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Full text : 47, 1920-1925 (1929)

Kr.  \Y.  Peppier:  Die  Beobachtungen  der  Marilledrachenstationen  Breedene/Meer  und  St.  Michel  1913—191S.  |  5

Es  ist  eigentlich  überraschend,  daß  in  größeren  Höhen  diese  Kurven  sehr  geringe  Temperaturgradienten ­
  ergeben,  während  man  im  Hinblick  auf  das  Zirkulationssystem  des  Seewindes  und  der  unvermeidlichen ­
  Vertikalbewegungen  adiabatische  Gradienten  erwarten  sollte.  Aber  auch,  wenn  man  die
einzelnen  Aufstiege  durchgeht,  findet  man  kaum  besonders  große  Temperaturabnahme.  Der  Seewind
scheint  der  Aerologie  noch  manches  Rätsel  aufzugeben.  Die  Zustandskurven  der  Temperatur  sprechen
nicht  dafür,  daß  im  Systeme  des  Seewindes  erhebliche  vertikale  Zirkulationen  Vorkommen,  da  die
Gradienten  sich  dann  weit  mehr  der  Adiabate  nähern  würden.  Dies  bereitet  der  theoretischen  Vorstellung
vom  Seewinde  Schwierigkeiten,  da  vertikale  Zirkulation  zwischen  Land  und  Meer  vorhanden  sein  muß.
Der  vertikale  Gang  der  Windgeschwindigkeit  und  Richtung  an  den  Seewindtagen  erweist  sich,
wenn  man  die  einzelnen  Tage  überblickt,  als  recht  verschiedenartig,  je  nach  der  Überlagerung  der  Windschichten. ­
  Im  Mittel  aller  Tage  erhält  man  die  in  Tafel  1,  Fig.  6  entworfenen  Kurven  der  Windgeschwindigkeit: ­
  Am  Morgen  nimmt  in  der  Landwindinversion  die  Windgeschwindigkeit  vom  Boden
bis  200  m  von  1.7  auf  4.9  ms  zu;  oberhalb  500  m  ergibt  sich  eine  konstante  Windgeschwindgkeit  von  5—6  ms.
Nachmittags,  bei  Seewind,  ist  die  Geschwindigkeit  am  Boden  natürlich  höher,  wächst  aber  nur  von  3.4  auf
4.4  ms  bis  200  m  Höhe  an,  darüber  sinkt  sie  unter  den  Betrag  der  Geschwindigkeit  am  Morgen.  Die  Abnahme ­
  von  200  bis  500  m  zeigt,  daß  in  dieser  Höhe  im  Mittel  die  Seewindschicht  bereits  ihre  obere  Grenze
hat,  darüber  wächst  die  Geschwindigkeit  bis  2000  m  wieder  langsam  an.  Die  Abendkurve  stellt
einen  Übergang  zur  Morgenkurve  dar.  Ob  man  die  aus  den  Mitteln  sich  ergebenden  Unterschiede  für
reell  halten  kann,  erscheint  einigermaßen  zweifelhaft,  sonst  könnte  man  daraus  schließen,  daß  die  tägliche ­
  Periode  oberhalb  der  Seewindschicht  der  unteren  entgegengesetzt  ist.  In  einigen  Fällen  tritt  diese
Schwächung  des  Windes  in  500—1000  m  allerdings  sehr  deutlich  auf;  dies  wurde  früher  bereits  durch
die  Tendenz  zur  Bildung  einer  oberen  Gegenströmung  erklärt.  Es  sei  hier  noch  eine  Zusammenstellung
beigefügt,  aus  der  die  Höhe  des  Seewindes,  die  mittlere  Geschwindigkeit  der  Seewindschicht,  ihre  mittlere ­
  Richtung,  der  Sinn  der  Drehung  zum  Oberwind  und  die  Richtung  des  letzteren  zu  entnehmen  ist.

L  =  Linksdrehung,  lt  =  Rechtsdrehung.

Datum

Zeit
(Ortszeit) ­


Höhe
des
Seewindes ­


Mittlere  Gewindigkeit
  der
Seewindschicht

Mittlere ­

Richtung ­


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Richtung  des
Oberen
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Datum

Zeit
(Ortszeit) ­


Höhe
des
Seewindes ­


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Mittlere ­

Richtung ­


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SE

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SSE

22.  6.

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150

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NNE

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16.  6.

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300

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R

SE

23.  6.

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SSE

16.  6.

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NE

R

SE

25.  6.

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L

SW

18.  6.

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W

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10.  5.  1917

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Mittel

250

4

N2°E

S  16  E
            
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