückenlandschaft. 
Nachdem wir in dem vorhergehenden systematischen Teil einen Einblick in die \ erschiedenartigkeit 
der Wattlandschaft gewonnen haben, können wir nun unter Verwendung des dort geschaffenen Rüst 
zeuges uns bei der folgenden Besprechung der für unser Gebiet wichtigen Wattformen wesentlich kürzer 
fassen.
	        
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