accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 48, 1929/1930

58 
Aus dem Archiv der Deutscheu Seewarte. — 48. Bd. Heft 2. 
geworden. — Die bemerkenswerte Wasserstelle Hassi Mouilah Maättallah liegt in einem ovalen, 250 m 
langen Becken, das von hohen Dünen umgeben wird. Es ist eigentlich kein Brunnen, wenn man ihn mit 
Ain Taiba vergleicht: am Grunde des Beckens ist der Sand aui 50—60 m Durchmesser feucht, gräbt man 
etwa 20 cm tief, so steigt wie im Wadi Rir salziges, bitteres Wasser in dem Loch empor. Der Sand des 
Bodens ist in Höhe des Grundwasserstandes äußerst flüssig, und trotz Bepflanzung des Lochrandes 
wird der Brunnen sich allmählich zuschütten. — El Biodh liegt innerhalb) einer 5 km langen Sebkha des 
verlängerten Gassis Adham am Fuße einer Düne. Das Wasser ist salzig und kaum genießbar, und Tier 
und Mensch droht Gefährt durch die dort wachsende Giftpflanze Bethima. — Von den Brunnen am Rande 
der Hamada von Tinghert sei noch Tin Yaggin und Hassi Imoulay vor Grhadames erwähnt. Der erstere 
führt ebenfalls bitteres und salziges Wasser und droht durch Dünen verschüttet zu werden. In den zahl 
reichen Flußläufen bilden sich nach Regenfällen R’dirs aus. Auch an diesem Brunnenplatz stellte Foureau 
wie am Hassi Mouilah Maättallah prähistorische Feuersteinwerkzeuge, Tonscherben, uralte und sonder 
bar große Straußeneier und heute verlassene Touareggräber fest. — Der Hassi Imoulay liegt am Rande 
der felsigen, abgetragenen, von Tälern zerschnittenen Schichttafel, der die Zacken des Erg sich vorlagern. 
In 3.60 m Tiefe trifft man auf schlechtes Wasser, dessen milchige Farbe von Gipsmergeln herrührt. Der 
Boden des hier austretenden Wadi Imoulay ist Reg mit Spuren von Sebkhaterrain. Auffällig ist unter 
den Pflanzen das Vorkommen von Tamarix. 
Erwähnt seien kurz die für jeden Wüstenreisenden so bedeutsamen Spuren einer Karawane, die 
gerade in dem Regboden der Gassis ausgezeichnet erhalten sind. In 8—10—15 parallelen Reihen sind 
die Medjbeds in der Formenarmut der Wüste immerhin eine auffällig^ Erscheinung, um so mehr, als sie 
fast unbegrenzt die eingedrückten Spuren bewahren. So ließen sich von Foureau 72 ) am Hassi Tabankort 
14reihige Medjbeds als von 14 Chaambas von ihrer Reise 1887 deuten. In den Gassis nordöstlich von 
Ain Taiba verschwinden diese Spuren plötzlich vor 8—10 m hohen Dünen und tauchen hinter diesen 
wieder auf — ein Zeichen für deren junge Bildung, 
3. Die Oase Ghadames. 
Gestützt auf die Berichte Mirchers, Duveyriers und Pervinquieres läßt sich folgendes Bild der Oase 
entwerfen. (Abb. 11.) 
Im Westen von rötlichen Zeugenbergen mit 
abgestutztem Gipfel, im Osten und Südosten von 
einer riesigen Gipsebene begrenzt, erhebt sich die 
Oase Ghadames. Die dichtgedrängte, blendend 
weiße Häusermasse, die festungsartig emporge 
mauert ist, leuchtet aus dem etwas tiefergelegenen 
dichten, grünen Palmenhain, dessen Wipfel die 
umschließende Stadtmauer überragen. 
Die Stadt liegt inselartig im südwestlichen 
Teil der Oase, die von einer Erdmauer umschlos 
sen wird. Durch die zahlreichen ein- und aus 
springenden Winkel weist sie einen Umfang von 
6000 m auf. Verteidigungstürme, kleine und große 
Tore unterbrechen die Mauereinfassung, die heute 
jedoch an vielen Stellen eingefallen ist und weiter 
zerfällt. Vom westlichen Tor aus führt ein langer 
Gang auf den Marktplatz, den Souk. Die Straßen 
sind meistens sehr schmale Gänge und fast immer 
auf ihrer ganzen Länge durch die ersten Stock- 
Aus: Missiou de Ohadames l»u3 
werke der Häuser überdeckt und erhalten nur Abb. 11. Die Oase Ghadames. 
72 ) 1896.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.