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Full text: 46, 1928/1929

Dr. H. Thorade: Gezedtenmitersuchungen in der Deutschen Bucht der Nordsee. 
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Wo die ältere N a v i e r sehe oder Stokes sehe Theorie v <9u : dz, v dv : dz schrieb, ist also r x , r v 
an die Stelle getreten, und wenn man jetzt wiederum nach dem „Reibungskoeffizienten“ v fragt, so wird 
man die Beziehung zwischen r x , r v und du/dz, dv/dz untersuchen müssen. Zur Abkürzung sei 
du du 
= rr-c cos ot + 
dz dz 
— sin ot — W v cos (ot — 
dz x v 
d) 
dv dv dv 
— = — cos ot 4- — sin ot 
dz dz dz 
W v cos (ot — e); 
die obige Tabelle verzeichnet die W x , d, W y , f in Spalte 10—13; die in Spalte 14—17 hinzugesetzten 
Werte von U, a, V, ß, zeigen, daß W x und W nicht gleichbedeutend sind mit dU: dz und dV: dz, da 
auch die a, ß von z abhängen und mit differenziert werden müssen. 
Die Tabelle lehrt nun, daß die Reibung nicht den gleichzeitigen Ge 
schwindigkeitsunterschieden proportional ist, sondern vielmehr einen an 
deren Ganghat. Es tritt ein das Maximum 
der Reibung der Geschwindigkeits 
in für unterschiede für 
1 
m 
Tiefe 
ot = 31° und 211° 
ot = 34° 
und 214' 
5 
m 
Tiefe 
31° „ 
211° 
26° 
)) 
206' 
10 
m 
Tiefe 
29° „ 
209° 
109° 
289' 
20 
m 
Tiefe 
27° „ 
207° 
99° 
279' 
31 
m 
Tiefe 
23° „ 
203° 
112° 
n 
292' 
Der Gangunterschied bleibt bestehen, wenn man durch Differenzieren von (28) wieder zu den Be 
wegungsgleichungen einer dünnen Schicht übergeht: 
Kürzt man ab: 
— au' 
— 2 mV" = G x ” 
4- 
r)R x " 
ou" 
— 2a>v' = G ' 
4- 
dz 
c) R x 
— ov' 
4- 2iou" = G v " 
4- 
dz 
<9R y " 
av" 
~f“ = Gr y 
+ 
dz 
d R v ’ 
dz 
(29) 
d r v 
d R x 
r)R x 
cos ot 4- 
sin ot 
dz 
dz 
dz 
0 r v 
4R V 
dR.r 
y 
cos ot 4* 
sin ot 
dz 
dz 
dz 
P x cos (ot — <p) 
P v cos (ot y), 
so haben cp und /, wie die Tabelle zeigt, andere Werte als 6, s, und auch, als a und ß, die Phasenkonstan 
ten des Stroms selbst. Die Turbulenz geht also auf keine Weise den gleichen Gang wie die Geschwin 
digkeiten oder die Geschwindigkeitsunterschiede. 
Wie erklärt sich dieser Gangunterschied, durch den der Begriff des Reibungskoeffi 
zienten geradezu aufgehoben wird? Ein kritischer Rückblick ist hier vielleicht am Platze. Die „Rei 
bung“ ist oben gewissermaßen definiert als der Rest, der übrig bleibt, wenn man von den beobachteten 
Beschleunigungen diejenigen abzieht, die durch Gefällskraft und Erdumdrehung verursacht sind. Läßt 
sich diese Definition halten? Man wird einwenden, daß die Einwirkung der Gestirne nicht berücksich 
tigt wurde (S. 65); sie ist unschwer aus den in den Lehrbüchern gegebenen Formeln zu berechnen und 
liefert die Komponenten 
X = 10-4 • 0.643 cos (at — 263°), Y = 10-4.0.521 cos (at —173°),
	        
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