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Volltext : 17, 1894

Dr.  C.  Steehert:  Das  Marine-Chronometer  und.  seine  Verwendung  in  der  nautischen  Praxis.

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Es  ist  s 9 —sj  =  +  47?1
s s  —s 2  —  +  36.7
s 7  —s s  =  +  24.8
s e —s 4  =  +12.2

«—1  =  8
n—  3  =  6
n—5  =  4
n—7  =  2

Produkte  +  376?8
+  220.2
+  99.2
+  24.4

Klammer  =  +720?  6
L  =  240
^  =  +3?00

§  50.  Durch  eiuige  weitere  Umformungen,  welche  hier  aber  unterdrückt  werden  mögen,  kann  man
dem  oben  gefundenen  Werthe  von  g  auch  die  Form  gehen:

(Z n —Z A )  (s„—s x )  +  (Z n —i—ZA  (ßn  —!—s. 2 )  +  (Zu  —2—Z.,)  (s„_ 2 —s 3 )  +
9  ~  ~  (Zu-zy  +  (z n - x -z 2 y  +  (Z H - 2 -Z. A y>+
wo  Z t  bis  Z„  die  Daten  der  einzelnen  Standhestimmung  bezeichnen.  —  Diese  Gleichung  giebt  die  folgende
Kegel  für  die  Berechnung:  Der  Zähler  wird  gebildet,  indem  man  symmetrisch  den  ersten  Uhrstand  vom
letzten,  den  zweiten  Uhrstand  vom  vorletzten  u.  s.  w.  subtrahirt,  die  Differenzen  jedesmal  mit  den  Zwischenzeiten ­
  multiplizirt  und  dann  sämmtliclie  Produkte  addirt;  der  Nenner  ist  gleich  der  Summe  der  Quadrate  der
Zwischenzeiten.
Diese  Rechnungsvorschrift  liefert  auch  dann  noch  ein  sehr  nahe  richtiges  Resultat,  wenn  die  Zwischenzeiten ­
  nicht  vollständig  einander  gleich  sind.  —  Um  Letzteres  durch  ein  Beispiel  zu  zeigen,  mögen  hier  die
oben  mehrfach  benutzten  Zeithall-Beobachtungen  in  Apia  herangezogen  werden.  Man  hat

« 8 —*i  =  +  15?5

00
1
II
o

Produkte  +  155?0

Zähler  +217?0

s 7  —  s 2  =  +  7.5

+  —=  6

+  45.0

Nenner  +156

*«  =  +  3.5

^6—^3  =  4

+  14.0

g  =  +1?39

s ä  —s 4  =  +  1.5

z b-~ z i  =  2

+  3.0

Vorhin  fanden  wir

ff  =

+  1?40

Sind  die  Zwischenzeiten  vollkommen  einander  gleich,  so  gestaltet  sich  die  Berechnung  von  g  nach  der
früheren  Formel  etwas  einfacher.

§  51.  Ueber  die  Benutzung  mehrerer  Chronometer.  Wir  haben  in  den  vorstehenden  Rechnungs-Vorschriften
  bis  jetzt  ausschliesslich  deu  Fall  berücksichtigt,  dass  sich  nur  ein  Chronometer  an  Bord  befindet. ­
  Die  Beschränkung  auf  nur  ein  Instrument  ist  aber  für  die  nautische  Praxis  keineswegs  empfehlenswerth.
  Wir  müssen  hei  der  grossen  Anzahl  der  auf  See  einwirkenden  gangstörenden  Ursachen  selbst  bei
einem  vorzüglichen  Chronometer  stets  der  Befürchtung  Raum  geben,  dass  das  Instrument  einmal  ein  vollständig ­
  unregelmässiges  Verhalten  annimmt.  Fällt  nun  ein  solches  Ereigniss  in  eine  Zeit,  wo  durch  die
Stellung  des  Mondes,  oder  durch  andauernd  schlechte  Witterungs-Verhältnisse  die  in  der  ersten  Abhandlung
dieses  Bandes  enthaltenen  Kontrolen  unmöglich  sind,  so  können  hierdurch  wesentliche  Fehler  in  der  Navigirung
und  schwere  Gefahren  für  Lehen  und  Gut  herbeigeführt  werden.  Bei  der  Benutzung  zweier  Chronometer
wird  man  deu  Eintritt  einer  Gangstörung  in  den  meisten  Fällen  sofort  konstatiren  und  auch  die  Grösse
derselben  überschläglich  abschätzen  können;  es  wird  sich  aber  ohne  Weiteres  nicht  feststellen  lassen,  welchem
der  beiden  Iustrumente  ein  mangelhaftes  Verhalten  zuzuschreiben  ist  und  welches  für  die  weiteren  Vorausberechnungen ­
  benutzt  werden  muss.  Noch  verliängnissvoller  kann  der  Irrthum  werden,  wenn  einmal  beide
Chronometer  in  gleichem  Sinne  von  der  Wahrheit  abweichen  und  mithin  hei  der  Vorausberechnung  nahezu
gleich  fehlerhafte  Resultate  liefern.  —  Erst  durch  die  Verwendung  dreier  Chronometer  und  durch  eine  mit
richtiger  Kritik  ausgeführte  Benutzung  ihrer  Angaben  wird  derjenige  Grad  der  Zuverlässigkeit  in  den  Zeitangaben ­
  erreicht  werden  können,  welcher  für  die  heutige  nautische  Praxis  erforderlich  ist.  Die  diesem
Zwecke  entsprechenden  Methoden  und  Redlinings-Vorschriften  sollen  im  Folgenden  dargelegt  werden.
§  52.  Die  3  Chronometer,  welche  wir  nach  der  Güte  geordnet  mit  A,  B  und  C  bezeichnen  wollen,
siud  täglich  zu  der  gleichen  Ortszeit  (gewöhnlich  wählt  man  hierzu  8 h  vormittags)  gegenseitig  mit  einander
zu  vergleichen.  Es  empfehlt  sich  hierbei,  diese  Vergleichungen  in  der  Reihenfolge  und  im  Sinne
I  =  A—B  II  -  A—C  III  =  B—C
vorzunehmen.  Man  erkennt  sofort,  dass  man  für  die  Richtigkeit  der  Vergleichung  die  Kontrole  hat  durch
(III)  -  (II)-(I)
In  Betreff  der  praktischen  Ausführung  dieser  Vergleichungen  mögen  hier  die  folgenden  Vorschläge  gemacht ­
  werden.  Es  seien  die  Chronometer  A  und  B  mit  einander  zu  vergleichen.  Man  überzeuge  sich  zu-
            
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