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Full text: 48, 1929/1930

Lucio Baelider: Ur und lagen und Versuch einer landsclial’tskundi. Gliederung der uördl. algerischen Sahara. 61 
V. Die Salzpfanne nwös t e. 
Die beckenförmigen, flachen, vegetationslosen Pfannen sind in größerer oder kleinerer Ausbildung 
als Chotts in der Depression oder als Sebkhen — vornehmlich in den Wadis —• sehr häufig. (Be 
schreibung S. 43 ff.) 
VI. Die Oasen. 
Die Oasen sind — vorwiegend als Produkte menschlicher Arbeit — eine Kulturlandschaftsform in 
der Wüstenlandschaft. Im landschaftskundlichen Teil sind bei den einzelnen Landschaften zahlreiche 
verschiedenartige Oasen unter Berücksichtigung der örtlichen geographischen Verhältnisse ausführlich 
beschrieben worden. In diesem Abschnitt hingegen soll nur eine kurze Übersicht über die verschiedenen 
Oasentypen gegeben werden. Eine ausführlichere Beschreibung erfahren nur solche Anlagen, die allen 
Oasen gemeinsam, bei den einzelnen aber nicht beschrieben werden. 
Eine Oase ist eine auf künstlicher Bewässerung beruhende Pflanzung inmitten eines unfruchtbaren 
Gebietes. Die Oasen der algerischen Sahara setzen sich ausnahmslos zusammen aus der Pflanzung, wo 
unter Palmen meist Gartenbau und Obstkultur getrieben wird, und der Siedlung, die aus dem meistens 
mit einer Mauer umgebenen, enggedrängten Kastenhäuserkomplex mit engen Gassen besteht. Beide 
Teile sind streng voneinander geschieden. Versandete Gärten, selten nur alleinstehende Palmengruppen 
bilden nur manchmal den Übergang zur Salzsteppe oder Wüste. 
Man kann nach Lage und Bewässerungsart drei verschiedene Oasentypen unterscheiden: 
1. die Gebirgsrand-Flußoasen, 
2. die Depressions-Brunnenoasen, 
3. die Sanddünenkessel-Grundwasseroasen. 
1. Die Gebirgsrand-Flußoasen. 
Beispiele sind Biskra (S. 32), Laghuat (S. 33) und einige der Mzaboasen (S. 38). 
Die Gebirgsrand-Flußoasen liegen am Austritt von Wadis aus dem Gebirge oder bzw. in Plateau- 
Waditälern. Sie werden zum großen Teil mit Flußwasser gespeist, das in Kanälen aus dem Wadibett 
von besonderen Wasserentnahmestellen in die Pflanzungen geleitet wird. 
2. Die Depressions-Brunnenoasen. 
a) Einfache Brunnenoasen. 
Beispiele sind die Oasen im Wadi Rir (S. 48 ff.). Diese Oasen erhalten ihr nur z. T. unter artesischem 
Druck stehendes Wasser aus gebohrten Brunnen, aus denen es mit Hilfe von Seilwinden, die teils von 
Menschen, teils von Tieren bedient werden, gehoben und in Bewässerungskanäle geleitet wird. Die 
Hebung des Wassers kann auch an Stelle der Sei 1 wi ndenbnmrien durch Chadoufs erfolgen. (Abb. 4 und 5 
auf Tafel 4.) 
b) Artesische Quellwasseroasen. 
Beispiele sind das Djerid, Nefzaua (S. 45), Ghadames (S. 58), Touggourt (S. 49), Wargla (S. 42). Diese 
Oasen- beziehen ihr Wasser aus entweder natürlichen oder künstlich erbohrten, überlaufenden artesischen 
Brunnen, aus denen es direkt in die Bewässerungskanäle und zu den Pflanzungen fließt. 
3. Die Sanddünenkessel-Grundwasseroasen. 
Beispiele sind die Oasen des Souf (S. 52) und einige des Nefzaua (Douz S. 46). Das Charakteristikum 
dieses Oasentyps sind die künstlich bis auf die Grundwasserschicht ausgeschachteten, z. T. wohl 
natürlich vorhedingten, großen Kessel, die der Grundwasserschicht so nahekommen, daß die Wurzeln 
der in den Kesseln wachsenden Palmen das Grundwasser erreichen können und die Bäume gänzlich 
ohne Berieselung gedeihen.
	        
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