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Volltext : 47, 1920-1925 (1929)

Aerologisehe  u.  Hydrographische  Beobacht,  der  deutsch.  Marinestat.  währ.  d.  Kriegszeit  1914—1918.  —  1925.  Heit  2.  3

I.  Die  Gezeiten  in  Ostende  und  Zeebrügge.
t.  Vorbemerkungen.
Die  Gezeiten  an  der  flandrischen  Küste  wurden  in  Ostende  vom  1.  Juli  1915,  in  Zeebrügge  vom
1.  Oktober  1915  ab  bis  zum  2.  Oktober  1918  fortlaufend  beobachtet,  und  zwar  zunächst  durch  Lattenpegelablesungen, ­
  nach  wenigen  Monaten  aber  mit  Hilfe  von  zwei  Selbstschreibpegeln,  System  Ott.
Für  den  gesamten  Zeitraum  liegen  lückenlose  Aufzeichnungen  vor.  Näheres  hierüber,  über  die  Lage
der  Pegel,  deren  Überwachung,  die  Lage  und  Kontrolle  der  Nullpunkte  wurde  bereits  im  ersten  Teile
der  Bearbeitung  der  hydrographischen  Beobachtungen  eingehend  mitgeteilt. 1 )
Die  Auswertung  der  Aufzeichnungen  der  Wasserstandsschwankungen  in  Ostende  und  auch  in
Zeebrügge  erfolgte  nach  drei  Richtungen.
1.  w  u  r  den  fortlaufe  n  d  die  stündlichen  Wasser  Stands  werte  e  n  t  n  o  m  m  e  n  ,
und  zwar  für  Ostende  für  die  Zeit  vom  1.  Mai  1915  bis  30.  September  1918,  für  Zeebrügge  vom  1.  August
1915  bis  30.  September  1918.  Die  Ostender  Werte  für  etwa  400  Tage  vom  1.  August  1915  ab  wurden
von  K.  Hessen 2  3 )  zur  Ableitung  der  harmonischen  Konstanten  benutzt.  Zur  Ableitung  der  harmonischen
Konstanten  nach  der  Börgen’schen  Methode  für  die  folgenden  Jahre  wurden  für  die  Zeit  von  Anfang
August  1916  bis  Ende  August  1917  und  von  Anfang  August  1917  bis  Anfang  September  1918  für
Ostende  und  auch  für  Zeebrügge  fortlaufend  Summenverzeichnisse  hergestellt.  Die  Beendigung  der
Ableitung  wurde  aber  unterbrochen,  als  nach  freundlicher  privater  Mitteilung  von  K.  Hessen  dem
Verfasser  bekannt  wurde,  daß  eine  Neubearbeitung  der  Börgen’schen  Methode  dem  Abschluß  nahe  sei.
Nach  Erscheinen  der  Abhandlungen  von  K.  Hessen“)  wurden  von  H.  Ra  lisch  el  baoh-See  warte  Einwände ­
  erhoben.  Die  Bearbeitung  der  Pegelbeobachtungen  nach  der  Methode  der  harmonischen  Analyse
wurde  deshalb  verschoben,  bis  eine  weitere  Klärung  der  Methode  erreicht  ist 1 ).  Es  sollen  dann  die  Konstanten ­
  für  Ostende  und  Zeebrügge  für  je  zwei  Jahre  abgeleitet  werden,  weiter  ist  beabsichtigt,  unter
Benutzung  der  neu  gewonnenen  Konstanten  die  Kurven  für  die  Zeit  von  1915  bis  1918  zu  zeichnen
und  die  B-R  besonders  nach  dem  Einfluß  von  Wind  und  Luftdruck  zu  untersuchen.
2.  wurden  die  G  r  un  d  werte  der  Gezeitenerscheinung  abgeleitet  und  ihre
Abhängigkeit  v  o  m  Mondalter  und  von  meteorologischen  Faktore  n  u  n  t  e  r  -
s  u  c  h  t  (vergl.  Abschnitt  I,  2  und  I,  4).
3.  wurden  den  gesamten  Aufzeichnungen  tiden  stündliche  Werte  entnommen ­
  und  diese  zur  Ableitung  der  periodischen  und  unperiodischen
Schwankungen  des  mittleren  W  assoi'sta  n  d  e  s  (vergl.  Heft  1  dieser  Veröffentlichungsreihe
 1 )  sowie  zur  Gewi  n  n  u  n  g  mittlerer  Ge  2  ei  t  e  n  kurv  e  n  b  enutzt  (vergl.  Abschnitt
I,  3  und  I,  4).

*)  Bruno  Schulz.  Die  periodischen  und  «»periodischen  Schwankungen  des  Mittelwasserstandes  an  der  flandrischen ­
  Küste  (Oktober  1915  bis  September  1918)  in:  Aerologisclie  und  Hydrographische  Beobachtungen  der  Deutschen ­
  Marine-Stationen  während  der  Kriegszeit  1914—1918.  Heft  1.  Hamburg  1920,  auch  Habilitationsschrift  Hamburg ­
  1920.
2 )  vergl.  Annalen  der  Hydrographie  1920.  S.  179  ff.
3 >  vergl.  K.  Hessen.  Ueber  die  Börgensche  Methode  der  harmonischen  Analyse  der  Meeresgezeiten,  deren  Vereinfachung ­
  und  Erweiterung.  Annalen  der  Hydrographie  usw.  1920.  S.  1  ff.,  73  ff.,  123  ff.,  177  ff.
K.  Hessen.  Ueber  eine  Methode,  die  harmonischen  Konstanten  der  langperiodischen  Tiden  der  Meeresgezeiten
abzuleiten.  Ebenda  S.  441  ff.
*)  H.  Rausebelbach.  Harmonische  Analyse  der  Gezeiten  des  Meeres.  Eine  Weiterentwicklung  des  Börgenschen
Verfahrens  I.  Teil.  Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  XLII.  1924,  vergl.  besonders  S.  61,
            
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