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Full text: 48, 1929/1930

W. Ernst. H. Seilkopf: Meteorologische Beobachtungen des Las Palmas-Finges. 
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Die Beobachtungen über Einsetzen und Abklingen des Passats auf Hin-i und Rückflug sind in 
gleicher Weise bemerkenswert. Auf dem Hinfluge dreht der Wind von NNW 2 vor Cadiz um 4.45 h „ganz 
allmählich auf N und schließlich weiter nach rechts“. Um 6.15 h wird auf 34 ° 30' N. Br. 8 ° 17' W. Lg. 
der Passat mit NE 3—4 erreicht. Weiter südlich nimmt die Geschwindigkeit der NE-Strömung zu, bis 
sie um 7 h auf 33 ° 42' N. Br. 9 ° 30' W. Lg. NE 5—6 erreicht, um diese Stärke bis zu den Canaren 
beizubehalten. Auf der Heimreise herrscht im Raume der Inseln N bis NE 7—8, örtlich bedingt durch 
das Zusammendrängen der Stromlinien zwischen den Inseln. Auch die nächste Windbeobachtung um 
7.30 h auf 28° 6' N. Br. 13 ° 55' W. Lg. mit NE 6—7 dürfte noch im Einflußbereiche der nur 6—7 Sm 
entfernten Insel Fuerte Ventura sein; im ungestörten Stromfelde dürfte dort 5—6 Bft. anzunehmen sein. 
Auf dem Kurse nach der afrikanischen Küste flaut der Wind ab. Um 8.40 h wird auf 28 ° 30' N Br. 
12 ° 50' W. Lg. nur noch NE 3, um 10 h auf 29 ° 30' N. Br. 11 ° 7' W. Lg, NE 1 gemeldet. Weiter nördlich 
wird nach vorübergehender Windstille in Mogador bei Cap Cantin N 3—4 beobachtet. 
In beiden Einzelfällen ergibt sich eine stetig von NW über N auf NE drehende Strömung. In der 
NE-Strömung nimmt die Geschwindigkeit auf dem offenen Ozean zu, in unseren Fällen von 6 m/sec bei der 
Drehung von N auf NE auf 10—12 m/sec, welch letztere Geschwindigkeit auch dem durchschnittlichen 
Wert für die Jahreszeit entspricht. Nach der afrikanischen Küste zu verringert sich dagegen die 
Geschwindigkeit des NE-Stroms sehr erheblich, so daß der Passat allmählich in die schwache nordöst 
liche bis nördliche Küstenströmung übergeht. 
Weiterhin sind Beobachtungen über die Höhe der Passatströmung eingebracht worden: Auf dem 
Hinfluge am 6. Juli wird beim Einsetzen des Passats auf 34° 30'N. Br. 8° 17'W. Lg. eine Decke flacher 
Cu in 250 m Höhe notiert, die nach Süden zu ansteigt, um schließlich 600—700 m hoch zu liegen. Da 
die Passatcumuli innerhalb der kalten NE-Strömung, und zwar in den Randgebieten des Passats 
unmittelbar unter der Passatinversion liegen, ist durch diese Wolkenbeobachtungen das Ansteigen des 
Passatluftkörpers nach Südwesten zu belegt. Über die Höhe der Passatströmung bei den Canaren selbst 
liegen Beobachtungen von den Inselflügen vor. Vor allem sind hier die Beobachtungen vom 8. Juli wert 
voll, an welchem Tage auf dem Fluge von Tenerife nach Gran Canaria zwischen 500 und 600 m Höhe die 
Passatinversion durchstoßen wird; in 600 m ist die Maschine bereits oberhalb der Wolkendecke in einer 
um 10—15° wärmeren Luftschicht. Schwankungen der Höhenlage der Inversion scheinen auf Wogen 
bildung an der Grenzfläche zu deuten. Tags zuvor, ain 7. Juli, ist allerdings auf Flügen an der Ostküste 
von Gran Canaria zwischen der Gandobucht und La Luz der Passat als nur sehr flach festgestellt 
worden; in 250 m ist Windstille, darüber südsüdwestlicher Wind beobachtet worden. Ob diese südsüd 
westliche Strömung an der Ostküste örtlich bedingt ist oder einem Tief er kommen der oberen, anti- 
passatischen Strömung infolge einer Störung der Wetterlage entspricht, läßt sich nicht beurteilen. Auf 
dem Rückfluge am 12. Juli ist die Inversion, welche die untere kalte nordöstliche Strömung begrenzt, vor 
der afrikanischen Küste zwischen Cap Jubi und Mogador in 150 m Höhe wiedergefunden worden. Auch 
im Abschnitt von Casablanca bis Larache wird noch von Temperaturumkehr mit der Höhe berichtet. 
Nach den Beobachtungen auf Hin- und Rückflug ergibt sich eine Beziehung zwischen der 
Geschwindigkeit und der Höhe des Passats, indem einer höheren Geschwindigkeit eine größere Passat 
höhe entspricht. Auf dem Hinfluge wird bei NE 3—4 Bft. die Höhe zu 250 m, bei NE 5—6 Bft. zu 650 m 
angegeben, auf dem Rückfluge dagegen bei NE 3 Bft. zu 150 m. Die Beobachtungen auf den Inselflügen 
lassen sich für diese Betrachtung kaum verwerten, da die Geschwindigkeiten durch die Inseln als Hinder 
nisse im Stromfelde stark beeinflußt sind, und außerdem auch die Mächtigkeit der Passatströmung dort 
örtlich bedingt sein kann. 
Betrachtet man die Passathöhe h (in m) als Funktion der Windgeschwindigkeit v (in m/sec), so 
ergeben die Beobachtungen zwischen v — 5 und v — 10 m/sec die einfache lineare Beziehung: 
h = 100 y — A, , i 
wobei die Konstante A den Wert 350 hat. Die Betrachtungsweise würde zu folgenden Überlegungen 
führen: Mit wachsender Windgeschwindigkeit nehmen dynamischer Austausch und Reibung zu, wobei
	        
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