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Meereskunde
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Ein neues Rechnersystem ermöglicht, die auf verschiedenen Datenträgern gespei
cherten Meßgrößen an das GRZ zu übertragen. Auch diese Maßnahme dient zur
Verkürzung der Bearbeitungszeiten für die unterschiedlichen Datensätze, Erstma
lig wurden die auf Kassetten gespeicherten XBT-Daten des „Ship of Opportunity“-
Programms des DHI mit neuer Software zentral auf dem GRZ-Rechner bearbeitet.
Diese Daten werden in Zukunft immer größere Bedeutung bei der Aufbereitung
bekommen.
Besondere Arbeiten:
Die Untersuchungen über die Voraussetzungen, die Entstehung und Ausbreitung
von Tiefenwasser in der Grönland-See sind im wesentlichen abgeschlossen. Die
Ergebnisse liegen in Veröffentlichungen, Diplomarbeiten und einer Dissertation
vor.
Das vom UBA geförderte Vorhaben „Numerische Simulation der Ölausbreitung in
der Deutschen Bucht“ wurde fortgeführt. Mit Hilfe eines hochauflösenden Strö-
mungs- und Ausbreitungsmodells für die Deutsche Bucht wird eine Entscheidungs
hilfe für die Ölbekämpfung entwickelt. Durch Berücksichtigung der wichtigsten
Prozesse der Ölphysik soll das Modell bei einem Ölunfall Vorhersagen zur Drift,
zur Ausbreitung und zur Alterung von Öl liefern (Abb. 24).
Mit einer Studienversion des Modells wurde die Ausbreitung von Schiffsmüll in der
Deutschen Bucht simuliert (Abb. 25).
2.2.4.4 Aufbereitung. Sofortverarbeitung und -austausch von Meßnetzdaten
Aktuelle ozeanographische Meßwerte und andere für die Dienste des DHI notwen
dige meereskundliche Informationen werden im DHI gesammelt und aufbereitet..
Der überwiegende Teil der operationeil gesammelten Daten fließt über eine Stand
leitung zur Automatischen Fernmelde-Speicher-Vermittlung (AFSV) des Deut
schen Wetterdienstes. Die im DHI über diese Leitung eingehenden Daten werden
von einem Mikroprozessor aufgenommen und an den Rechner des GRZ zur Verar
beitung und Speicherung weitergegeben. Diese Datenleitung wird auch dazu be
nutzt, meteorologische und klimatologische Werte vom Zentralamt des Deutschen
Wetterdienstes aus Offenbach für das Seewetteramt nach Hamburg zu transportie
ren. Die Standleitung dient außerdem dazu, Bulletins in das Globale Fernschreib
system (GTS) der WMO einzugeben. Die wichtigsten Quellen für diese ozeanogra-
phischen Informationen sind:
- das DHI-Meßnetz in Nord- und Ostsee
- das „Ship of Opportunity“-Programm des DHI
- das Integrated Global Ocean Services System (IGOSS)
- das „Voluntary Observing Ship“-Programm der WMÖ
- das internationale „Drifting Buoy“-Programm
- Küstenstationen der Nord- und Ostsee
- Informationen von Dienststellen anderer Nationen
- das Wettervorhersagemodell des Deutschen Wetterdienstes
- Gitterpunktvorhersagewerte (Seegang und Wind) für den
Nordatlantischen Ozean
- weltweite Klimabulietins (CLIMAT), monatliche Mittelwerte
- Informationen für die Agrarmeteorologie.
Das Meßnetz des DHI bestand aus zwei Feuerschiffen, der Forschungsplattform
„Nordsee“ und drei automatisch registrierenden Stationen. Die Daten wurden
entweder als Listen geschickt, per Telefon abgerufen oder über den Satelliten
GOES IV und die AFSV an das DHI übertragen.