14
Aus dem Archiv der Deutschen Seewart«. — 46. Bd. Heft 1,
zu Monatsmengen von nahezu 2 Metern im August und September. Die mittleren Jahresmengen sind
dementsprechend hoch, im Maximum über 10 m (Debundscha und Bibundi). Doch reicht das Gebiet
mit ungewöhnlich hochsteigenden Kurven und mit Fehlen einer absolut trockenen Jahreszeit nicht weit.
Die Messungen zeigen, daß es sich auf. die W- und SW-Seite des Kamerunberg-Massivs sowie auf den
Küstenstreifen ums Nigerdelta beschränkt. Auf der Ost- und Südostseite ist die Trockenzeit deutlich ent
wickelt. Auf Tafel 3 Fig. 8 habe ich versucht, diese Verhältnisse mittels Isom-
bro menen darzustellen, und man sieht gut die Verkürzung der Regenzeit von W nach E, ins
besondere das inselförmige Gebiet mit 3 Trockenmonaten (Dez.—Febr.) um Buea und nördlich Meanja,
das auch in der Jahresmenge zum Ausdruck kommt (vgl. Loewe, Seite 56).
Über Fernando Poo und San Thomé berichtet Loewe Seite 57 ff.
Vom Kamerunberg nach N und NE, vom Nigerdelta nach N nimmt die Dauer
der Trockenheit zu. Die Zonen gleicher Niederschlagsdauer, die sich so er
geben, sind die Fortsetzung der westsudanischen Regen g ür tel. Die Verhältnisse
sind im einzelnen sicher verwickelter, als sich nach dem vorhandenen dürftigen Material kartieren
läßt. Auf den Hochländern des Innern dürften sich Inseln längerer Regendauer vorfinden. Nach
Hassert „sprechen die ausgedehnten Höhen- und Nebelwälder und die Vielzahl wasserreicher Gebirgs
bäche dafür, daß die Regenmenge in jenen Höhen nicht unbeträchtlich sein kann, und daß eine eigent
liche Trockenzeit dort kaum eintreten dürfte“ (M. Sch. Erg. Nr. 13, Seite 86 [34]). Sonst zeigt sich im
allgemeinen das gleiche Bild wie von der Oberguineaküste landeinwärts. Die Regenzeit verkürzt sich.
In Garua dauert sie noch ein halbes Jahr, in Kusseri nur 4 Monate. Die Zahl der regenreichen
Monate nimmt noch rascher ab, in Garua sinds 3 (Juli—Sept.), in Kusseri einer (August),
ln 18—20° Breite wird die Trockengrenze erreicht; die Wüste beginnt.
Die Regenkurven Nigériens, NW- und Nordkameruns zeigen größtenteils ein Maximum, das sich
durch Juli, August und September annähernd auf gleicher Höhe hält (z. B. Bamenda). Aber mitten im
einperiodischen Gebiet trifft man auf die Beobachtungsreihen von Ossidinge und Bali, die zur Sommer
mitte, am stärksten im August, ein Nachlassen des Regens andeuten, freilich ohne daß selbst relative
Trockenzeit erreicht wird.
Vom Kamerunberg nach SE ändert sich der Klimacharakter. Duala hat eine
gleichmäßig an- und absteigende Kurve; in Malimba (Sanagamündung) zeigt sich ein anderes Bild.
Rasch wachsen nach der Wintertrockenzeit die Regenmengen bis über 600 mm (Mai), lassen plötzlich
nach und erreichen einen Tiefstand zur Zeit des Maximums in Duala. Ende August verstärken sie sich
wieder, und es gibt vom September an eine zweite Regenzeit, bis Ende November die „große Trocken
zeit“ beginnt. Der Übergang von einfacher zu doppelter Regenzeit vollzieht
sich auf einer Strecke von nur 60 km. Im Binnenland haben Edea am Sanaga und Ebolowa
Doppelperiode. Die Grenze gegen die einfache Regenzeit liegt hier nördlicher als an der Küste.
Mittels der Beobachtungsreihen von Malimba und Duala, Edea und Jabassi,
Joko und Wau konnte sie kartographisch festgelegt werden.
In Malimba sind beide Trockenzeiten nur relativ, es gibt 12 Regenmonate im Jahr; 10 sind regen
reich, doch werden nicht so riesige Monatssummen erreicht wie am Kamerungebirge. Gegen S ist
das Gebiet mit 12 Regenmonaten nicht breit. An der Küste reicht es etwa bis Groß
Batanga, im Innern ist es noch schmäler. Dipikar und Kampo haben wieder ein bis drei trockene oder
wenigstens halbtrockene Monate.
2. Die Niederguineaküste und ihr Hinterland bis an den Rand des
Kongobeckens.
Von Südkamerun bis Angola einschließlich — das sei im Gegensatz zu
Loewe Seite 84 f. betont — zeigen die Messungen deutlich eine doppelte Periode,
nach Siegler Schmidt nicht nur der Menge, sondern auch der Häufigkeit des Niederschlags (M. Sch. 1910,
Seite 25 [37]). Völlig verschoben ist das Verhältnis der beiden Trockenzeiten: Die nordwinterliche so