t)r. He l.t m ut Schmidt: ber jährliche Gang der Niederschläge in Afrika.
Vorbemerkung.*)
Nach Abschluß der Untersuchung erst wurde mir die ungedruckte Dissertation von Fritz Loewe
[103**) zugänglich. Der Übereinstimmung in vielem freue ich mich umsomehr, als unsere Arbeiten un
abhängig voneinander entstanden sind. Da sich unsere Ausführungen zum Teil decken, kann ich man
ches erheblich kürzer fassen als ursprünglich geplant. Das gilt namentlich für den erklärenden Teil,
so daß der Schwerpunkt meiner Arbeit mehr noch, als ohnehin beabsichtigt, auf den beschreibenden
Teil zu liegen kommt. Durch meine Karten erfährt Loewes Darstellung der Jah-
res-Isohyeten eine wesentliche Erläuterung und Ergänzung nach der phy
siologischen Seite hin.
Beschreibender Teil.
Abschnitt I.
Methodische Bemerkungen über die Darstellungsweise der Niedersehlagsperiode.
1. Benutztes Material und Gesamtdarstellungen.
Grundlage der vorliegenden Darstellung sind jahrelang durchgeführte tägliche Niederschlagsmessun-
gen zahlreicher Beobachtungsstationen. Mit den daraus berechneten Mittelwerten, die ich bereits
tabellarisch zusammengestellt fand, wurde die Untersuchung durchgeführt. Wo neuere Quellen ver
sagten, wurde auf die Angaben hei Haim [1] zurückgegriffen.***)
Daß der Genauigkeitsgrad der Darstellung in den Teilgebieten Afrikas außerordentlich verschieden
ist, entspricht der wechselnden Stationsdichte. Die Messungen häufen sich im allgemeinen in den
Küstenlandschaften und längs den Flüssen. Ein besonders dichtes Netz weisen die ehemals deutschen
Kolonien auf; aber auch für Anglo-Ägypten und Britisch-Südafrika ist neuerdings umfangreiches und
zuverlässiges Zahlenmaterial veröffentlicht (Climatological Normals [41] und Sutton [47]).
Mit der jahreszeitlichen Verteilung der Niederschläge in Afrika haben sich bereits einige Ge
samtdarstellungen befaßt.
An der Spitze steht heute noch Julius Hann mit seinem „Handbuch der Klimatologie“, dessen
2. Band (3. Aufl. 1910 [1]) die Niederschlagsperiode in der Tropenzone, Bd. 1 (1910) die der Subtropen
unter erschöpfender Quellenbenutzung würdigt. Naturgemäß konnten, da alle klimatologischen Elemente
zur Besprechung kommen sollten, die den Niederschlägen gewidmeten Abschnitte nicht in Art einer
Spezialuntersuchung behandelt werden.
Hanns Ausführungen werden durch die neue Darstellung von Fritz Loewe (1923 [10]), der speziell
„die geographische Verteilung der Niederschläge in Afrika“ untersucht und das Beobachtungsmaterial
bis 1920 auswertet, gewissenhaft ergänzt und weitergeführt. Der Hauptwert der Loewe’sehen Arbeit
liegt in der beigegebenen Karte des mittleren Jahresniederschlags und in den Erklärungsversuchen, die
*) Die Arbeit ist auch als Dissertation erschienen (Diss. pbil. Göttingen 1928).
**) Zahlen in eckiger Klammer weisen auf die Kummer des beigefügten Literaturverzeichnisses (S. 44 n. 45).
***) Di e Zusammenstellung in den Tabellen (S. 42 u. 43) ist eine für den Text bestimmte Auslese au.s den
Beobaehtiingsreihon, auf deren Auswertung die Karten beruhen.