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sehr schwer wiederfindet und man außerdem die mit dem Schiff schwankende Azimutkreisebene des
Theodoliten nicht als Bezugsfläche des Höhenwinkels benutzen kann. Durch den „Spiegel-Theodoliten“
erhält man jedoch die Kimm in das Fernrohr gespiegelt, sodaß das mit dem Schiff schwankende Kimm
bild die Null-Linie der Höhenwinkelmessung darstellt und es auch bei starken Schiffsschwankungen
leicht möglich ist, das Ballonbild in der Nähe des Kimmbildes wiederzufinden. Durch die Vereinfachung
der Methode der Höhenwindmessung mit dem Spiegel-Theodoliten werden im allgemeinen nur noch zwei
Beobachter gebraucht: Der eine hält beim Beobachten den Ballon im Fadenkreuz des Fernrohrs, indem
er Azimutschraube des Theodoliten, Höhenwinkelschraube der Spiegeleinrichtung, von Zeit zu Zeit
auch die Höhenwinkelschraube des Theodoliten betätigt, während der andere Beobachter die Zeit gibt
und Höhenwinkel und das auf die Schiffsachse bezogene Azimut am Theodoliten abliest. Abgesehen
von der Vereinfachung der Beobachtungsart sind aber durch den Spiegeltheodoliten vor allem die Be
obachtungsergebnisse selbst erheblich verbessert worden.
Nachdem A. W e g e n e r und E. Kuhlbrodt auf einer Nordseefahrt des Reichsforschungs
dampfers „Poseidon“ im Sommer 1921 die Brauchbarkeit der Methode erprobt hatten, ließ die See
warte in ihrer Meteorologischen Versuchsanstalt vom Herbst 1921 an Spiegeltheodoliten bauen. Auf der
Grundlage der neuen Beobachtungsmethode nahm die Seewarte sodann, einer Anregung aus den Kreisen
der Luftfahrzeugindustrie folgend, ihre 1906 begonnene und durch den Krieg unterbrochene meteoro
logische und aerologische Forschungstätigkeit auf dem Ozean wieder auf. Durch die Unterstützung des
Reichsverkehrsministeriums, Abt. Luftfahrt, und durch das dankenswerte Entgegenkommen der großen
Reedereien, vor allem der Hamburg-Amerika-Linie, sodann des Norddeutschen Lloyd, der Hamburg-Süd
amerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft, der Woermann- und Deutschen Ostafrikalinie, durch die
Unterstützung der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und die Beteiligung der Luftfahrzeug
industrie ist es der Seewürfe möglich gewesen, in den Jahren 1922 bis 1929 zehn Forschungs
fahrten nach Mittel- und Südamerika, sowie nach der Westküste von Afrika mit je zwei Meteorologen
durchzuführen, auf denen neben sonstigen meteorologischen Arbeiten vor allem die Höhenwinde über
dem Atlantischen Ozean gemessen worden sind. Die Ergebnisse der Forschungsfahrten sind zum Teil
veröffentlicht 4 ), zum Teil in Bearbeitung.
Während auf diesen Fahrten die Strömungsverhältnisse des Atlantischen Luftmeeres stichproben
artig erkundet wurden, hat die Deutsche Seewarte im Jahre 1928 begonnen, durch laufende Höhen
windmessungen von Schiffsoffizieren an Bord von Handelsschiffen das Strom
feld über dem Atlantischen Ozean überwachen zu lassen. Diese Ueberwachung geschieht im wesent
lichen in Hinblick auf die Vorbereitung und die meteorologische Beratung des transatlantischen Luft
verkehrs. In entgegenkommendster Weise haben die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrtsge
sellschaft, die Hamburg-Amerika-Linie und der Norddeutsche Lloyd Schiffe auf der La Plata- und der
New York-Fahrt zur Verfügung gestellt. In opferwilliger Weise haben es Offiziere dieser Schiffe frei
willig übernommen, die Höhenwindmessungen an Bord durchzuführen. Die erste Höhenwindmeßstelle (A)
ist auf dem zwischen Hamburg und dem La Plata verkehrenden Motorschiff „Monte 01 i v i a“
(Kapitän Wilstermann, Beobachter 2. Offizier Bertram) der Hamburg-Süd im Sommer
1928 eingerichtet worden. Die Meßstelle B hat sodann im Frühherbst 1928 der Hapagdampfer „Cleve-
land“ (zunächst Kapitän Buch, später Kapitän Niss, Beobachter zunächst 2. Offizier
Banker, später 2. Offizier Fra nie!) auf der New York-Strecke übernommen. Die dritte Meß
stelle C ist zu Beginn des Jahres 1929 wieder auf der Südamerikafahrt, auf dem Lloyddampfer „Sierra
Morena“ (Kapitän Nauer, Beobachter: Die jeweils an Bord befindlichen Offiziere)
aufgestellt worden.
Den beteiligten Reedereien, den Kapitänen der genannten Schiffe und den
die mühevolle, zeitraubende Arbeit des Pilo t v isi e ren s und Auswertens aus
übenden Schiffs Offizieren auch an dieser Stelle herzlichsten Dank zum Aus
druck zu bringen, ist der Deutschen See warte vornehmste Pflicht. Dem Reichs-
verkehrsministerium, Abt. Luftfahrt, stattet sodann die Deutsche Seewarte
ganz besonderen Dank ab für die Bewilligung der Mittel zu den Höhenwind
messungen auf Handelsschiffen und zur Drucklegung der Ergebnisse.