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Full text: 48, 1929/1930

Walter K n o c h e : Der „ Aus trocknungs wert“ als klimatischer Faktor 
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Austrocknungswert und Oberflächentemperatur. 
Auf die Bedeutung der Oberflächen- resp. Hauttemperaturen wurde bereits hingewiesen. 
Die Werte 
E + dE 
und 
E„dE 
edt edP 
beispielsweise die Werte bei e = 1,0 vergleicht. 
lassen einen sehr raschen Anstieg von t und P erkennen, wenn man 
Figur 1 
Setzt man e = 1,0 und schaltet somit diesen Wert aus, 
dE d E 
so erhält man bei E t — resp. E — einen Wert, welcher 
Öl * öt 
einen Yerdunstungs- resp. Austrocknungswert ergibt, der 
ausschließlich von der Oberflächentemperatur abhängt, wie 
es Figur 1 zeigt. Hiernach steigt der Austrocknungswert 
langsam und kontinuierlich von 0,0 (bei —10°) bis 19 (bei 
20°), um darauf rascher und von etwa 40° ab bei einem Werte 
dE 
E t — = 160 sehr schnell anzusteigen. 
Es ist klar ersichtlich, welche großen Unterschiede am 
gleichen Beobachtungsorte zwischen dem geoklimatischen 
und bioklimatischen Austrocknungswert (im Schatten und 
bei Windstille) bestehen, da auch bei den größten vorkom 
menden Kältegraden die Hauttemperatur kaum auf 20° her 
absinken wird; d. h. die Unterschiede zwischen 
geo - und bioklimatischer Temperatur sind bei 
niedrigen Lufttemperaturen am größten (38). 
So ist P c = 28° bei t=—-10°; das Verhältnis des Aus 
trocknungswertes (für e = 1) wäre 458,9 : 2,7 = 170. 
Bei t —10° ist P c —32° und das Verhältnis 706,4:55,8 
= 13; bei t = 30° und P c = 36° beträgt der Quotient der Aus 
trocknungswerte 1073,1 : 571,9 = 2. Steigt die Lufttemperatur 
weiter bis auf 40°, so wird die Hauttemperatur höchstens 38° 
betragen, und abgesehen vom Dampfgehalt der Luft wird 
von diesen extremen Temperaturen ab der geoklimatische 
Austrocknungswert verhältnismäßig weit rascher wachsen 
als der entsprechende bioklimatische. Tabelle 1 und Figur 1 
zeigen überdies, daß bei Gleichheit der äußeren meteorologi 
schen Elemente der geoklimatische Austrocknungswert bei 
spielsweise eines heißen Wüstengebietes infolge der höheren 
Oberflächentemperatur um ein Vielfaches größer ist als der 
etwa des winterlichen Sibiriens. 
Setzt man z. B. (im Schatten und bei Windstille) e = 1 
(39), so wird der geoklimatische Austrocknungswert bei 
einer Temperatur von 40° in dem einen Falle 16 000 mal 
größer sein als bei — 30° in dem anderen; bei Strahlung 
können wir eine Oberflächentemperatur von 70° annehmen, 
wir werden dann einen rund 25 000 mal höheren Wert er 
halten als bei —30°. 
Zunahme des Austrocknungs 
wertes mit der Oberflächen 
temperatur (für e = 1mm). 
E, ^ resp E P ^
	        
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