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Full text: 48, 1929/1930

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 2. 
Ähnlich ist der Übergangsraum im Westen El Biodhs gestaltet. Die zerschnittene Hamada begleiten 
nach Westen zu verschiedene Kämme (Menkebs) an der Oudje der Sandwüste. Alle diese Vorgebirge 
des Erg ruhen auf einem Kalkknochengerüst, das fast überall noch sichtbar ist 77 ). Wadis mit tonigen 
Ablagerungen und Sebkhen verlieren sich unter dem Sand. Zwischen dem Hassi Inifel und Hassi 
Messegguen breitet sich eine Ebene aus, die Prärie der Maäder, bewässert von Rinnsalen, die in regen 
reichen Jahren von dem Hamadarand herunterkommen, bis sie unter den Sanddünen verschwinden. 
El Mader soll ausgezeichnete Weidegründe für einen Nomadenstamm bieten. 
So leitet der Übergangsraum der Zeugenberge und Maäder von der unendlichen Sanddünenwüste 
des Ighargharbeckens zu der Kreidekalkschichttafelwüste der mittleren Sahara, dem Machtbereich der 
Touareg, über. 
Zusammenfassung. 
Die Landschaftstypen. 
Die Landschaften der nördlichen algerischen Sahara treten zwar in dem Gebiete des Mzabplateaus 
und des Ighargharbeckens mit wenigen Ausnahmen nur einmal auf; für das nordafrikanische Trocken 
gebiet aber besitzen sie den Wert von Landschaftstypen. Diese tragen die typischen Charakterzüge 
einer Anzahl von wesensgleichen Landschaften, wenn letztere auch in untergeordneten individuellen 
Einzelheiten voneinander abweichen können. 
Im Ighargharbecken und auf dem Mzabplateau wirken nur wenige Arten von Kräften, darum treten 
nur wenige Gruppen von Formen auf. Diese vergesellschaften sich infolgedessen zu einer zwar nur 
geringen Anzahl von Landschaftstypen, sind aber aus dem gleichen Grunde im Gegensatz zu anderen 
Klimagürteln besonders scharf ausgeprägt. 
Folgende Typen lassen sich aus dem Landschaftsgebiet der nördlichen algerischen Sahara heraus 
heben 78 ): 
I. Die Hamada. 
Diese Steinwüste mit eckiger Blockschuttbedeckung bildet die Oberfläche der flachgelagerten Tafel 
länder. Dabei sind die Art und das Alter der sedimentären Unterlage gleichgültig. Das Wüstenklima 
hat in jedem Falle eine grundsätzlich gleichmäßige Ausbildung der Oberfläche herbeigeführt. (Be 
schreibung S. 35 ff.) 
II. Die Zeugenberg-Schichttafelwüste. 
Die Hamada besitzt oft Stufenbau. Dann ist jede der treppenartig ansteigenden, horizontalen Stein 
ebenen von der andern durch einen Steilabfall getrennt. Ein solcher Steilrand erhebt sich aber nicht 
geschlossen und ohne Übergang aus der Ebene, sondern wird durch eine Anzahl von Zeugenbergen 
angekündigt (Beschreibung S. 40 ff.). 
III. Die R e g k ü s t e. 
Diese ebene Kieswüste mit Lehmuntergrund bildet den Boden der Nebka in den Wadis und stellen 
weise flächenhaft — wie in den Gassis — den der Dünen in dem großen Sandbecken. (Beschreibung 
Seite 50 ff.) 
IV. Die Sand wüste. 
Sie kommt als Nebka (Flugsandwüste) oder Erg (riesiges geschlossenes Sanddünengebiet) vor. Als 
Nebka ist sie vorzugsweise in den Waditälern ausgebildet, als Erg füllt sie den größten Teil des 
Ighargharbeckens aus. (Beschreibung S. 53 ff.) * 7 
77 ) Flatters (Derrccägaix) Exploration du Sahara. Paris 1882. S. 39. 
7S ) Auf eine Beschreibung- der Typen soll hier verzichtet werden, .jedoch werden Hinweise auf die entsprechen 
den Darstellungen in der vorliegenden Arbeit gegeben.
	        
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