¥e r n e r W rage: Das \\ attenmeer zwischen Trischen und Friedrichskoog.
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wart) und R. Richter (Flachseebeobach tungen usw.). Nach Wetzel geht die blausohw arze Färbung auf
Schw efeleisen zurück, das durch Verbindung von im Schlick vorhandenen mineralischen Eisenverbindun
gen mit Schwefelwasserstoff entstanden ist. Dieser Schwefelwasserstoff entsteht seinerseits wiederum
durch die lätigkeit von Bakterien, die den organischen Detritus des Schlicks zersetzen. Die entstandene
blauschwarze Verbindung ist aber nur unter Luftabschluß beständig. Bei Berührung mit Luft, die ja an
der Oberfläche des Schlicks beim täglichen Trockenlaufen eintritt. geht eine sofortige Umwandlung des
Sulfids in das braune Ferrihydroxyd (Brauneisenerz) vor sich. So erklärt sich also auch die bräunliche
Schicht an der Oberfläche. Richter erwähnt den Geruch blauschwarzer Sande nach Schwefelwasserstoff
und berichtet interessante Einzelheiten über die Verzögerung der Verwesung einer in ihnen befindlichen
llaileiche. (Flachseebeobachtungen usw.. XIII, Verzögerte Verwesung im meerischen Grundwasser.)
Hier iim Friedrichskooger Kulturwatt bemerken wir übrigens, wenn wir die an frisch ausgestochenen
Griippen geschaffenen Profile studieren, daß diese blauschwarze Schicht meist ziemlich dünn ist. An dem
Seitenpriel, zu dem sich die Griippen senken, hat man oft ein Profil von über einem halben Meter. Da
kann man dann oft die Beobachtung machen, daß die Schlickschicht im Friedrichskooger kulturwatt nicht
sehr dick ist und von vorw iegend sandigen Schichten unterlagert wird. Dazu paßt auch eine Bemerkung
des alten Dithmarscher Domänenrats Möllenhoff, die Schütte in seiner ..Entstehung der Seemarschen"
niedergelegt hat: ..Lbisere Köge (Friedrichskoog usw.) sind nicht aufgeschlickt, sondern aufgesandet."
Außerdem bemerken w ir an diesen frischgeschaffenen Profilen noch eine andere Schichtung, die aus
Lagen gröberer und feinerer Sedimente besteht. Es wird hier eine Art .,Gezeitenschichtung" im Sinne
von Richter. Schwarz und Trusheim vorliegen. Da es sich hier um eine ziemlich unregelmäßige, auch aus
verhältnismäßig groben Lagen bestehende Schichtung handelt, glaube ich jedoch, daß vor allem die Ge
zeiten mit stürmisch bewegtem Wasser für ihre Bildung in frage kommen. Es wäre also vielleicht eine
Art ..Sturmflutschichtung", wie sie Richter besonders für das Vorland annimmt (vergl. die Aufnahmen
von der Abbruchkante). Gewöhnliche Gezeitenschichtung in dünnen, verhältnismäßig gleichmäßigen
Blättchen konnte ich an durch Priele geschaffenen Aufschlüssen an der Nordseite der Marner Plate usw .
feststellen. Darüber später mehr.
Nun zur Wirkungsweise der beschriebenen Griippen. ln der Literatur fand ich fast nur allgemeine
Angaben. R. Hansen (Küstenänderungen in Süderdithmarschen) sagt darüber folgendes: ..— da die
Gräben so angelegt sind, daß sie das Flutwasser möglichst lange aufhalten, also den Abfluß verlang
samen, so setzt sich in ihnen viel Schlick ab." Philippsen. der in seinem ,.Wattenbuch" einen besonderen
Abschnitt den Landgew innungsaibeiten gewidmet hat. erwähnt auch das Griippenverfahren. Er schreibt
ebenfalls, daß die Gräben ..quer zur Richtung des Flutstroms laufen", und weiter: ..In den Gräben bildet
sich ruhiges Wasser, wo «ich der Schlick ansammeln kann. Es dauert nicht lange, so ist die Masse in den
Gräben ebenso fest wie das Watt selbst, und man wirft neue Gräben aus.”
Es sei gestattet, noch einiges über die Wirkungsweise der Griippen zu sagen. Das Flutwasser dringt
in diese tiefgelegenen Gräben schnell ein und verläßt sie erst spät wieder. Es verw’eilt in ihnen also
w esentlich länger als auf der übrigen Wattfläche. Außerdem w ird durch dieses System von Gräben erreicht,
daß die zerstörende Kraft von Strömung und Wellen in sehr hohem Grade abgeschw ächt wird. Diese beiden
Gründe w irken zusammen und verursachen einen außerordentlich starken Schlickfall in den Griippen,
so daß diese in verhältnismäßig kurzer Zeit zugeschlickt sind. Dann werden nach einiger Zeit wieder neue
Griippen ausgehoben, und dieser Vorgang wiederholt sich dann dauernd. Dadurch wird das Land immer
mehr aufgehöht.
Schließlich siedelt sich Queller an. zuerst vereinzelt, dann immer dichter. Allmählich sind die Felder
zwischen den Griippen dicht mit Salicornia besetzt. Nur die Griippen sind noch frei.
Allmählich siedelt sich dann auf den höchsten Stellen Gras an. und der Queller wird nach und nach in
die Griippen gedrängt, bis er nur noch in ihnen zu finden ist. Dann haben wir eine Vorlandlandschaft
vor uns. Das Grüppenverfahren wird also auch dann noch fortgesetzt, wenn schon ein dichter Queller
rasen vorhanden ist.
Ebenso w ichtig wie die Aufhöhung ist aber dabei die Entwässerung; denn Zweck und Ziel der vielen
Mühen ist ja das Gras. Das Gras aber gedeiht erst dann gut und üppig, wenn der Boden genügend ent
wässert ist. In sumpfigem Gebiet wächst es nur spärlich (siehe früher und Sk, 3. Г, 3),