Walter Knoche: Der „Austrocknungswert“ als klimatischer Faktor
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aus raschen Anstiegs. Bei einer Verminderung der maximalen Dampfspannung von 81,6 mm auf 15 mm
(Differenz 16,5 mm) vermehrt sich der Austrocknungswert um genau den gleichen Betrag (2 Skalenteile)
wie hei einer Verminderung von e = 8 mm auf e — 6 mm (Differenz 2 mm) oder von 2,4 mm auf 2,2 mm
(Differenz 0,2 mm). Für t = 10° haben wir Werte, die bis 4 mm langsam und kontinuierlich ansteigen,
rascher bis 2 mm, von da an äußerst schnell. Im Allgemeinen ist es also, wenn man von den Werten e
jenseits einer gewissen Grenze, d. h. von den wirklichen Trockenregionen, absieht, zulässig, die
Dampfspannung auch in linearem Sinne als ein geeignetes Maß für die Eva
porationskraft (42) zu betrachten.
Figur 3
Zunahme des bioklimatischen Austrocknungs
wertes beiAbnahme der relativen Feuchtigkeit
(Windstille).
S
Die gleiche Kurvenschar ist auch für die bio
klimatischen Austrocknungswerte zu benutzen, in
dem man statt der Lufttemperaturen Hauttempe
raturen einsetzt. Da sich aber die Dampfspannun
gen auf Lufttemperaturen beziehen, welche die
Hauttemperaturen mitbestimmen, so kann man
nur einen gewissen (oberen) Teil der Kurven für
physiologische Untersuchungen in Betracht ziehen,
und zwar von dem Punkte der maximalen Dampf
spannung an, der zu der dieser Oberflächentempe
ratur entsprechenden Lufttemperatur gehört. So
dient z. B. die Kurve für 30° von dem Pfeil ab als
bioklimatische Kurve. Dieser Punkt entspricht
dem Sättigungswerte e = 4,6 mm für 0°. Ebenso
kann die Kurve für 36° (s. Pfeil) nur von einer
Dampfspannung von 31,6 mm ab in Frage kom
men; hier liegt der Sättigungsdruck bei einer
Lufttemperatur von 30°.
Ist also die Konstanz der bioklimatischen Ober
flächentemperatur bezüglich der Lufttemperatur
hergestelt und in Betracht gezogen, daß die Diffe
renzen der beiden Austrocknungswerte bei abneh
menden Temperaturen (und entsprechender Ver
minderung des Wasserdampfes) zunehmen, so wird
erkenntlich, daß, bei niederen Lufttemperaturen,
selbst bei hoher Feuchtigkeit der bioklimatische
Austrocknungswert (im Gegensatz zum geoklima-
tischen) immer ein erhöhter sein wird.
Betrachtet man die geoklimatischen Austrock
nungswerte (Figur 2) in bezug auf die relative
Feuchtigkeit, so findet man für alle Temperaturen
eine langsame Zunahme zwischen 100 % und 45 %
relativer Feuchtigkeit, dann eine raschere bis etwa
85 % und von diesem Wendepunkt ab einen sehr
steilen Anstieg.
Z. B. findet bei 30° Lufttemperatur bei der Ver
minderung der relativen Feuchtigkeit von 100 %
auf 90 % eine Vermehrung des Austrocknungs
wertes um 0,2, von 50% auf 40% um 1,0 und von
20 % auf 10 % um 10,1 statt.
Nur wenig verändert zeigt Figur 3 diese Verhält
nisse für bioklimatische Oberflächentemperaturen.
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