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Full text: 48, 1929/1930

Werner Wr a g e : Das Wattenmeer zwischen Trischen und Friedrichskoog. 
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teilung in ..sandiges Misdiwatt“ und ..schlickiges Mischwatt“ vorzunelmien. Die Definition dieser Begriffe 
ist aus dem eben Gesagten ja klar. - Es sei mir vergönnt, an einem kleinen Beispiel die Bedeutung dieses 
Begriffes zu zeigen. Ein Charaktertier des Mischwatts ist Arenicola marina. der bekannte Sandspierwurm. 
Richter betont einmal (Seiukenbergiana, Band 6), daß Arenicola ein ausgesprochener Sandwattbewohner 
sei. Das steht in einem gewissen Gegensatz zu meinen eigenen Beobachtungen. Gelegentlich fand ich zwar 
Arenicola auch im scheinbar reinen Sandwatt, dann aber immer in verhältnismäßig wenigen Exemplaren 
(die allerdings oft besonders groß waren), vor allem aber traf ich Arenicola in dichten Siedlungen, so daß 
seine Kothänfchen die wichtigste Oberflächenform waren, im Mischwatt. Dieser Gegensatz zu dem für die 
Erforschung des Wattenmeeres so außerordentlich verdienstvollen Forscher ist aber nur ein scheinbarer; 
er beruht darauf, daß Richter ohne den Begriff des Mischwatts arbeiten mußte. Richter erwähnt selbst, daß 
Arenicola Sand mit Schlickgehalt vorziehe. Die Beobachtung, daß Arenicola im echten, tiefen Schlickwatt 
nicht vorkommt, konnte ich überall machen. In dieser Beziehung kann ich die Beobachtung von Richter voll 
bestätigen. 
An die Besprechung des Mischwatts sei noch die Bemerkung geknüpft, daß das Schlickwatt, vor allem 
das zähe und feste Schlickwatt, bei sorgfältiger Untersuchung und Schlämmung auch natürlich einen mehr 
oder weniger großen Gehalt an Sand zeigt. Es wird wohl auch niemand annehmen, daß das Schlickwatt 
n ur aus tonigen und kolloidalen Teilen und organisehemDetritus besteht. Beim halbflüssigen Schlickwatt 
ist das allerdings in ziemlich hohem Grade der Fall. — Fs sei hier auf die Schlämmuntersuchungen von 
Wetzel hingewiesen, der gerade den später zu besprechenden fossilen Schlick westlich von Trischen mit 
einem Spülschlämmapparat (Elutriator) der Korngröße nach zerlegt hat. Er fand bei diesem Schlick, der 
nach unserer Definition zu den festen Schlickwatten zu rechnen ist. einen ziemlich hohen Sandgehalt (die 
Zahlenwerte gebe ich später). Wetzel führt auch die Ergebnisse von Weigelt und Schlicht in dieser Be 
ziehung an. Nach Weigelt soll der ,,normale SAlick" (wahrscheinlich zum zähen SAliAwatt gehörig) 
13 Prozent Feinsand enthalten. Bei den ostfriesischen Schlicken aber ist nach Sdiudit der tonige Anteil 
bedeutend stärker. 
Wir kommen nun zur dritten Form, dem Sand w a 11. Wie schon der Name sagt, besteht dieses Watt 
vorwiegend aus Sand. Die tonige Komponente tritt sehr stark zurück, ebenso die organische, die im 
WattensAlkk natürlich eine große Rolle spielt. Auch hier sei auf die Untersuchungen Wetzeis hingewiesen, 
der allerdings nur den Sand der Trisdiener Sdiwemmsandplate und der Brandungsbänke untersucht hat. 
Er fand dabei an organischen Resten höchstens Diatomeenpanzer und Muschelsdralenreste. Der Sand der 
Sdiwemmsandplate besteht auch keineswegs nur aus Quarzköriieru, sondern auch aus anderen Mineralien. 
Wetzel gibt folgende Zusammenstellung nach der Häufigkeit des 'Vorkommens: Quarz, Feldspäte, 
Turmalin, Granat, Zirkon. Magneteisenerz (von letzterem kommen auf je 50 Sandkörner etwa eins), 
G laukon itknöl 1 chen. 
Das Sandwatt kann nun in den versdiiedensten Formen auf treten. Zunächst da, wo eine Küste sich 
in AbbruA findet, als Anhäufungs-, Abrasions- oder Auswas Abi klung (vergl. natürliches AbbruAvor- 
landwatt). Weiter findet es sidi als Auswaschform gelegentl idi auf dem Boden größerer Priele, als Sand- 
zÖligen vor manAen Prielmündungen, als AuswasA- und Aufsdiüttungsbikluug am Prallbang von Prielen 
und Wattströmen. Audi die Wassersdieiden mancher Wattrücken bestehen zum Teil aus Sanclwatt. Be 
sonders widitig für das Gebiet unserer Arbeit ist der Begriff: Sand aufs chüttungswatt. Die 
kleinen Bildungen an Prielen bilden den Anfang. Bei breiten Wattströmen, wo die Wellen sAon tüchtig 
am Ufer der Wattflädien wirken können, entstehen sdion breite Sandstreifen, die über das dahinter 
liegende Misdnvatt deutlich aufgehöht sind. Liegt aber das Wattgebiet zum Meere offen, so entsteht ein 
unter Umständen mehrere hundert Meter breiter Sandwall unter dem Einfluß der dort bedeutend wirk 
sameren Elemente (Brandung, Gezeitenstrom. Wind usw.), der sich, wenn die Bedingungen günstig sind, 
immer mehr erhöhen kann. Schließlich wird er siA nur noch wenig unter dem normalen Flutspiegel be 
finden (vergl. Sk. 2, T. 2, Sandaufsdiüttungswatt nördlich von j rischen). Wird sdiließlich durch die 
I ätigkeit der Brandung das SandaufsAüttimgswatt noch weiter aufgehöht, so daß der mittlere Hoch 
wasserspiegel überschritten wird, so entsteht eine Sdiwemmsandplate oder eine Strandinse] nach der 
Definition von Krüger. Damit hätten wir die Entstehung von Irischen in groben Zügen skizziert (vergl. 
auA Seharhörn und Mellum). Aus der Sdiwemmsandplate I risdiens haben sich unter Mitwirkung der 
Vegetation (vergl. Reinke, Müller und Wetzel) die Dünen entwickelt, clie aber nicht mehr zum Sandwatt 
zu reAnen sind. Wichtige Sandwattformen sind ferner die Brandungsbänke, clie z. B. an TrisAens
	        
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