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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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nur eine oder zwei schmale Fahrrinnen, mit stellenweise nur 2m Tiefe, sich 
befinden. Zunächst erstreckt sich alsdann der Flufs '/2 Sm nach Norden, wo- 
selbst er sich in die Rocky-Bucht erweitert; das eigentliche Fahrwasser mit 2 bis 
4m Wassertiefe folgt dabei dicht längs der westlichen und nördlichen Küste 
der Bucht. 
Von der Spitze Ferry aus erstreckt sich eine lange flache Sandzunge, bis 
auf 1 Kbig Abstand von dem West- und Nordufer der Rocky - Bucht, deren 
Rand durch kleine weifse Baken gekennzeichnet ist. Von der Westküste der 
Bucht bis zu der Meeresküste hat das Land nur eine Breite von ca 366m. 
Nachdem man die Sandzunge umsteuert hat, nimmt der Flufs zunächst 1 Sm 
weit die Richtung nach OSO an, darauf 1 Sm nach NO, mit Wassertiefen von 11, 
6, 9 und 13m; darauf 1 Sm nach NW'!/4W und ?!/2 Sm nach OSO. Die hier- 
durch gebildete tiefe Bucht wird Fresh Water-Bucht genannt; von der gegenüber- 
liegenden Küste erstreckt sich !/2 Sm weit eine lange Sandzunge. Alsdann 
verbreitert sich der Fluß in eine grofse, seichte Wasserfläche von 3 Sm Länge 
in nordöstlicher Richtung, bei einer Breite von ungefähr 2 Sm, an deren SO- 
Ecke er den Canning-Flufs aufnimmt, welcher 8 bis 9 Sm weit für Boote schiff- 
bar ist; von der Mündung dieses Flusses erstreckt sich das östliche Ufer bei- 
nahe Nord bis auf ungefähr 2 Kblg Abstand von dem nördlichen Ufer; durch 
diesen engen Raum fliefst der Hauptstrom, um sich gleich darauf wieder in ein 
Becken zu verbreitern, welches Melville Water genannt wird und in der 
Richtung 0S0O—WNW ungefähr 3 Sm lang ist; an seinem östlichen Ende führt 
eine Brücke über dasselbe; von hier ab hat der Swan-Flufs die Richtung 
NO und wird mehr und mehr von seinen Ufern eingeengt, ist aber auch sehr 
gewunden. Der Flufs ist oberhalb der Brücke noch bis ungefähr 10 Sm weit 
für Boote schiffbar, woselbst der kleine, aber romantisch gelegene Ort Gwuild- 
ford sich befindet. Von hier verfolgt der Hauptstrom eine nordöstliche Rich- 
tung durch einen Einschnitt des Darling-Gebirges bis zu der Stadt Newcastle, 
wo er für die nächsten 60 Sm in eine SzcO-Richtung umbiegt und mit seinen 
zahlreichen Nebenflüssen einen der kultivirtesten Distrikte dieser Kolonie 
bewässert. 
Im Jahre 1875 zählte die Kolonie 26700 Einwohner. Die Ausfuhr 
besteht hauptsächlich aus Wolle, Blei- und Kupfererz, Holz, Perlen, Perlmutter- 
schalen, Pferden ete. 
2. Kap Leeuwin (Lioness) und Strömungen daselbst.’) 
Das Kap Leewwin ist ein kleines, rundes, 15m hohes Vorgebirge, welches 
von Riffen umgeben und mit dem Festlande durch eine niedrige sumpfige Land- 
ange verbunden ist. Ungefähr '/s Sm vom Kap entfernt steigt das Land ganz 
plötzlich bis zu einer Höhe von 146m auf und bleibt so hoch, bis auf wenige 
Unterbrechungen, bis jenseits von Kap Hamelin, Die See brandet bei schlechtem 
Wetter 2 bis beinahe 3'/4 Sm westlich von Kap Leeuwin. 
Die Polarströmung theilt sich bei dem Kap Leeuwin in zwei Arme; der 
eine setzt nordwärts längs der Westküste und der andere ostwärts längs 
der Südküste von Australien. Die Geschwindigkeit des letzteren wird während 
der östlichen Winde geringer; diese herrschen von Mitte Januar bis Mitte April 
vor; bei südlichen und südwestlichen Stürmen setzt die Strömung nach Land zu. 
Der längs der Westküste fliefsende Arm setzt wegen der aus dem westlichen 
Quadranten vorherrschenden Winde auf das Land zu, ganz besonders in der 
Nähe des Kap Naturaliste und des Swan-Flusses. . 
Die durchschnittliche Geschwindigkeit dieser Polarströmung beträgt 1 bis 
1!% Sm die Stunde; die östlich setzende Strömung ist in der Nähe des Kap 
Leeuwwin nach häufig sich wiederholenden westlichen Stürmen stärker, und 
umgekehrt schwächer nach lang anhaltenden östlichen Winden. In letzterem 
Falle kann es sogar vorkommen, dafs der Strom nahe der Küste in entgegen- 
zesetzter Richtung läuft. 
!) ibid. pag. 123.
	        
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