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Full text: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 5. 
legen heit hatte festzustellen. Besonders stark wirken natürlich Sturm- und Eisfluten, doch habe ich den 
Eindruck, daß viele ihrer Spuren durch den regelmäßigen Gang der Gezeiten wieder verlöscht würden. 
Welche einschneidenden Umänderungen beispielsweise durch verschiedene Wetterlage bedingt sind, werde 
ich an gegebener Stelle in dieser Arbeit an zwei Aufnahmen zeigen können. Beide sind an derselben 
Stelle gemacht. Die erste nach längerer Ostwindperiode und die zweite nach längerer Westwind 
wetterlage. 
In der Literatur finden sich über die Veränderungen im Wattgebiet verschiedenartige Angaben. Das 
mag vor allem daher kommen, daß diese Veränderungen in der Tat sehr schwer zu beurteilen sind, wie 
das auch Krüger (Seegebiet Oldenburgs) schon erwähnt. Wertvolle Beiträge zu diesem Problem könnten 
meiner Ansicht nach dadurch geliefert werden, daß ein und dieselbe Person ein bestimmtes Wattstück 
möglichst oft begeht, und zwar bis zur Eisbildung, und sofort nach dem Verschwinden des Eises wieder 
beginnend. Wahrscheinlich entstehen Veränderungen auf alle mögliche Art und Weise. Krüger erwähnt 
com Oldenburger Wattgebiet, daß diese Veränderungen meist sehr langsam vor sich gehen. R. Richter 
(Senekenbergiana IV) glaubt, für die Neubildung von Prielen hauptsächlich die winterlichen Eisfluten 
verantwortlich machen zu müssen. H. Poppen (Ann.d. Hydr. 1912) redet von langsamem Wandern und 
plötzlichem Umspringen der Tiefs. Trusheim und Richter, deren Beobachtungen sich weitgehend mit 
meinen eigenen decken, erwähnen bei Gelegenheit der schrägen Gezeitenschichtung das langsame Wan 
dern von Prielen. Auf die Beobachtungen, die ich in dieser Hinsicht machen konnte, werde ich später zu- 
riickkommen. 
Wir sehen also, daß der Geograph und Geologe, der sich eingehender mit den Watten beschäftigen 
will, sich in vielen Dingen umstellen muß. besonders wenn er in Begriffe und V orstellungen verwurzelt 
ist, die er vom festen Lande mitgebracht hat. 
Ehe wir jetzt in das Gebiet unserer Arbeit im einzelnen eindringen, möchte ich drei Aufnahmen aus 
dem eben einführend beschriebenen Gebiet zeigen. Die ersten beiden zeigen kleine Ausschnitte aus Koog 
und Sommerkoog und die dritte stellt den beschriebenen Blick von der Krone des Deiches bei Friedrichs 
koog-Spitze über Flackstrom und Watt dar. 
Bild 1. Blick vom Deich beim Hafen auf den Friedrichskoog. Im Vordergrund Schleuse, dahinter das Rugenorter Loch.
	        
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