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Full text: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 5. 
Betrachten wir die T. 3, Sk. 3, so haben wir den eben geschilderten Uebergang vom Kulturwatt 
zum Vorland am besten in Abschnitt 1. Abschnitt 2 enthält nur zum Teil Grüppen und Abschnitt 5 fast 
gar nicht. In Abschnitt 2 kommt Queller vor; er ist aber nicht an Felder mit Grüppen gebunden, sondern 
kommt auch auf Feldern ohne Grüppen zahlreich vor. wie andererseits natürlich dort, wo Grüppen sind, 
durchaus kein Queller zu wachsen braucht. Hier kann auch an das gedacht werden, was früher über die 
Verbreitung des Quellers erwähnt wwircle. 
In Verbindung mit dem Kulturwatt muß ich noch einen Versuch erwähnen, der im Watt von Tri scheu 
und Friedrichskoog unternommen wird. Zw ar spielt dieser Versuch bisher noch keine große landschafts- 
kundliehe Rolle. Sollte er jedoch gelingen und in großem Maßstabe ausgeführt werden, so wird die 
deutsche Wattenlandschaft in bestimmten Teilen ein erheblich anderes Bild bekommen. 
Auf einer Faltbootfahrt östlich von f rischen, auf der ich vor der kommenden Flut herwatend das Boot 
hinter mir herzog, entdeckte ich im losen Absatzschlickwatt grüne Pflanzen, die in Reihen angebaut 
waren. Ich war sehr erstaunt, denn eigentlich war das Watt zu tief für Queller, und zum anderen hatte 
ich noch nie gehört, daß man Queller anbaut. Beim Näherkommen erkannte ich eine grasartige Pflanze, 
die etwas blaugrüne Blätter hatte, ähnlich manchen kieselsäurereidien Wiesengräsern. Die einzelnen 
Fxemplare steckten in Abständen von etwa 1 m im Schlick. 
Von Herrn Bauinspektor Johannsen und Herrn Bauaufseher Petersen erhielt ich des Rätsels Lösung. 
Ls handelt sich um den Versuch der Einbürgerung von Spart i na 1 ow nsendii. einer englischen 
Wattenpflanze, die am besten in lockerem, knietiefem Schlick gedeiht. Sie soll 1 m unter dem normalen Flut 
spiegel noch gut fortkommen. während Salicornia nur eine Tiefe von 30 bis 40 cm unter dem normalen 
Flutspiegel verträgt. Vor allem soll ihr auch reicher Schlickfall sehr zuträglich sein. Die Pflanze ist eben 
falls einjährig und stirbt im Herbst ab. Sie erscheint zuerst März bis Mai, der Queller dagegen erst Mai 
bis Juni. Am wichtigsten und für die Zukunft von Spariina am bedeutungsvollsten aber ist wohl ihre 
Fähigkeit, bis zu einer Tiefe vorzudringen, die der Queller niemals erreicht. Außer dem kleinen Ver 
suchsfeld bei I rischen, das übrigens am besten stehen soll, befinden sich noch zwei im Friedrichs'kooger 
Watt. 
Ich bringe nun wiederum Bilder, die den Charakter der Landschaft zeigen und die eben geschilderten 
Einzelheiten anschaulich machen, 
Bild 18. Hauptdamm senkrecht aufs Watt liinaus (Grassodendamm). Im Hintergrund Quenlämme: t. Querdamm 
aus Grassoden. 2. Querdamm aus Faschinen (ßuschdamm). Der Hauptdamm geht in der Mitte des zweiten Feldes (das 
hell schimmert, weil es tiefer liegt und noch naß ist) auch in einen Busehdannn über. Im ersten Fehl links Queller- 
anwuchs (ohne Gruppen), rechts nicht.
	        
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