Dr. Helliuut Schmidt: Der jährliche Gang der Niederschläge in Afrika,
17
ln Omupanda ist die Vierteilung des Jahres eben noch spürbar. Im Dezember fallen 23%, im Februar
28% der Jahresmenge; dazwischen zeigt der Januar mit 18% eine leichte Abschwächung, ist jedoch ab
solut und relativ feucht (110 mm). Die Kurve von Olukonda hat nur einen Gipfelpunkt (Februar). I n
18° S. Br. liegt hier der Grenzsaum, über 1000km weiter polwärts als in Ober
guinea.
Von Mai bis September ist es in Südwestafrika überall sehr trocken. Im Oktober werden
zunächst im Norden, d. i. im Amboland, auf dem Karstfeld, in der nördlichen Kalahari und in einigen
Gebirgslandschaften, z. B. zwischen Waterberg, Otavi und Grootfontein, die Niederschläge reichlicher
(Heidtke Seite 61 [39]). Im Dezember beginnt die eigentliche Regenzeit. Die Niederschläge sind
nach Süden vorgedrungen bis ins Namaland. Januar oder Februar erh alten das Maximum.
Die Regenergiebigkeit ist gering und verringert sich weiterhin so rasch
nach Süden, daß schon Franzfontein in 20° 11' S. Br. keinen regenreichen Monat
mehr hat. Regenmenge und Regendauer nehmen nach S, W und E ab. Auf dem Hochland
reicht eine Zunge längerer Dauer weit nach Süden. Ein Profil von N nach S zeigt
folgendes Bild:
Olukonda 17° 59' S. Br. hat 4 feuchte (50—125 mm) u. 2 halbtrockene (30—50 mm) Monate
Windhuk
22° 34'
4
1
Keetmannshop
26° 35'
0
2
Warmbad
28° 27'
0
0
n W nach E,
etwa in 23° S. Br.:
Swakopmund
14° 31'
E. Lg. 0 feuchte
0 halbtrockene M.
Jakalswater
15° 19'
0
0
Windhuk
17° 5'
4
1
Rietfontein
20° 55'
4
0
Die Regenzeit dauert im Innern durchschnittlich 4—6 Monate; 6 im N an der Grenze gegen das eigent
liche tropische Regengebiet, dann nach S und W abnehmend. Ungefähr parallel der Küste
verlaufen die Streifen gleicher Regendauer (Karte 4 und 5). Etwa westlich einer
Linie Franzfontein—Omaruru—Windhuk—Mariental—Hasuur beginnt die Zone mit weniger als vier
Regenmonaten. Rehoboth (23° 19' S., 17° 5' E.) hat nur 2 feuchte und 1 halbtrockenen Monat, Malta-
böhe (24° 51' S., 16° 59' E.) 1 feuchten, 2 halbtrockene, Ukamas 1 halbtrockenen. Ein 80—100 km breiter
Gürtel längs der Küste ist völlig ohne Regenmonat. Diese Küs.tenwüste (Namib) erreicht
am Orange ihre größte Breite.
Im März, deutlicher im April, lassen die Regen überall stark nach. Feucht (> 50 mm) sind
nur noch ein inselförmiges Gebiet im Karstfeld zwischen Neidaus und Tsumeb und der Landstrich um
Omupanda (Amboland).
Zu den dauernd regenarmen Gebieten gehört das westliche Groß-Namaland. Da die Monatsmengen
verschwindend gering sind, kann man nach den absoluten Beträgen von einer regenarmen und einer
regenreichen Jahreszeit nicht sprechen. Daher ist man erst spät darauf aufmerksam geworden, daß eine
völlige Umkehrung des Periodenbildes eintritt, daß sich hier schon, nicht erst südlich des Oranje, der
Übergang von Sommerregenzeit zum jährlichen Gang mit Wintermaximum
vollzieht.
Diese wesentliche Änderung zeigen die Kurven der Stationen von ca. 26° S. Br. an (Siehe Heidtke
[89]). Das Maximum beginnt sich von Januar /’Februar auf März zu verschieben, es fallen mehr Herbst
als Sommerregen. Je weiter südwärts, umso geringer wird der Prozentsatz der Sommerregen. Herbst-
und Frühlingsregen verstärken sich, es kommt zu einer Doppelperiode, die freilich durch Abnahme der
Regenmenge undeutlich wird. Schließlich erfolgt der Zusammenfall in Winterregen.
Der Übergang geht verhältnismäßig rasch vor sich, und doch kommt man kontinuierlich vou einem
Niederschlagsgebiet zum andern. Eine Zone der Überlagerung schiebt sich ein, ein schmales Band,