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Volltext: 46, 1928/1929

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l)r. H. Thor ade: Gezeitemintersuchungen in der Deutschen Bucht der Nordsee. 
Gezeitenströmungen unter der Wirkung a) einer periodisch wechselnden Gefällskraft, b) der 
Ablenkungskraft infolge der Erdumdrehung, c) einer den augenblicklichen Geschwindigkeitsunterschie 
den proportionalen Scheinreibung mit konstantem Koeffizienten entwickelt. Der Strom, der ohne Ein 
wirkung der Reibung entstehen würde, wurde „Nullstrom“ genannt. Es zeigte sich, daß auf der Nord 
halbkugel einem alternierenden Nullstrome ein gegen den Uhrzeiger drehender Strom in der Tiefe ent 
spricht. Nullstrom, mit dem Uhrzeiger drehend, geht in der Tiefe in alternierenden, und in noch grö 
ßerer Tiefe in Strom über, der entgegen dem Uhrzeiger umläuft. Wird die Stromellipse des Nullstroms 
zu einem Kreise, so sind alle Stromfiguren Kreise, die zum Boden hin kleiner werden, und zwar ver 
schieden schnell, je nach dem Umlaufssinne. 
15. Die Theorie stimmte qualitativ recht gut. Doch scheiterte eine quantitative Berechnung 
des Reibungskoeffizienten, die auf vier verschiedenen Wegen versucht wurde, daran, daß 
dieser sich nicht nur als abhängig von der Tiefenlage erwies, sondern daß er auch dem Rhythmus der 
Geschwindigkeitsunterschiede um mehr oder weniger große Zeiträume nachhinkte. Durch rohe Er 
mittlung des Spiegel gef alles war es möglich, einen Anhalt zur Abschätzung der Reibung zu gewinnen, 
die zu Reibungskoeffizienten bis über 1700 c. g. s. führt, wenn der Mittelwert für eine volle Tide be 
rechnet wird. Die je qcm Meeresoberfläche durch Scheinreibung durchschnittlich in 1 sec übertragene 
Energie wurde der Größenordnung nach zu 810, rd. 800 erg, berechnet.
	        
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