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Full text: 46, 1928/1929

Dr. H. Thor ade: Gezeitenuntersuohungen in der Deutschen Bucht der Nordsee. 
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stark durchmischt, um eine eindeutige Beziehung zwischen Temperatur und Salzgehalt zu gewinnen. 
Die unten angegebenen Salzgehalte sind daher keineswegs sicher, und aus diesem Grunde eingeklam 
mert. Da aber die Temperaturen zuverlässig gemessen sind, so verlohnt es sich doch, hier auf die 
Beschaffenheit des Wassers soweit einzugehen, wie es auf Grund dieser Beobachtungen allein möglich 
ist. Durch die Wiederholung der Beobachtungen bei jedem Stauwasser, also annähernd alle sechs 
Stunden, ist zudem bei Mittelbildung der tägliche Gang bis auf kleine Reste beseitigt. Es mag jedoch 
vorab bemerkt werden, daß die Verhältnisse in der Deutschen Bucht sich als viel zu verwickelt her 
ausstellten, um durch so wenige und kurzfristige Beobachtungen endgültig aufgeklärt zu werden, und 
daß deshalb die folgenden Mitteilungen nicht etwa allgemeine Bedeutung beanspruchen können, son 
dern nur zur weiteren Verfolgung anregen wollen. Schon F. Wendicke 30 ), der sich doch auf be 
deutend längere Beobachtungszeiträume stützen konnte, vermochte des öfteren keinen klaren Einblick 
zu gewinnen; so z. B., wenn er fand, daß im August 1910 beim Feuerschiff „Borkum Riff“ während 
der ersten Tiden die Temperatur bei Flut stieg und bei Ebbe fiel, daß sie sich aber während der letzten 
genau umgekehrt verhielt. 
Wendicke denkt sich die Deutsche Bucht durch die Isothermen oder Isohaiinen in lauter 
Streifen zerlegt, die dann in der Richtung der Gezeitenströme hin und her pendeln. Ist für einen Ort 
diese Richtung, d. i. in der Regel die große Halbachse der Stromellipse, parallel zu den Streifen, so 
bleibt der Ort in dem Streifen liegen, in dem er Anfangs lag, und die Änderungen von Salzgehalt und 
Temperatur sind gering. Liegt aber die große Halbachse quer zu den Isothermen, so wandern im Laufe 
einer Tide mehrere Streifen über ihn hinweg, und die Änderungen sind groß. Der ganze Ausschlag 
eines Wasserteilchens, von der äußersten Lage bei Ebbe bis zur äußersten Lage bei Flut gemessen, 
bemißt sich, in km ausgedrückt, nach der S. 22 gegebenen Faustregel, auf Vt der in cm/sec angegebenen 
großen Halbachse; in Sm ausgedrückt, auf V» von ihr. Da die Linien gleicher Temperatur und glei 
chen Salzgehalts zur Küste mehr oder weniger parallel sind 31 ), so war zu erwarten, daß die Gezeiten für 
die Ankerorte vor Langeoog und auf der Spring- und Nipptideposition keine großen Schwankungen 
von Temperatur und Salzgehalt bringen würden, wohl aber vor der Wester Till, avo außerdem die Linien 
sich noch dichter drängen. 
Langeoog. (17.—18. VI.) Das Kentern von Flut auf Ebbe wurde zweimal, etwa um Mitter 
nacht und um Mittag, das Kentern von Ebbe auf Flui nur einmal, etwa 6\ beobachtet. Aus den beiden 
ersten Reihen wurde das Mittel genommen. 
Temperatur 
Salzgehalt 
Strom 
kentert 
Strom 
kentert 
Tiefe 
voa Flut 
von Ebbe 
von Flut 
von Ebbe 
auf Ebbe 
aut Flut 
auf Ebbe 
auf Flut 
1 m 
18.80° 
13.98° 
(32.65 %o) 
(32.82 °/oo) 
5 m 
18.80° 
13.99° 
(32.66 Voo) 
(32.75 °/o«) 
10 m 
13.68° 
13.98° 
(32.68 °/oo) 
(32.88 °/oo) 
1 m üb. Grund 
13.62° 
13.98° 
(32.68 °/oo) 
(32.76 °/«0 
Gegen Ende des Flutstroms war ein geringer Temperatursprung zwischen 5 und 10 m vorhanden, 
während am Ende des Ebbstroms die Temperatur in allen Schichten gleich, und um etwa 0.2° gestiegen 
war; danach wäre das von Osten kommende Wasser wärmer als das westliche gewesen. Daß es da 
gegen, wie obige Übersicht ergibt, auch salzreicher war, ist nicht eben wahrscheinlich. 
“) F. Wendicke, a. a. O. S. 56—62, 83—84, 95—107. 
31 ) Vgl. Wendicke a. a. 0. S. 105—106. 
Böhnecke, (?.: Salzgehalt und Strömungen der Nordsee. V. Inst. Meeresk. N.F.A, 10. Berlin 1922, Tafel. 
Atlas für Temperatur, Salzgehalt und Dichte der Nordsee und Ostsee. Her 
ausgegeben v. d. Deutschen Seewarte, Hamburg 1927, S. 13—21.
	        
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