Zu lang im Meer: Schadstoffe
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„Immer wieder treten neue Schadstoffe auf, wie zum Beispiel
die per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, auch PFAS
genannt. Diese Substanzen werden unter anderem in Out-
door-Bekleidung, Coffee-to-go-Bechern, bei der Herstellung
von Teflon und in Feuerlöschschäumen verwendet. Das Prob-
ıem liegt darin, dass sie sehr lange in der Umwelt verweilen.
Daher überwachen wir 18 Substanzen aus der PFAS-Gruppe.“
Dr. Berit Brockmeyver, Leiterin des BSH-Labors und Co-Leiterin der HELCOM-Expertengruppe Schadstoffe
Die deutschen Meeresgewässer sind immer noch mit Schadstoffen belastet. Insbesondere
das giftige Schwermetall Quecksilber ist weit verbreitet und in Sedimenten und in Lebe-
wesen im Meer nachzuweisen. Das gilt auch für polybromierte Diphenylether in Sedimenten,
die beispielsweise aus Flammschutzmitteln stammen. In der Nordsee und Ostsee überschrei-
ten einige Schadstoffe den Schwellenwert.
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Dazu gehören das Schwermetall Blei, das
Antifouling-Mittel Tributylzinn sowie die
>lanzenschutzmittel Cypermethrin und
midacloprid. Weitere Schadstoffe sind Per-
Auoroctansulfonsäure (PFOS) aus Impräg
nierungsmitteln und Schaumlöschmitteln,
polychlorierte Biphenyle aus Hydraulikflüssig-
xeiten und Weichmachern sowie Benzol[g,h,i]
oerylen, das bei unvollständiger Verbrennung
antsteht.
In der Ostsee werden zusätzlich die Schwer
metalle Cadmium und Kupfer über den
Schwellenwert hinausgefunden. Hinzu
kommen polyzyklische aromatische Kohlen-
wasserstoffe (PAK) aus Erdöl und Kohle. Alle
Zrodukte, die aus Erdöl und Kohle hergestellt
ader damit verarbeitet werden, können PAK
anthalten.
Jahresbericht 2023
Die Schadstoffe gelangen durch direkte Ein-
eitungen aus Kläranlagen und Industrie,
über Flüsse, über die Luft sowie über direkte
Quellen ins Meer. Sie können sich in Sedimen
;en und Meeresorganismen anreichern. Auch
Jahrzehnte nach ihrem Verbot sind viele
schwer abbaubare, sich anreichernde und
giftige Stoffe in hohen Konzentrationen in der
Meeresumwelt vorhanden.
3SH-Wissenschaftlerinnen und Wissen
schaftler sind regelmäßig mit Forschungs-
schiffen in deutschen Meeresgewässern
Unterwegs, um Messungen durchzufüh-
ren und etwa 400 Stationen Jährlich zu
oeproben. Anschließend analysieren sie die
Nasser- und Sedimentproben im akkredi-
Lierten BSH-Labor. Die Daten sind öffentlich
zugänglich