22 Bericht üb. d, erste Teilfahrt d, D. Nordatl, Exped, d. Forschungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor“,
Boden nicht nur auf, sondern der Si-Gehalt nimmt sogar deutlich wieder ab (vgl.
Abb, 11). Es ist kaum anzunehmen, daß hier die Auflösung geringer ist, etwa
weil sich die Kieselschalen in dieser Tiefe bereits zum größten Teil aufgelöst
hätten, Dagegen sprechen u, a. die Befunde von C. W. Correns!) über den
Gehalt der Sedimente des Kap Verden-Beckens an Kieselschalen. Da nun auch
das Phosphat eine ähnliche Abnahme über dem Tiefseeboden aufweist, möchten
wir als Ursache eine adsorptive oder chemische Bindung der Phosphat-
und Silikat-Ionen an das Sediment, vor allen Dingen durch das CaCO, an-
nehmen, Daß sich Reaktionen des Sediments mit dem Meerwasser bis in größere
Entfernungen vom Tiefseeboden bemerkbar machen, konnten wir früher an der
Zunahme des Kalkgehalts des Seewassers über dem Boden infolge Herauslösung
von CaCO, zeigen?). Bei der experimentellen Prüfung obiger Annahme zeigten
bereits die ersten vorläufigen Versuche, daß Phosphat aus Lösungen von 50 mg/m?
durch Kalziumkarbonat in beträchtlicher Menge gebunden wird. Bei Silikat-
lösungen ist der Effekt bedeutend geringer, aber offenbar auch vorhanden,
Diese Vorgänge müßten sich auch auf die Beschaffenheit des Sediments aus-
wirken. So ist möglicherweise ein Teil des von C. W. Correns®) in kalkreichen
Tiefseesedimenten gefundenen Phosphors durch Aufnahme von Phosphat-Ionen
aus dem Tiefenwasser durch den Kalk der Globigerinen in das Sediment gelangt,
V. Bericht über die meteorologischen Arbeiten auf der ersten Teilfahrt
der Deutschen Nordatlantischen Expedition.
Von &. Böhnecke und B. Schröder, Marineobservatorium, Wilhelmshaven,
1. Die Aufgaben. Die meteorologischen Arbeiten der Deutschen Nordatlan-
tischen Expedition gliederten sich in zwei Aufgabengebiete, von denen das erste
in der Vornahme der Terminbeobachtungen der meteorologischen Elemente
an Bord sowie in ihrer laufenden Registrierung bestand. Diese Bordbeobach-
tungen dienten gleichzeitig in Verbindung mit den durch die Funkstation des
„Meteor“ empfangenen Sammelwettermeldungen als Grundlage für eine Wetter-
beratung. Ihre Vorhersage stand der Schiffsführung und dem wissenschaftlichen
Stab bei der Anlage des Reiseweges beratend zur Seite, Die Verarbeitung dieses
synoptischen Materials in seiner Gesamtheit in Verbindung mit dem ozeano-
graphischen Oberflächenmaterial wird es ermöglichen, die für die Auftriebs-
wassergebiete besonders interessante Frage des Verhältnisses Lult- und Wasser-
temperatur, sowie auch die Frage der Passatdivergenz zu klären.
Die zweite Aufgabe lag auf dem Gebiete der Aerologie. Es galt, die zur Zeit
in Deutschland vorhandenen Radiosondentypen auf ihre Brauchbarkeit hin zu
prüfen und sie zur Erforschung der höheren Luftschichten von Bord aus ein-
zusetzen. Die Bedeutung dieser Arbeiten für den transozeanischen Luftverkehr
liegt auf der Hand.
Die beiden Meteorologen, Dr. Schröder vom Marineobservatorium Wilhelms-
haven und Dr. Krügler vom Wetterdienst des Luftkreiskommandos VI (See),
führten die meteorologischen Arbeiten gemeinsam aus und wurden hierbei durch
Mechaniker des Marineobservatoriums sowie durch Personal des Schiffes auf das
beste unterstützt.
2. Die meteorologischen Arbeiten. Terminbeobachtungen und Registrie-
rungen der meteorologischen Elemente. Nach dem Durchfahren des Englischen
Kanals wurden täglich viermal Terminbeobachtungen zu den Zeiten 0000, 0600,
1200 und 1800 Uhr M.G,Z. ausgeführt und als Seeobs an die Funkstelle Kiel,
zeitweise auch Norddeich, durchgegeben, Die Beobachtungen der meteorologischen
2 CC. W. Correns, Die Sedimente des äquatorealen Atlantischen Ozeans, 2. Lieferung, Wiss,
Ergebnisse der „Meteor“-Expedition 1925—27, Berlin 1937, S. 285ff.: Der Gehalt der Sedimente an
Kieselorganismen, — % H. Wattenberg, Kohlensäure und Kalziumkarbonat im Meere, Fortschritte
der Mineralogie usw, Bd, 20, 8. 168 (1936). — 3) C.W. Correns, le. S.219ff;: Über die Geo-
chemie von Eisen, Titan, Mangan und Phosphor.